Branchenmeldungen 15.06.2026

Moderne Hyaluronsäure in Chirurgie und Paro­dontologie: 3-Länder-Symposium von REGEDENT



Am 13. Juni 2026 trafen sich in Bregenz rund 70 zahnmedizinische Anwenderinnen und Anwender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum 3-Länder-Symposium von REGEDENT. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche klinische Relevanz vernetzte Hyaluronsäure (xHyA) heute in der dentalen Chirurgie, der Periimplantitis-Therapie und der Parodontologie hat.

Moderne Hyaluronsäure in Chirurgie und Paro­dontologie: 3-Länder-Symposium von REGEDENT

Foto: OEMUS MEDIA AG

Die Veranstaltung verband wissenschaftliche Vorträge mit konkreten klinischen Fragestellungen aus dem Praxisalltag. Thematisiert wurden insbesondere periimplantäre und parodontale Defekte sowie die Frage, in welchen Situationen regenerative beziehungsweise adjuvante Verfahren die Therapie sinnvoll ergänzen können.

Einen Schwerpunkt bildete die nicht-chirurgische Parodontaltherapie. Priv.-Doz. Dr. Kristina Bertl und ZÄ Viktoriya Plyeshakova gingen der Frage nach, ob sich parodontale Defekte auch über die klassische Grenze der nicht-chirurgischen Therapie hinaus verbessern lassen. Im Fokus standen vor allem Fälle mit initialen Sondierungstiefen von mehr als 6 mm, bei denen trotz strukturierter Mundhygiene und sorgfältiger subgingivaler Instrumentierung persistierende Entzündungszeichen und Resttaschen bestehen bleiben können. Diskutiert wurden adjuvante Ansätze und der mögliche Stellenwert von Biologics zur Unterstützung von Heilungs- und Regenerationsprozessen.

Priv.-Doz. Dr. Alexandra Stähli und Prof. Dr. Anton Friedmann präsentierten aktuelle Konzepte zur adjuvanten, nicht-chirurgischen Behandlung parodontaler und periimplantärer Entzündungen. Im Mittelpunkt stand das Potenzial einer Kombinationsbehandlung aus Reinigungsgel und vernetzter Hyaluronsäure. Anhand klinischer Fallbeispiele zeigten sie, worin Unterschiede zu etablierten Protokollen liegen und in welchen Situationen ein strukturiertes nicht-chirurgisches Vorgehen klinisch relevante Verbesserungen erreichen kann, bevor chirurgische Maßnahmen eingeleitet werden.

Mit stärker chirurgischem Fokus diskutierten Dr. Frederic Kauffmann und Dr. Danijel Domic die Rolle von Biologics beziehungsweise Hyaluronsäure in der gesteuerten Knochenregeneration (GBR). Vorgestellt wurden etablierte Augmentationsverfahren sowie aktuelle klinische Studien, Knochenhistologien und Fallverläufe. Dabei ging es unter anderem um den möglichen Einfluss adjuvanter Hyaluronsäure auf Knochenqualität und -quantität, den Volumen- und Konturerhalt sowie um die Frage, inwieweit moderne regenerative Konzepte zur Risikominimierung bei Augmentationen beitragen können.

Hands-on Workshop

Ein besonderer Mehrwert des Symposiums lag in den beiden praxisorientierten Hands-on-Workshops. Im Kurs „Stress? NEIN DANKE! Konzepte zur Vermeidung von Komplikationen bei parodontalen und dentalchirurgischen Eingriffen“ standen konkrete chirurgische Strategien zur Risikominimierung im Mittelpunkt. An Schweinekiefern trainierten die Teilnehmenden unter anderem Schnitt- und Nahttechniken, die Entnahme von Bindegewebe sowie dessen Transplantation und Fixation. Darüber hinaus wurden die Biologisierung von Knochenersatzmaterialien und Membranen sowie die Augmentation parodontaler und oraler Defekte im Sinne von GBR/GTR praxisnah vermittelt.

Der zweite Hands-on-Kurs widmete sich den Möglichkeiten der Behandlung parodontaler und periimplantärer Defekte ohne chirurgischen Eingriff unter Einsatz von Biologics. Anhand von Modellen wurden Diagnostik, Behandlungsplanung und Instrumentierungstechniken erläutert sowie der Ablauf einer Therapie mit Clean&Seal vorgestellt. Ein besonderer Fokus lag auf den Entscheidungsprozessen in der Nachsorge – von der Festlegung geeigneter Recall-Intervalle und Nachsorgeprotokolle bis hin zur Frage, wann bei einem Rezidiv eine erneute Instrumentierung angezeigt ist und ab welchem Zeitpunkt chirurgische Maßnahmen erwogen werden sollten.

Fazit

Das Symposium in Bregenz machte deutlich, dass sich regenerative Konzepte mit vernetzter Hyaluronsäure zunehmend in Richtung standardisierbarer und praxisnaher Behandlungsprotokolle entwickeln. Zugleich wurde klar, dass nicht jede klinische Situation ohne chirurgische Intervention lösbar ist. Die vorgestellten Ansätze zeigten jedoch, dass sich Invasivität in ausgewählten Fällen reduzieren, Heilungsverläufe unterstützen und Therapieentscheidungen differenzierter gestalten lassen.

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper