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Branchenmeldungen 13.03.2018

USA: Kostenlose Zahnbehandlung statt Schulsport oder Vorlesung

USA: Kostenlose Zahnbehandlung statt Schulsport oder Vorlesung

Wenn Sporthallen zu Zahnarztpraxen umfunktioniert werden, heißt das, Remote Area Medical baut wieder ein mobiles Krankenhaus auf. Die Ärzteorganisation reist durch die Staaten, um unter- oder unversicherten US-Amerikanern kostenlose medizinische Versorgung zu ermöglichen.

Obwohl mit Obamacare eine Reformation stattgefunden hat, kränkelt das US-amerikanische Gesundheitssystem noch immer. Zwar hat sich die Zahl der Unversicherten drastisch reduziert, dennoch leben derzeit noch immer rund 27 Millionen US-Amerikaner ohne oder mit unzureichendem Versicherungsschutz, wie Spiegel TV berichtet.

Genau aus diesem Grund konzentriert Remote Area Medical (RAM) ihre ehrenamtliche Arbeit nicht mehr auf internationaler, sondern nun auf nationaler Ebene. RAM reist durch die Staaten der USA und stellt in verschiedenen Städten temporäre Krankenhäuser auf die Beine. In 48 Stunden, denn länger stehen diese improvisierten medizinischen Kliniken nicht, versorgen unter anderem Dental-, Augen- und Allgemeinmediziner mehr als tausend Menschen.

Gebäude wie Sportarenen, Messegelände, Universitäten oder Schulen, wie kürzlich in Warsaw, Indiana, werden in kürzester Zeit in Krankenhäuser umfunktioniert. So landet die Zahnarztpraxis nicht selten in einer Turnhalle oder einem Vorlesungssaal. Unzählige Behandlungsstühle werden in Reih und Glied, dicht an dicht aufgestellt, um so viele Patienten wie möglich zeitgleich behandeln zu können. Dabei werden nicht nur Zähne gezogen und Karieslöcher gefüllt – auch professionelle Zahnreinigungen können in Anspruch genommen werden. Pro Einsatzwochenende sind rund 20 Dentalmediziner von 6.00 Uhr morgens bis 6.00 Uhr abends im Einsatz.

Kommen darf jeder, keiner wird nach Versicherung, Gehalt oder Personalien gefragt. Patienten müssen allerdings Geduld mitbringen. Bereits Stunden bevor die Ärzte die Pforten öffnen, bilden sich riesige Schlangen vor den Gebäuden. Dennoch, der Ablauf ist hochprofessionell und strukturiert: Wie auf einem Bürgeramt werden zunächst Nummern vergeben, dann findet im improvisierten Empfangsbereich die Erstaufnahme statt, bevor die Patienten die nötigen Behandlungen erhalten.

Foto: Remote Area Medical
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