Branchenmeldungen 02.07.2021

Pensionierungswelle: Droht Österreich ein Zahnärztemangel?

Pensionierungswelle: Droht Österreich ein Zahnärztemangel?

Foto: Alex – stock.adobe.com

Laut einem Interview der ÖZZ mit DDr. Paul Hougnon, Präsident der Tiroler Zahnärztekammer, ist in den nächsten Jahren mit einer Pensionierungswelle zu rechnen. Circa ein Drittel der praktizierenden Zahnärzte in Österreich ist bereits älter als 60 Jahre.

Nach Aussagen der Vertreter der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) gegenüber salzburg.ORF.at fehlen vorrangig in Pinzgau und im Gasteinertal Zahnärzte. Wie Thomas Kinberger von der Salzburger Landesstelle der ÖGK berichtet, sind in Pinzgau derzeit elf Stellen unbesetzt, in Gasteinertal sind es drei. Sorgen um einen akuten Mangel in Pinzgau müsse man sich aber nicht machen, offene Stellen werden von Wahlzahnärzten und von einer Kassenzahnärztin abgedeckt, teilte der Präsident der Zahnärztekammer Salzburg, Martin Hönlinger, ebenfalls im Gespräch mit salzburg.ORF.at mit.

Problem Standortfaktor

Die Ursache für den Zahnärztemangel liegt laut ÖGK-Obmann, Matthias Krenn, vor allem bei den gegebenen Standortfaktoren. „Das liegt wahrscheinlich auch am Angebot und an der Abgeschiedenheit der betroffenen Regionen. Man muss erst einmal einen Arzt aus dem urbanen Bereich finden, der bereit ist, dorthin zu gehen und dort zu ordinieren“, so Krenn.

Studierende aus dem Ausland

Seit 2019 gibt es an den Universitäten in Österreich keine 75%—Quote mehr, die eine Vergabe von Plätzen an Einheimische Studenten sichert. Die Anzahl an Studenten aus dem Ausland liegt mittlerweile bei über 60%, so Hougnon. Der Anteil von Studenten, die nach ihrem Studium wieder in die Heimat zurückkehren, liegt hier bei 70% bis 80%. Die Zahnärztekammer fordert eine baldige Rückkehr zur Quote für Studierende der Zahnmedizin, diese Änderung bleibt allerdings bis 2023 ausgeschlossen.

Quelle: salzburg.ORF.at/ÖZZ

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