Branchenmeldungen 13.04.2026

White Coat Ceremony: Jetzt wird’s ernst für 92 angehende (Zahn-)Ärzte

UNI KIEL – Halbgott in Weiß? Den gibt’s zum Glück nicht mehr. Doch der weiße Arztkittel ist noch immer ein wichtiges Symbol für Patientinnen und Patienten – und weit mehr als ein normales Kleidungsstück. Bei der White Coat Ceremony begrüßten die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ihren (zahn-)medizinischen Nachwuchs: 92 Studierende erhielten am Mittwoch ihre frisch gebügelten Arztkittel als Anerkennung für den bestandenen ersten Studienabschnitt. Sie starten nun in den klinischen Teil ihrer Ausbildung.

White Coat Ceremony: Jetzt wird’s ernst für 92 angehende (Zahn-)Ärzte

Foto: © Joachim Welding, Uni Kiel

Das schwerste Examen haben die Studierenden mit dem Physikum bereits gemeistert, lobte Professor Philip Rosenstiel, Prodekan der Medizinischen Fakultät – um gleich schmunzelnd hinzuzufügen, dass „dies aber nicht heißt, dass man ab jetzt nicht mehr durchfallen kann“. Mit dem Arztkittel signalisieren die Nachwuchs-Medizinerinnen und -Mediziner den Patientinnen und Patienten im UKSH, an wen diese sich wenden können, wenn sie Fragen und Sorgen haben. „Sie bringen Ihnen Vertrauen entgegen. Gehen Sie deshalb genauso respektvoll mit ihnen um, wie Sie selbst behandelt werden wollen“, betonte Professor Rosenstiel. Von nun an verbringen die Studierenden ihr Studium vor allem am Universitätsklinikum (UKSH Campus Kiel), wo sich auch der Hörsaal für Innere Medizin befindet. Hier fand die White Coat Ceremony zum fünften Mal statt, nachdem dieses feierliche Ritual 2024 am Campus Kiel eingeführt wurde.

„Bewahren Sie sich Ihre Euphorie!“

„Der weiße Arztkittel steht symbolisch auch für Hygiene, denn Flecken lassen sich darauf leicht erkennen“, ergänzte Prof. Dr. Christof Dörfer, Studiendekan der Zahnmedizin. Hygiene werde am Klinikum selbstverständlich groß geschrieben, denn dabei gehe es letztlich um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten. „Auch wenn anstrengende Zeiten auf Sie zukommen: Bewahren Sie stets Ihre Euphorie!“ –diesen Rat gab Professor Dörfer dem Nachwuchs mit auf den Weg.

Weitere Rednerinnen und Redner fanden wertschätzende und Mut machende Worte während der feierlichen Zeremonie, die von Live-Auftritten des Medizinstudierenden-Chors „Voce Medica“ begleitet wurde. „Die Zeit der herrischen Oberschwester ist genauso vorbei wie die des Halbgottes in Weiß“, sagte UKSH-Pflegedirektorin Sabine Richter und betonte mit Blick auf gutes Teamwork in der Klinik: „Sie können vom Fachwissen erfahrener Pflegekräfte profitieren.“

Und weil man nie genug lernen kann, stellte der Leiter Professor Norbert Weiler die Kieler Simulations- und Trainingseinheit (KiSTE) vor. Diese einzigartige Einrichtung unterstützt die Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 2023 beim Erwerb praktischer und kommunikativer Fähigkeiten. Dabei werden moderne Lehrkonzepte wie Simulation, Blended Learning, Peer Teaching und Kontextbasiertes Lernen eingesetzt. Wer nicht nur lernen, sondern sich auch noch engagieren und dabei andere Studierende kennenlernen wolle, könne beim Mediziner-Chor ebenso gerne vorbeischauen wie bei der Fachschaft, erklärte Studentin Greta Balow. Sie engagiert sich selbst ehrenamtlich für die Belange der Studierenden an der Fakultät.

Weiße-Kittel-Zeremonie hat Tradition in USA seit 1989

Die White Coat Ceremony ist eine beliebte Tradition an medizinischen Hochschulen vor allem in den USA, um den Übergang der Studierenden in den klinischen Teil der Ausbildung zu feiern. In Deutschland haben einige Universitäten dieses Ritual übernommen, so wie auch die CAU 2024. Im Rahmen einer akademischen Feier erhalten Studierende der Medizin und Zahnmedizin, die ihre erste ärztliche Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben, symbolisch einen weißen Kittel. Die allererste Zeremonie dieser Art fand 1989 an der University of Chicago Pritzker School of Medicine statt. Der Anstoß war allerdings pragmatisch: Die Dekanin hatte bemerkt, dass Studierende teilweise in Shorts und Baseballkappen zu Patientenkontakten erschienen. Das Ritual sollte ein professionelles Auftreten sicherstellen.

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