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Branchenmeldungen 05.12.2016

So geht Zukunft! Ein buntes Potpourri begeistert Zahntechniker

So geht Zukunft! Ein buntes Potpourri begeistert Zahntechniker

Der 3. „Keramik“ Day von Kuraray Noritake und Goldquadrat

Die Rechnung geht auf! Nach dem 3. „Keramik“ Day von Kuraray Noritake und Goldquadrat kann von einem etablierten Kongresskonzept gesprochen werden. Am 26. November 2016 begeisterten vier Referenten mit praxisorientierten Ausführungen zu Kommunikation, keramischen Materialien, adhäsiver Befestigung sowie digitalen Konzepten. Der Kongress präsentierte sich mit einem geschliffenen Gesamtkonzept.

Zahntechnik ist Vielfalt. Zahntechnik ist Zusammenhalt und Leidenschaft. Zahntechnik integriert und verbindet. Und je unterschiedlicher Zahntechniker sind, desto mehr kann die Branche von einer breiten Expertise profitieren. Die „Diversity“ darzustellen, ist den Veranstaltern des 3. „Keramik“ Day gut gelungen; Vielfalt als kluge Strategie! Dr. Heinz Schuh (Senior Technical Advisor, Kuraray Noritake) und Wilhelm Mühlenberg (Geschäftsführer Goldquadrat) begrüßten mehr als 160 Teilnehmer in Eppstein bei Frankfurt. Zunächst stellte Dr. Schuh das japanische Unternehmen Kuraray Noritake Dental vor und unterstrich die Firmengeschichte. 90 Jahre sind vergangen seit Kuraray im Jahr 1926 gegründet worden ist. Im zahnärztlichen Bereich ist das Unternehmen bekannt für Bonding, Komposit und Zement. Der Zahnmedizinbereich von Kuraray fusionierte im Jahr 2012 mit Noritake Dental, einem Hersteller von Dentalkeramiken. Wichtiger Vertriebspartner der Verblendkeramiken sowie der Zirkonoxid-Familie Katana (Kuraray Noritake) in Deutschland ist die Goldquadrat GmbH. Nachdem der 1. und 2. „Keramik“ Day geprägt waren von handwerklichem Know-how und Vorgehensweisen rund um keramische Restaurationen, stand in diesem Jahr ein Potpourri für eine erfolgreiche Zahntechnik im Fokus. Wie in den vergangenen Jahren moderierte ZTM Siegbert Witkowski (Freiburg) den Tag und drang mit intelligenten Fragen immer noch ein Stück weiter in das jeweilige Thema ein.

Graphic Recording – Kreativität und neues Denken

Eine Besonderheit der Veranstaltung war die visuelle Darstellung der Vorträge. ZTM Christian Lang (Köln) hat den Keramikpinsel aus der Hand gelegt und zum Stift gegriffen. Als Graphic Recorder skizzierte er relevante Inhalte aus den Vorträge auf eine Leinwand. „Der Mensch denkt zu zirka 80 % in Bildern. Durch die Visualisierung können sich die Teilnehmer nach dem Kongress wichtige Inhalte in Erinnerung rufen und Emotionen mit nach Hause nehmen,“ erläuterte er das Konzept.

Wie funktioniert das Leben?

