Branchenmeldungen 06.08.2025

Kreative Nachfolgelösungen im Dentallabor



Die klassische Nachfolgeplanung – Übergabe an ein Familienmitglied oder Verkauf an einen einzelnen Nachfolger – funktioniert längst nicht mehr flächendeckend. Viele Dentallabore stehen heute vor der Herausforderung, Nachfolge neu zu denken, weil geeignete Käufer fehlen oder sich junge Talente nicht sofort in die volle Verantwortung stürzen wollen.

Kreative Nachfolgelösungen im Dentallabor

Foto: fotoinfot – stock.adobe.com

Hier sind drei besonders innovative Modelle, wie eine gelungene Nachfolge im Dentallabor auch außerhalb der Norm gelingen kann.

#1 Das Nachfolge-Traineeprogramm

Anstatt auf den „perfekten“ Nachfolger zu warten, können Labor­inhaber gezielt zukünftige Unternehmerpersönlichkeiten selbst entwickeln. Die Idee besteht aus dem Aufbau eines internen „Nachfolge-Inkubators“, in dem junge Zahntechniker – etwa frischgebackene Meister oder engagierte Teammitglieder – über einige Jahre gezielt auf eine unternehmerische Rolle vorbereitet werden. Dazu gehören u. a. unternehmerisches Coaching (z. B. betriebswirtschaftliche Grundlagen, Mitarbeiterführung, Kundenbindung), die Beteiligung an strategischen Entscheidungen und eine Option auf die spätere Teilhaberschaft oder Komplettübernahme. Die Vorteile liegen u.a. in der Stärkung der Mitarbeiterbindung, einer langfristigen Perspektive und einer individuellen Entwicklung, statt „kalter Übergabe“.

Die Idee besteht aus dem ­Aufbau eines internen „Nachfolge-Inkubators“, in dem junge Zahntechniker – etwa ­frischgebackene Meister oder ­engagierte Teammitglieder – über ­einige Jahre gezielt auf eine u­nter­nehmerische Rolle ­vorbereitet ­werden.

#2 Shared Ownership

Warum nur einen Nachfolger suchen, wenn man auch mehrere Stärken bündeln kann? Beim Modell der geteilten Nachfolge übernehmen z. B. zwei langjährige Mitarbeiter gemeinsam mit einem externen Partner (z. B. Business-Coach oder Investor) das Dentallabor. Jeder bringt seine Kernkompetenz ein – Technik, Organisation, Vertrieb – und erhält eine Beteiligung. Dieses kooperative Eigentumsmodell ermöglicht u. a. die Verteilung der Verantwortung, finanzielle Entlastung durch geteilte Investition und stärkere Innovationskraft durch interdisziplinäres Denken. Das Modell eignet sich ideal bei komplexen Laborstrukturen und kann als Antwort auf die hohe finanzielle Einstiegshürde für Einzelpersonen dienen.

#3 Pacht mit Kaufoption

Gerade für junge Zahntechniker ist die volle Übernahme eines Labors oft ein zu großer Schritt – fachlich und finanziell. Hier bietet sich ein modulares Übergabemodell an: Das Labor wird zunächst auf Zeit verpachtet – z. B. für zwei bis drei Jahre – mit einer vertraglich gesicherten Kaufoption. Der Nachfolger kann in dieser Zeit das Unternehmen in der Praxis kennenlernen, Kundenbeziehungen aufbauen, Investitionen vorbereiten und die eigene Rolle festigen. Für den bisherigen Inhaber bedeutet das eine entspannte Übergangszeit, klare Strukturen und die Möglichkeit, weiter unterstützend im Hintergrund zu wirken. Die Vorteile liegen u. a. in einem minimierten Risiko für beide Seiten sowie einer maximalen Flexibilität. Eine ideale Lösung für gleitende Übergänge.

Tipp zum Schluss:

Die Entwicklung und Umsetzung solcher Modelle brauchen Zeit, einen klaren Prozess und oft auch einen neutralen Blick von außen. Nutzen Sie professionelle Begleitung, um kreative Lösungen in tragfähige Strategien zu übersetzen.

ZT Zahntechnik Zeitung


Dieser Beitrag ist in der ZT Zahntechnik Zeitung erschienen. 

Die ZT Zahntechnik Zeitung ist das einzige unabhängige Zeitungsformat für Zahntechniker mit den Schwerpunkten Berufspolitik und Laborführung. Die ZT erscheint elf Mal pro Jahr und orientiert sich am Informationsbedürfnis zahntechnischer Labore und ihrer Mitarbeitenden. Neben der fachlichen Qualifikation sind auch wirtschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Aspekte entscheidend für den langfristigen Erfolg eines zahntechnischen Labors.

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