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Branchenmeldungen 02.04.2019

Verunreinigungen in bisher nicht bekanntem Ausmaß auf Implantaten

Verunreinigungen in bisher nicht bekanntem Ausmaß auf Implantaten

Polysiloxane, Polyester und Reste von Reinigungsmitteln auf Implantaten

„In unserer vierten Studie finden wir auf den Implantatoberflächen nicht nur bei minderwertigen Nachahmerprodukten, sondern leider auch bei Implantaten von etablierten und marktführenden Anbietern Fremdstoffe, die uns in ihrer Quantität und Qualität, bzw. Toxizität große Sorgen bereiten“ so Dr. Dirk Duddeck, Studienleiter und Gastwissenschaftler an der Charité Berlin. In drei vorangegangenen Studien in den letzten 10 Jahren wurden insgesamt 250 Implantate mit gleichem Analyseprotokoll untersucht. In der aktuellen Untersuchung, die derzeit von der non-profit Organisation CleanImplant in Kooperation mit der Charité Berlin durchgeführt wird, fanden sich im Rasterelektronenmikroskop auf der Oberfläche von steril verpackten Implantaten partikuläre Verunreinigungen in bisher nicht gewohnten Ausmaß.

Bei einer Vielzahl der untersuchten Implantatmuster zeigten sich in der Elementanalyse nicht nur Wolframverbindungen, Zinn-Bronze-, Edelstahl- oder PTFE-Partikel. Es fanden sich gehäuft auf den Außenflächen der Gewindeschneiden immer wieder auch massenhaft organische Partikel, die sich in einer nachgelagerten ToF-SIMS Analyse (Time of Flight – Secondary Ion Mass Spectrometry) als Polysiloxane, d.h. synthetische Polymere, thermoplastische Kunststoffe aus der Familie der Polyester aber auch Dodecylbenzolsulfonsäure entpuppten. Diese oberflächenaktive Chemikalie ist eine der wichtigsten und leistungsstärksten Komponente in vielen Reinigungsmitteln und wird von der US-Amerikanischen Umweltbehörde EPA als Gefahrstoff eingestuft.

„Ich frage mich langsam, was noch passieren muss, damit wir Zahnärzte endlich wach werden. Schließlich vertrauen uns doch Patienten bei der Auswahl ihrer Implantate. Mit diesen belasteten Medizinprodukten schaden wir ihnen“, bemerkte ein Besucher des CleanImplant IDS Messestandes. Die in verschiedenen Medien und sozialen Netzen verbreitete Einladung an implantologisch tätige Kollegen, ein steriles Muster ihres verwendeten Implantatsystems aus der Praxis direkt mit an den Messestand zu bringen und eine Implantat-Testung im eigens aufgebauten Rasterelektronenmikroskop live zu verfolgen, wurde begeistert angenommen. Überraschende Ergebnisse ließen die besorgten Zahnärzte teils mit einem Lächeln, zu oft jedoch mit besorgter Miene den Messestand verlassen.

Der große Andrang während der IDS und die stetig wachsende Mitgliederzahl der CleanImplant Community spiegeln die in gleichem Maße angestiegene Besucherzahl auf der Internetplattform wider. Die Informationsseite registriert inzwischen über 13.000 Zahnärzte, die hier erfahren können, welche Implantate die strengen CleanImplant Reinheitskriterien erfüllen. Über 15.000 Abonnenten auf Facebook in weniger als sechs Monaten sind eine deutlicher Beweis für die Dynamik dieses internationalen Projektes. Damit dürfte das Konzept der Initiatoren aufgehen, mit neutralen Informationen dem Anwender eine verlässliche Orientierung zu geben und gleichzeitig jenen Herstellern eine Bühne zu bieten, die sich mit der Qualität ihrer Implantate auszeichnen.

Mehr Infos unter www.cleanimplant.org.

CleanImplant Foundation
Pariser Platz 4a
(Am Brandenburger Tor)
10117 Berlin
info@cleanimplant.org

Fotos: CleanImplant

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