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Branchenmeldungen 19.04.2012

Willkommen in „Eine Welt für Kinder“

Willkommen in „Eine Welt für Kinder“

„Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“ ist in Ulm zu finden. Dort können sich Kinder auf eine Reise durch die Kontinente machen, spielerisch die Welt entdecken und ganz nebenbei auch die eigenen Zahnreihen. Um eben „putzmunter“ zu bleiben, so der Name und das Motto des ZWP Designpreis-Gewinners von 2011. Zum ersten Mal hat die ZWP damit aus fast 60 Bewerbungen eine Kinderzahnarztpraxis gekürt. Der Preis – eine exklusive Sandsteinskulptur vom Bildhauer – ziert jetzt den Tresen am Empfang. Natürlich in Form eines Zahnes, den Stefan Thieme, ZWP-Projektleiter, persönlich in Ulm überreicht hat.

Am Anfang war die Idee. „Eine Welt für Kinder“ sollte es werden, die eigene Praxis von Dr. Katrin Lehmann und Dr. Ulrike Balz. Heute prangt der Schriftzug in großen Lettern über dem Tresen, passend dazu eine riesige Weltkarte auf der Wand nebenan. Die dient den Kindern als Ausgangspunkt ihrer Welt­-reise. Doch bis dahin sei es ein langer Weg gewesen, zumal alle Räume der 330 Quadratmeter großen Praxis Teil des Ganzen, der ganz besonderen Welt für die kleinen Patienten, werden sollten. „Wir haben ein ganzes Jahr lang geplant, verworfen und das Konzept immer wieder neu diskutiert“, erzählt Ulrike Balz. „Eine echte Herausforderung“, auch für ihre Mitstreiterin. „So kann man die Elternzeit auch nutzen“, lacht Katrin Lehmann. „Wenige Tage nach der Geburt meiner Tochter haben wir den Banktermin gehabt, an ihrem ersten Geburtstag haben wir die Praxis dann eröffnet.“ Inzwischen habe die Kleine in der Kinderzahnarztpraxis schon fast ein zweites Zuhause gefunden. 

Mit Kinderaugen entdecken

Ähnlich geht es den kleinen und etwas größeren Patienten zwischen 0 und 14 Jahren. Etwa 3.000 sind es schon; rund 40 davon kommen pro Tag in die Praxis. „Und die meisten wollen nach der Behandlung nicht mehr gehen“, erzählt Ulrike Balz. „Meistens toben die Kinder einfach weiter in ihrer kleinen Welt.“ Die ist lichtdurchflutet, in der schlichten Grundfarbe Weiß gehalten und – genau genommen – die ganze Erde. Denn das Konzept, „Eine Welt für Kinder“ zu schaffen, spiegelt sich bereits im Grundriss wider. So schlängelt sich der Flur wie ein Wasserweg an den einzelnen „Funktionsinseln“ vorbei und teilt die Praxis- und Behandlungszimmer in einzelne Kontinente. Als Wegweiser dahin dienen dynamische Linien, die sich, ausgehend von der Weltkarte, bis zu den einzelnen Räumen ziehen. Immer in einer spe­ziellen Farbe – türkis nach „Nordamerika“ zum Beispiel, nach „Afrika“ in lila. In jeweils gleicher Farbgebung ist der entsprechende Kontinent stilisiert und in Schrift dann auch am und im je­weiligen Behandlungszimmer zu finden. Verlaufen können sich die Kinder in der weiträumigen Zahnarztpraxis also nicht. Und ebenso wenig kommen sie an der richtigen Zahnpflege vor­bei – erster Zwischenstopp der Weltreise sind die in unterschiedlichen Höhen angeordneten Kinderwaschbecken zum Erlernen der richtigen Zahnpflege. „Mundhygiene ist immerhin der Kern der Praxis“, erklärt Katrin Lehmann.

Kinderpraxis setzt Akzente

Auf weitere schmückende Details wurde bewusst verzichtet. „Wir wollten keinen Kitsch, sondern gutes Design“, betonen die beiden Zahnärztinnen. Und das hat der Stuttgarter Architekt Steffen Bucher von „12:43 ARCHIKEKTEN“ perfekt umgesetzt. Denn nicht zuletzt wirkt sich die durchdachte Gestaltung der Räumlichkeiten – von den Farben über das Material und Licht bis hin zu den Formen – auch auf die Patienten aus. „Obwohl die manchmal vergessen, warum sie eigentlich hier sind“, weiß Katrin Lehmann. Spätestens im Baumhaus, an dem die wegweisende Linienführung endet. Das thront erhaben über dem Wartebereich und gibt spannende Blicke in die weiträumige Praxis frei. Übrigens ebenso auf die Kinder selbst, denn auch dort – wie in der Höhle darunter – haben die Eltern ihre Kleinsten genau im Blick. Durch gut gewählte Wandausschnitte, die wiederum in den sieben Farben der Kontinente und in fließenden, natürlichen Formen entstanden sind. Passend dazu ist die gesamte Praxis mit einem Bodenbelag in dunkler, warmer Holzoptik ausgestattet – als gelungener Kontrast zu den überwiegend weißen Wänden und den Praxismöbeln.

Zukunft für die Zahnarztpraxis

Die Reise durch „Eine Welt für Kinder“ ist oben im Baumhaus zu Ende. „Die spielen hier aber ganze Stunden oder werden von ihren Eltern abgegeben, weil sich oben im Gebäude noch eine Tagesklinik befindet“, freut sich Ulrike Balz. „Klar geht es bei uns etwas lauter zu, doch schließlich haben wir uns ja ganz bewusst dafür entschieden, Kinderzahnärzte zu werden.“ Und dieser Beruf bringe eben auch Besonderhei-ten mit sich – noch dazu einen wach-senden Patientenstamm. So seien die vier Behandlungszimmer ständig ausgelastet. Zwei Räume stehen allerdings noch leer. Eine weitere Zahnärztin oder ein Zahnarzt seien zur Verstärkung deshalb herzlich willkommen. Bewerbungen können Sie übrigens direkt an die Ulmer Kinderzahnarztpraxis „putzmunter“ richten. „An Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“, rufen die Helferinnen von Ulrike Balz und Katrin Lehmann fast im Chor.

Foto: © Oemus Media AG
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