Anzeige
Branchenmeldungen 21.04.2021

Komplikationen im Rahmen SARS-CoV-2 POC-Schnelltests

Komplikationen im Rahmen SARS-CoV-2 POC-Schnelltests

Foto: EstanisBS – stock.adobe.com

Seit März 2020 bestimmt das SARS-CoV-2-Virus und dessen Mutationen, u.a. aus Großbritannien und Südafrika, die weltweite und bundeseigene Bevölkerung. Hierzu wurden weltweit Impfstoffe entwickelt, die nach und nach verabreicht werden. Bis ausreichend Menschen durch durchgemachte Infektionen oder Impfungen immunisiert sind, ist das regelmäßige Testen neben den Kontaktbeschränkungen die wichtigste und zuverlässigste Methode, um die Wirtshaft, Schulen und Kinderbetreuung aufrechtzuhalten.

Bisher waren hierzu vor allem Tests zum Abstrich im tiefen Rachen und hinteren Nasenbereich vorhanden. Allmählich werden andere Testverfahren entwickelt und stehen nun zur Verfügung. In letzter Zeit sind bezüglich der Nasenabstriche vermehrt kritische Stimmen aufgekommen, da es immer wieder zu Verletzungen und Zwischenfällen in der Anwendung der Teststäbchen gekommen ist. Azar et al. 1 beschreiben einen Fall, bei dem das Teststäbchen abgebrochen in der Nase zurückgeblieben ist. Das in den Teststäbchen verwendete Aluminium ist meist radiologisch zu sehen, doch ist auf jeden Fall eine endoskopische Entfernung notwendig gewesen. 

Es stellt sich die Frage, was die Gründe für solche Zwischenfälle sind? Mughal et al. beschreiben unkooperative Patienten-Gruppen (Patienten mit neurologischen Veränderungen, Angst oder Kinder), die ruckartig den Kopf zur Seite ziehen können, wodurch ein Bruch des Teststäbchen entstehen kann. Weiter kann ein falscher Einführungswinkel (>30°) ebenso zu Verletzungen führen, da sich im oberen und vorderen Nasenbereich empfindliche Strukturen (Blutgefäßgeflechte) und die kleinen Nasennebenhöhlen befinden.

Neben einer fach- oder zumindest sachkundigen Anwendung medizinisch invasiver Methoden (Eindringen in Körperöffnungen) ist die Wahl der Testmethode (-instruments) abzuwägen. Eine Lösung wäre die Wahl einer Testmethode, bei der das Testinstrument nicht brechen kann. Ein weiterer Lösungsansatz wäre, COVID-19 mithilfe von JOINSTAR COVID-19 Antigen Rapid Test (Speicheltest), Watmind COVID-19 Antigen Rapid Test (Lolly für unter der Zunge) oder SAFECARE COVID-19 Antigen Rapid Test (Abstrich für die vordere UNTERE Nase) nachzuweisen.

Trotz alternativer Testmöglichkeiten gibt es von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten Richtlinien (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte), die die Verwendung der gängigen Teststäbchen beschreiben, sodass Zwischenfälle vermieden werden können:

  • das Stäbchen sollte parallel zum Gaumen eingeführt werden (Rajah et al.)
  • das Einführen des Teststäbchens sollte langsam erfolgen
  • sobald Widerstand gespürt wird, sollte gestoppt werden
  • bei Problemen, das Stäbchen einzuführen, sollte beispielsweise Xylometazolin einmalig appliziert werden
  • das Einführen für 2 –3 cm im UNTEREN NASENGANG wird durchschnittlich empfohlen (Rajah et al.)

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich anhand der aktuellen Studienlage zeigen, dass Zwischenfälle, die durch Teststäbchen verursacht sind, selten sind und durch richtige, fachkundige Handhabung vermieden werden können. 

Dieses sachlich und fachlich geschultes Personal ist in Zahnarztpraxen auf jeden Fall anzutreffen.

Azar A., Wessell D. E., Janus J. R., Simon L. V. (2020): Fractured aluminum nasopharyngeal swab during drive-through testing for COVID-19: radiographic detection of a retained foreign body. Journal of Skelatal Radiology. Vol 11. Springer Verlag

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige