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Branchenmeldungen 27.04.2020

Statement des VDZI: Existenzsorgen in den Laboren

Statement des VDZI: Existenzsorgen in den Laboren

Die Pandemie hat weltweite Auswirkungen erreicht. Die Wirtschaft ist auf „systemrelevante“ Tätigkeiten reduziert. Die verordneten Ausgehbeschränkungen, gepaart mit der Furcht vor Ansteckung, lassen die Menschen zu Hause bleiben, selbst Arztbesuche werden weitgehend vermieden. Davon ist auch die Dentalindustrie mit einem drastischen Nachfrageeinbruch betroffen.

In den 8.000 zahntechnischen Meisterlaboren sind drastische Auftragseinbrüche bis hin zu Auftragsstopps zu verzeichnen. Fast drei Viertel aller Zahnarztpraxen haben laut einer Umfrage ganz oder teilweise geschlossen. Aufgrund der absoluten Abhängigkeit der zahntechnischen Meisterbetriebe von den Aufträgen der Zahnärzte kommt es damit zu einem faktischen Tätigkeitsausfall der Zahntechniker.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hält Einschränkungen von zahnmedizinischen Behandlungen, mit der die Ausübung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit Ausnahme von Notfallbehandlungen untersagt wird, für nicht verhältnismäßig. So wie der Zahnarzt ist der zahntechnische Meisterbetrieb als Gesundheitshandwerk mit umfänglichen Schutzmaßnahmen und strengen Hygienevorschriften bestens vertraut. Der VDZI teilt die Auffassung der BZÄK, dass es keine weiteren Einschränkungen der Behandlungstätigkeiten der Zahnärzte geben muss und darf. Die Sicherstellung der zahnmedizinischen Versorgung der Bevölkerung würde damit gefährdet.

Liquiditätsprobleme

Aus der Sicht der Zahntechniker wurde das I. Quartal mit guter Geschäftslage abgeschlossen. Umso tiefer erfolgt nun der Einbruch. Für das II. Quartal erwarten mehr als zwei Drittel der Betriebe einen Umsatzeinbruch von über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die überwiegende Mehrheit glaubt auch nicht daran, dass dieser Auftragsrückgang im Jahresverlauf kompensiert wird. Fast jeder Betrieb hat Kurzarbeit beantragt, aber die Fixkosten bleiben und Verbindlichkeiten müssen bedient werden. Je länger die Durststrecke dauert, desto größer ist die Existenzgefährdung, insbesondere mangelt es vielen Betrieben an Liquidität. Gemeinsam in ihrer Informations- und Serviceoffensive für die Mitglieder haben die Innungen und VDZI umfassend über die staatlichen Hilfen informiert, geben nützliche Tipps und Hilfestellungen. Die Innungen haben hier bisher einen herausragenden Job gemacht für ihre Mitglieder. Fast drei Viertel aller Betriebe haben Liquiditätshilfen in Anspruch genommen. Allerdings gibt es aus einigen Ländern Klage darüber, dass bisher noch kein Geld geflossen sei. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer haben oder planen, die Möglichkeit eines Schnellkredites in Anspruch zu nehmen.

Schutzschirm auch für Meisterlabore

Die wohnortnahe medizinische Versorgung muss durch ausreichende Kapazitäten gesichert werden. Daher hat die Bundesregierung auch die finanziellen Mittel der gesetzlichen Krankenversicherung dazu eingesetzt, für medizinische Versorgungsbereiche finanzielle Schutzschirme zu spannen. Der VZDI begrüßt die Entscheidung des Bundesministeriums für Gesundheit, den finanziellen Rettungsschirm auch für die Zahnärzte auszuweiten. Zum einen, weil es der Aufrechterhaltung der zahnmedizinischen Versorgung dient, zum anderen, weil nur ein liquider Kunde ein guter Kunde für die Betriebe ist. Klar dabei ist, dass er für die zahntechnischen Meisterlabore in gleicher Weise notwendig ist. Seit Beginn der Corona-Krise hat der VDZI daher mehrfach den Bundesminister für Gesundheit und die gesetzlichen Krankenversicherungen aufgefordert, die Zahntechniker ebenfalls unter den Schutzschirm zu bringen. In gemeinsamen politischen Aktionen auch mit den Gesundheitshandwerken, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und mit dem Engagement des ZDH-Präsidenten wurde versucht, die Politik zu diesem notwendigen Schritt zu bewegen. Der VDZI wird hier unablässig weitere Unterstützungsmaßnahmen vorschlagen und einfordern. Dazu gehört auch, dass der VDZI will, dass die geplante deutliche Erhöhung der Festzuschüsse vom 01.10.2020 auf den 01.05.2020 vorgezogen wird, damit es nicht noch zusätzlich zu einer weiteren Patientenzurückhaltung kommt.

Der VDZI und die regionalen Zahntechniker-Innungen informieren die Labore weiterhin kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen. Ziel bleibt es, Existenzgefährdungen abzuwenden, damit die zahntechnischen Meisterlabore durchhalten, bewährte und notwendige Strukturen erhalten bleiben und so für die Zeit nach der Corona-Krise weiterhin eine sichere Versorgung der Patienten mit Zahnersatz und anderen Leistungen garantiert werden kann.

Der VDZI informiert über aktuelle Entwicklungen und Unterstützungsangebote auf seiner Webpage: www.vdzi.net/coronavirus

VDZI
Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen
Mohrenstraße 20/21
10117 Berlin
Tel.: 030 280470-25
info@vdzi.de
www.vdzi.de

Quelle: VDZI

Foto Teaserbild: Danny – stock.adobe.com

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