Branchenmeldungen 16.04.2026
Wenn Kinder mitfiebern, wird Gründen zum großen Vorzeigeevent
Neben dem unglaublichen Gefühl, es geschafft zu haben, hat sich die zweifache Mutter dabei auch gleich noch als besonderes Vorbild für ihre beiden Kinder qualifiziert. „Für mich ist es ein großer Antrieb“, so Dr. Anna Haag, „ihnen vorzuleben, dass vieles möglich ist, wenn man wirklich an etwas glaubt und dafür arbeitet.“
Mein Schritt in die Selbstständigkeit war kein spontaner Entschluss, sondern ein Prozess, der sich über mehrere Jahre entwickelt hat. Schon lange hatten mein Mann und ich Flächen in unserer Nachbarschaft im Blick, die eigentlich ausschließlich für ein Restaurant vorgesehen waren, aber bereits über längere Zeit leer standen. Oft scherzten wir: „Hier könnte doch meine Zahnarztpraxis entstehen!“ Anfangs hielten wir das für reine Fantasie, doch als das Thema Neugründung immer konkreter wurde, wurde mir bewusst, wie perfekt der Standort ist: zentral, gut erreichbar für Patienten, mitten im Neubauprojekt mit vielen potenziellen Neupatienten und nur wenig direkter Konkurrenz.
Schon sehr früh war klar, dass meine Praxis anders werden sollte. Weg vom klassischen, steril wirkenden Zahnarztbild, hin zu einer Atmosphäre, die man eher in einem Café oder einer Hotellobby erwartet. Während eines Nachmittags auf dem Spielplatz mit unseren Kindern entstand die Idee, unsere Vision gemeinsam mit einem Freund und Gastronom weiterzudenken, und daraus entwickelte sich unser erstes Konzept – Café und Zahnarztpraxis in einem –, welches mein Mann verfasste und dem Vermieter schickte. Dies war unsere Eintrittskarte, und plötzlich wurden wir von ihm angehört, sodass wir im Sommer 2023 einen Termin mit dem Vermieter in den Flächen bekommen hatten. Vorab hatten wir bereits den Grundriss der Flächen erhalten, sodass wir gemeinsam mit unserem Praxisplaner Considio eine Machbarkeitsstudie durchführen konnten. Schnell war klar: Die Flächen passen perfekt.
Durchhalten gefragt
Die Mietvertragsverhandlungen erforderten ein hohes Maß an Zeit und Geduld. Dabei war ich vollständig vom Vermieter abhängig, da dieser das Projekt erst möglich machte. Entsprechend galt es, mit Fingerspitzengefühl und Bedacht zu verhandeln und punktuell zeitlichen Druck aufzubauen. Insgesamt erstreckten sich die Mietvertragsverhandlungen über fast ein Jahr, da seitens des Vermieters scheinbar kein unmittelbarer Zeitdruck bestand, die Flächen schnell zu vermieten.
Im Juni 2023 hatten wir – mit unserem damals noch fünf Monate alten Sohn auf dem Arm – einen erfolgreichen Pitch beim Vermieter. Schnell wurde jedoch klar, dass wir ein detaillierteres Konzept für die Kombination von Café und Zahnarztpraxis benötigten. Das stellte uns vor einige Herausforderungen, etwa bei den unterschiedlichen Anforderungen an Hygiene, Datenschutz und rechtliche Vorgaben. Da bereits andere Flächen im gleichen Objekt umgenutzt worden waren, kam die Idee auf, auch für unsere angefragten Flächen eine Umnutzung zu beantragen. Nach einer mündlichen Zusage des Bauamts für die mögliche Umnutzung und der Zustimmung des Vermieters, die gesamten Flächen als Zahnarztpraxis zu nutzen, begann die eigentliche Grundrissplanung, um auch das Bauamt final zu überzeugen. Das war eine Wissenschaft für sich, und mein Mann und ich grübelten in nächtlichen Sessions über den für uns perfekten Grundriss.
Parallel zur den Mietvertragsverhandlungen und der detaillierten Grundrissplanung begann die weitere, äußerst intensive Planungsphase. Finanzierung, Versicherungen, Mobiliar und dentale Einrichtung, Leitungen, Klima, Sanitäranlagen, Elektronik, Akustik, Software, IT/EDV, Marketing, Corporate Design, Personal – all das musste gleichzeitig geplant, entschieden und koordiniert werden. Besonders wertvoll war die Unterstützung meines Mannes, ohne den die vielen Entscheidungen kaum zu stemmen gewesen wären.
Ausgesprochen viel Freude hat mir die Inneneinrichtung und Gestaltung der Praxis mit studio PAMPA gemacht. Unser Ziel war dabei, weg vom typischen Zahnarzt-Design hin zu einer Wohlfühlpraxis. Besonders der Empfangsbereich mit viel Farbe, angenehmer Atmosphäre und cleveren Details spiegelt genau die Vision wider, die ich von Anfang an hatte. Patienten sollten beim ersten Betreten das Gefühl haben: Hier ist etwas anders, hier fühlt man sich willkommen und auch als ängstlicher Patient gut aufgehoben.
„Arbeitsfamilie“ schaffen
Ich bin sehr stolz darauf, erfahrene Mitarbeiterinnen für mich gewonnen zu haben – darunter sogar eine Helferin aus einer Praxis, in der ich bereits 2017 tätig war, die ich zurück in die Zahnmedizin holen konnte. Mir war von Anfang an wichtig, eine Arbeitsfamilie aufzubauen, da wir viel Zeit miteinander verbringen und gegenseitiges Vertrauen eine große Rolle spielt.
Nach langem Warten konnte ich dann im Juli 2024 den Mietvertrag unterschreiben und die Umnutzung beim Bauamt beantragen. Im Oktober 2024 hielt ich endlich die Baugenehmigung für meine Zahnarztpraxis in der Hand. Damit wurden die finale Umsetzung und Bauphase eingeleitet. Im April 2025 konnte ich schließlich die Türen für meine Patienten zu meiner Zahnarztpraxis ZAHN.RAUM öffnen.
Fazit
Weitere Infos zur Praxis auf: www.zahnraum-henningerturm.de
www.instagram.com/zahn.raum
Autorin: Dr. Anna Haag