„In meiner Präsentation zeige ich nicht einen Zahn!“ begann ZTM Alexander Fink (München) seinen Vortrag. Er gehört zu den Referenten, die ihre Zuhörer mit authentischer Reflektion und starken Emotionen in den Bann zu ziehen vermögen. Sein innovativer Vortragsstil begeisterte schon beim 1. und 2. „Keramik“ Day. In diesem Jahr knüpfte er an und zeigte eine Mischung aus Coaching, Persönlichkeitstraining und Zahntechnik. Zunächst nahm er das Auditorium mit auf eine Zeitreise durch die Zahntechnik und betrachtete den Wandel. Die CAD/CAM-Technik bezeichnete er als unverzichtbaren Bestandteil, mahnte aber zugleich: „Durch die Verherrlichung der Technologie geht wichtiges Basiswissen verloren“. ZTM Fink legt bei keramischen Restaurationen Wert auf einen ganzheitlich orientierten Ansatz und verwies auf die Internal Stain Massen von Kuraray Noritake. „Perfekt! Die Metalloxide liegen innerhalb der Krone und sind abgeschirmt. Mit der richtigen Verarbeitung können allergische Reaktionen, die von Zahnersatz ausgelöst werden, signifikant reduziert werden.“ Zudem sprach ZTM Fink über mentale Stärken, Werte und Kommunikation. „Kommunikation führen wir nach außen, aber auch nach innen“ sagte er und sensibilisierte dafür, sich selbst zu hinterfragen. Erfolg beginnt im Kopf! Mit seinen Ausführungen traf er in die „Seele“ der Zuhörer und regte zum Nachdenken an. Veränderungen, Entscheidungen und Mut waren wesentliche Schlagworte.

Geschichte oder Goldstandard?

Der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Morneburg (Bamberg) zeigte, wie wichtig zahnmedizinisches Wissen für den Laboralltag ist. Der Referent stellte sich der Frage, ob ein endodontischer Aufbau mit dem Glasfaserstift Goldstandard sei. Zunächst gliederte er Stiftaufbauten nach Herstellungsverfahren (direkt, indirekt), Material (Metall, Keramik, glasfaserverstärktes Komposit) und Oberflächengestaltung (Gewinde, aufgeraut, glatt). Danach standen Misserfolge – z. B. Rissbildung durch Schraubenstift – und Erfolgsfaktoren – z. B. Umfassen der gesunden Zahnhartsubstanz um 1,5 bis 2,0 mm (Ferrule-Effekt) – im Fokus der Ausführungen. Für die postendodontische Versorgung werden gegossene oder konfektionierte Aufbaustifte verwendet. Der Trend gehe in Richtung konfektionierter, nichtmetallischer Materialien aus faserverstärktem Komposit, wobei dies vom Referent kritisch betrachtet worden ist. Er stellte eine aktuelle Studie vor, welche besagt, dass Metallstifte eine höhere Überlebensrate haben. Prof. Morneburg favorisiert bei entsprechender Indikation den konfektionierten Titanstift. „Dieser ist eine solide und sichere Versorgungsgrundlage!“ Auf Basis des Titanstifts wird ein Stiftaufbau aus Komposit hergestellt. Dies sei im Vergleich zum gegossenen Stumpf schneller und effizienter. Die adhäsive Befestigung erfolgt bei ihm mit Panavia V5 (Kuraray Noritake). Spagat: Individualität und Effizienz

Wie der Balanceakt zwischen Ästhetik und wirtschaftlichem Arbeiten gegangen werden kann, zeigte ZTM Björn Roland (Klein-Winternheim). Zunächst blickte er auf eine prägende Zeit in seinem Zahntechniker-Leben zurück. ZTM Roland war auf dem Osaka Ceramic Training Center. „Hier habe ich gelernt, Zähne aus allen Blickwinkeln und Facetten zu betrachten und den Respekt für Details zu wahren.“ Danach sprach er über digitale Konzepte, die sein handwerkliches Können ergänzen. Hinzu gesellen sich moderne keramische Materialien, wie polychromatisches Zirkonoxid (Katana ML, Kuraray Noritake). Der Referent stellte die mehrschichtigen Zirkonoxid-Discs UTML (Ultra Translucent) und STML (Super Translucent) vor und zeigte Unterschiede auf. Zusätzlich zur Farbintensität ist beim STML-Rohling die Transluzenz abgestuft. Die Lichttransmission nimmt von zervikal nach inzisal zu. Die vollanatomische Einzelzahnrestauration erachtet Björn Roland beim Wunsch nach einer kostenreduzierten Versorgung als adäquate Alternative. Er bearbeitet die gesinterte Krone mit Gummipolierern sowie Meister-Cones (Kuraray Noritake), eine Art Sandpapierkegel. Anschließend trägt er eine Sprayglasur auf und stellt die Krone fertig. Bei hochästhetischen Anforderungen fertigt er ein anatomisch reduziertes Gerüst aus polychromatischem Zirkonoxid, schichtet Lustermassen (Noritake CZR) auf und komplettiert die Zahnform mittels Schichtung.

Die Ästhetik einer modernen Keramik

ZTM Kazunobu Yamada (Nagoya, Japan) ist Anwendern des Keramiksystems von Kuraray Noritake wohlbekannt. Der japanische Meister entführte seine Zuhörer in seine keramische Welt. Wie die Vorredner verwies er auf die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker und verdeutlichte deren Wichtigkeit anhand von Patientenfällen. Im Verlauf des Vortrags kam er auf die Katana-Zirkonoxide der ersten, zweiten und dritten Generation zu sprechen und lobte das Potenzial, das im transluzenten Zirkonoxid stecke. Da jedes Spiel nur mit Regeln funktioniert, kamen die theoretischen Ausführungen nicht zu kurz. Der Referent betonte hinsichtlich der lichtoptischen Eigenschaften, dass bei monolithischen Zirkonoxid-Restaurationen der Bereich vom oberen inzisalen und mittleren inzisalen Drittel wichtig sei. Anhand von Patientenfällen gab er Einblicke in den keramischen Alltag. Sein Vorgehen gleicht einem virtuosen Spiel aus Keramikpulver, Lustermassen, Malfarben, Formgefühl und Pinselführung. Kazunobu Yamada vermittelte die Leichtigkeit seiner zahntechnischen Kunst und stellte u. a. den schnellen Weg zur monolithischen Frontzahnkrone vor. Nach der Passungskontrolle wird die Katana-Krone auf Hochglanz poliert (Poliermittel: Pearl Surface) und anschließend abgestrahlt (2bar, 50μm). Mit Internal Stain Massen (Noritake CZR) charakterisiert er Farbmerkmale und brennt die Krone. Anschließend „spielt“ er mit Pinsel sowie Glasurmasse (FL Glaze) und erarbeitet eine natürlich wirkende Makrotextur. Einem kurzen Vortrocknen folgt der Glanzbrand. Am Ende des Vortrags machte der Referent neugierig auf ein Neu-Produkt von Kuraray Noritake (FC Paste). Diese pastöse Glasurmasse wird in 27 verschiedenen Farbnuancen erhältlich sein und ergänzt den Systemgedanken der CZR Keramik.

Fazit: Nichts ist so vielfältig wie das Leben!

Was wird in Zukunft für den Erfolg eines Zahntechnikers entscheidend sein? Zu dieser Frage stellte jeder Referent Erfolgskriterien vor. Über lösungsorientiertes Denken und Kommunikation sprach ZTM Alexander Fink. Für das Wissen um zahnärztliche Vorgehensweisen sensibilisierte Prof. Dr. Thomas Morneburg. Die zielgerichtete Anwendung digitaler Technologien stand im Fokus von ZTM Björn Roland. Die Verknüpfung von Werkstoffkunde, moderneren Materialien und handwerklichen Fertigkeiten zeigte ZTM Kazunobo Yamada. „Wir haben heute Gesamtkonzepte gesehen, die in zeitgemäßer Zahntechnik münden. Die Referenten gaben uns einen spannenden Blick über den Tellerrand.“, so Wilhelm Mühlenberg in seinen abschließenden Worten. Erfolgsentscheidend sind demnach nicht nur Keramikmassen, Malfarbe oder das Frässystem, sondern vielmehr der persönliche Umgang mit der aktuellen Marktdynamik.

Autor: Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin Berlin

Foto: © Annett Kieschnick
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