Anzeige
Wissenschaft und Forschung 22.05.2019

Schwangerschaft und Amalgam: Risiken bei hohen Mengen

Schwangerschaft und Amalgam: Risiken bei hohen Mengen

Die Verwendung von Dentalamalgam untersteht seit dem 1. Juli 2018 einer neuen EU-Quecksilberverordnung. Diese besagt, dass bei Milchzähnen, Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren sowie stillenden Patientinnen Alternativen zum Einsatz kommen sollen. Gestützt wird die Verordnung durch eine norwegische Studie, die nun einen Zusammenhang zwischen Amalgamfüllungen und perinataler Mortalität untersuchte.

Seit Längerem wird der Einsatz von Amalgam unter Experten heiß diskutiert. Dennoch, die Studienlage ist dünn bzw. widersprüchlich, sodass bis heute keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege geliefert wurden, die Amalgam als ursächlichen Krankheitsfaktor identifizieren konnten. Bestätigt ist allerdings, dass Quecksilber Auswirkungen auf den Fötus hat.

In der im PLOS ONE veröffentlichten Studie der Universität Bergen konnte nun ein Zusammenhang zwischen Amalgamfüllungen und dem Risiko eines perinatalen Todes statistisch nachgewiesen werden. Diese macht vor allem eines deutlich: Die Menge der Füllungen ist entscheidend. So erhielten die Forscher signifikante Werte „erst“ ab 13 Zahnfüllungen. Hierbei lag das absolute Risiko (Odds-Ratio) für die Schwangerschaft bei 0,67 Prozent. Bei Frauen, die kein Dentalamalgam hatten, lag dieser Wert bei 0,2 Prozent.

Basis der Studie waren die Daten von 72.000 Schwangeren, die Angaben zur Zahl ihrer Amalgamfüllungen machten. Mögliche andere Störfaktoren, wie Alter der Mutter, Bildung, Body-Mass-Index, Parität, Rauchen und/oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wurden ebenfalls berücksichtigt.

Foto: nuzza11 – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige