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Wissenschaft und Forschung 28.05.2020

Behandlung mit Nanopartikeln: Kampfansage an die Karies

Behandlung mit Nanopartikeln: Kampfansage an die Karies

Karies gehört weltweit noch immer zu den größten Gesundheitsproblemen bei Erwachsenen. Doch womöglich nicht mehr lange. Ein Forscher der University of Manitoba, Kanada, glaubt, im Einsatz von Nanopartikeln die bestmögliche Prophylaxe gefunden zu haben.

Sicherlich, im Kampf gegen Karies konnten in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere bei Milchzahnkaries große Erfolge verbucht werden. Dennoch: Laut Studien des University College London (UCL) litten 2018 weltweit 3,5 Milliarden Menschen an oralen Erkrankungen, in erster Linie Karies und Parodontitis.

Dr. Rodrigo França, Leiter des Forschungslabors für zahnärztliche Biomaterialien an der University of Manitoba, will Karies ein für alle Mal aus den Mündern der Menschen verbannen. Hierfür macht er sich die Eigenschaften von Nanopartikeln zunutze. Ihm ist es gelungen, menschliche Molaren mit superparamagnetischen Eisenoxid-Nanopartikeln (SPIONs) komplett zu durchdringen. Mithilfe eines Magnetfeldes können diese winzigen Partikel bis ins Innerste der Zähne vordringen, wie umanitoba.ca berichtete.

Seine Idee: Werden nun spezielle Wirkstoffe gegen Kariesbakterien an diese Nanopartikel geheftet, könnten sich die Zähne somit selbst schützen. Ein ähnliches Vorgehen wird z.B. bereits in der Krebsforschung angewandt, um bestimmte Proteine zu Krebszellen zu dirigieren.

França hofft, dass sich die Behandlung mit Nanopartikeln in den nächsten Jahren als Standard für Kariesprophylaxe in der Zahnarztpraxis etabliert.

Foto Teaserbild: Mangsaab – stock.adobe.com

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