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Wissenschaft und Forschung 06.07.2018

Wie gefährlich sind MRTs bei Amalgamfüllungen wirklich?

Wie gefährlich sind MRTs bei Amalgamfüllungen wirklich?

Eine aktuelle Studie bringt Dentalamalgam erneut in die Kritik. So soll die Füllung bei MRT-Untersuchungen toxische Stoffe freisetzen. Beim genaueren Hinsehen wird jedoch schnell klar, das gilt keinesfalls für alle MRT-Geräte.

Türkische Forscher der Akdeniz Universität untersuchten den Einfluss der Magnetresonanztomographie (MRT) auf Zahnfüllungen mit Amalgam. Gegenstand der im Radiology Journal veröffentlichten Studie waren 60 extrahierte kariesfreie (Prä-)Molaren. Diese wurden für die Untersuchung mit Amalgamfüllungen präpariert und nach Aushärtung künstlichem Speichel ausgesetzt.

Es erfolgte eine gleichmäßige Aufteilung in drei Gruppen: Eine Gruppe erhielt eine 20-minütige konventionelle MRT-Behandlung mit 1,5 T (Tesla), eine andere wurde einem 7 T-MRT ausgesetzt, die Kontrollgruppe blieb ohne MRT-Anwendung. Die Analyse der Quecksilberwerte im Speichel zeigte bei der Gruppe, die eine 7 T-MRT-Behandlung erhielt, einen fast vierfachen Anstieg. Die beiden anderen Gruppen zeigten keine signifikanten Unterschiede.

Wie sich das freigesetzte Quecksilber im Detail auf den Organismus auswirkt, ist bisher nicht bekannt. Dies sollte in weiterführenden Studien geklärt werden, bevor MRT-Geräte mit 7 T, die derzeit hauptsächlich in der Forschung Anwendung finden, herkömmliche Bildgebungsverfahren ablösen. Weitverbreitete, für medizinische Diagnostik verwendete MRT-Geräte mit 1,5 – 3 T sind nachweislich für Patienten mit Amalgamfüllungen unbedenklich.

Foto: digitale-fotografien – stock.adobe.com
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