Branchenmeldungen 23.06.2026

SDR® flow+: Ein fließfähiges Bulk-Fill-Komposit für lückenlose Adaption in tieferen Kavitäten

DENTSPLY SIRONA – Der Markt für Bulk-Fill-Materialien ist in den vergangenen Jahren größer und diverser geworden. Neben Flowables als Dentinersatz gibt es inzwischen „Monomaterialien“, die ohne Schmelzkäppchen auskommen und dabei eine Zeitersparnis, eine hohe mechanische Belastbarkeit sowie eine gute Randadaption versprechen. Daraus ergeben sich Fragen zu den Vor- und Nachteilen beider Konzepte bei unterschiedlichen klinischen Situationen, denen wir mit Oliver Elsner, Vice President of Research & Development bei Dentsply Sirona, auf den Grund gehen.

SDR® flow+: Ein fließfähiges Bulk-Fill-Komposit für lückenlose Adaption in tieferen Kavitäten

Foto: Dentsply Sirona

Was war der entscheidende Entwicklungsschritt bei den fließfähigen Bulk-Fill-Materialien?

Der wichtigste Fortschritt bestand darin, ein fließfähiges Material in eine Tiefe von 4 mm einbringen zu können und dabei die Eigenschaft als „Flowable“ zu erhalten. Auf diese Weise wird das Risiko von Lufteinschlüssen in der Füllung reduziert, auch bei komplexen Kavitätengeometrien. Flowables wie zum Beispiel SDR® flow+ sind selbstnivellierend und fließen daher praktisch von selbst in jeden Winkel. Das kann ein stopfbares Komposit nicht leisten. Der Anwender müsste es aufgrund der geringen Fließfähigkeit an die häufig komplexe Kavitätengeometrie adaptieren. Dabei einmal eingeschlossene Luft ist so gut wie nicht mehr zu entfernen. Es besteht immer das Risiko von kleinsten Hohlräumen, die wiederum Ausgangspunkt von Prozessen sein können, die den Erfolg der Füllungstherapie gefährden.

Welches klinische Problem wurde mit diesem Entwicklungsschritt gelöst, und wie hat es den Alltag in der Füllungstherapie verändert?

Die größte Herausforderung bei der Füllungstherapie bestand darin, die übliche Volumenschrumpfung und den daraus resultierenden Polymerisationsstress von Kompositen bei der Polymerisation (Aushärtung) zu verringern. Diese Schrumpfung und der damit einhergehende Stress sind eine wesentliche Ursache für post-operative Hypersensibilität, Randspalten, bis hin zu Frakturen im Schmelzbereich. SDR® flow+SDR® hat bei seiner Markteinführung in dieser Hinsicht tatsächlich neue Maßstäbe gesetzt: Die SDR® Technologie basiert auf einer patentierten Urethandimethacrylat-Struktur (UDMA), die eine Volumenschrumpfung von nur ca. 3,5% ermöglicht. Das entsprach damals einer Verbesserung gegenüber den verwendeten Materialien von 20% bei der Volumenschrumpfung und einen fast 80% niedrigeren Polymerisationsstress1. Möglich wird dies durch eine spezielle, flexible Struktur des Komposits, die der Schrumpfung und vor allem dem Schrumpfungsstress entgegenwirkt.

Ein klinisch sehr relevanter Vorteil liegt in der lückenlosen Adaptation. Als fließfähiges Bulk-Fill- Komposit erreicht SDR® flow+ die komplette Kavität. Faktoren, die die Füllung schwächen können (kleine Hohlräume, Luftblasen), werden somit minimiert. Auf diese Weise gewinnt die Restauration an Qualität, die deutlich wichtiger ist als die Zeitersparnis, die die Bulkfill-Technik mit sich bringt. Dazu kommt die wirklich einfache Handhabung, die Anwender immer wieder bestätigen: Es kleckert nichts, es läuft nichts aus, sondern das Material fließt gleichmäßig in die Kavität und kann dort polymerisiert werden.

Nun sind in den vergangenen Jahren neue Bulk-Fill-Materialien auf den Markt gekommen, die als „Monomaterial“, also ohne benötigtes Schmelzkäppchen, sowohl vom Handling als auch den physikalischen Eigenschaften interessant erscheinen. Dentsply Sirona geht bewusst einen anderen Weg. Warum?

Dentsply Sirona setzt ganz bewusst nicht ausschließlich auf die Zeitschiene, sondern auf die Qualität der Füllung – ohne jeden Kompromiss. Monomaterialien sind jedoch genau das – ein Kompromiss. Entweder fließt das Material gut und ist dabei nicht ausreichend modellierbar oder umgekehrt. Und über die Ästhetik haben wir an dieser Stelle noch gar nicht gesprochen.

Für das Konzept mit fließfähiger Unterfüllung und einem modellierbaren Komposit – wir empfehlen SDR® flow+ in Kombination mit dem Universalkomposit Spectra ST – sprechen vor allem der sehr niedrige Schrumpfungsstress und die lückenlose Adaption beim Bulk-Fill- Material sowie hohe mechanische Festigkeit und eine hervorragende Ästhetik bei sehr gutem Modellierverhalten beim Komposit. So entsteht eine hochwertige Füllung, die Patienten auch langfristig zufriedenstellt. Dazu kommt, dass die meisten Kavitäten in der Regel tiefer sind als 4 mm – das dürfte für Monomaterialien eine sehr sportliche Herausforderung darstellen.

Die klinischen Situationen sind vielfältig. Ist die Kombination aus Flowable und Universalkomposit tatsächlich immer die passende Lösung?

Wir wissen aus umfangreichem Anwenderfeedback, SDR® kam inzwischen mehr 135 Millionen Mal zum Einsatz2, dass die meisten Kavitäten genau diese Kombination erfordern. Das Material kann in Fällen, in denen die Okklusion nicht kaukrafttragend ist, auch ohne Schmelzkäppchen verwendet werden. In der Praxis betrifft das beispielsweise Kinder oder konservative Klasse-IIFüllungen. In allen anderen Fällen, vor allem ab einer Kavitätentiefe von 4 mm sowie bei hohen ästhetischen Ansprüchen, ist das Konzept aus SDR® flow+ und Universalkomposit Spectra ST tatsächlich die klinische Lösung, die einen bestmöglichen Langzeiterfolg verspricht. Die Kombination beider Materialien ermöglicht lückenlose Adaptation mit der Ästhetik und Haltbarkeit von Universalkomposit. Im Übrigen zeigen 5- und 6-Jahresdaten aus zwei klinischen Studien3,4 , dass SDR® flow+ plus Komposit genauso gut funktioniert wie traditionell geschichtetes Komposit allein.

1 Dr. Alan Atlas: Gamechanger für Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich. Whitepaper 2023
2 Basierend auf Dentsply Sirona Umsätzen 2009 - Feb. 2024. Interne Daten liegen vor. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Consumables-Data-Requests@dentsplysirona.com
3 van Dijken, Jan W V, and Ulla Pallesen. “Posterior bulk-filled resin composite restorations: A 5-year randomized controlled clinical study.” Journal of dentistry vol. 51 (2016): 29-35. doi:10.1016/j.jdent.2016.05.008
4 van Dijken, Jan W V, and Ulla Pallesen. “Bulk-filled posterior resin restorations based on stress-decreasing resin technology: a randomized, controlled 6-year evaluation.” European journal of oral sciences vol. 125,4 (2017): 303-309. doi:10.1111/eos.12351

Dieser Beitrag stammt von dem Anbieter und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider.
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper