Anzeige
Branchenmeldungen 12.07.2019

Tod nach Wurzelbehandlung: Jetzt auch Ermittlungen gegen Zahnärztin

Tod nach Wurzelbehandlung: Jetzt auch Ermittlungen gegen Zahnärztin

Vor drei Jahren kam es in einer Hamburger Zahnarztpraxis zu einem tragischen Zwischenfall: Ein 18-jähriger Patient starb aufgrund einer Wurzelkanalbehandlung in Vollnarkose.

Der junge Mann litt unter schlimmer Dentalphobie, weshalb die Behandlung auf seinen Wunsch in Vollnarkose durchgeführt wurde. Während der Operation kam es jedoch zu Komplikationen, die zum Tode des Patienten führten. Die Obduktion ergab damals, dass vermutlich Herzversagen die Ursache war. Die mehrstündige Operation sowie eine Vorerkrankung des Herzens, welche den Ärzten nicht bekannt war, legten den Verdacht nahe.

Da es allerdings widersprüchliche Aussagen zum Zeitpunkt des Notrufes gab, wurden die Ermittlungen gegen den Anästhesisten aufgenommen. So berichtete die Zahnärztin, sofort beim Auftreten der Komplikationen den Rettungswagen gerufen zu haben. Die eintreffende Sanitäterin stellte jedoch bereits erste Anzeichen der Leichenstarre fest, sodass der Notruf eindeutig später abgesetzt worden sein muss.

Nachdem der Prozess zunächst nur gegen den Anästhesisten geführt wurde, muss sich nun auch die damals behandelnde Zahnärztin verantworten. Ihr wird vorgeworfen, dass sie die OP nicht hätte ambulant durchführen dürfen.

Auch ein Gutachten, das den Verlauf der OP beurteilen sollte, brachte bisher keine Klarheit in den Fall. Ein erster Gutachter sprach von Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht, ein zweiter Gutachter widerlegte dies. Nun soll ein dritter Gutachter den Fall neu beurteilen.

Foto: bravajulia – stock.adobe.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige