Wissenschaft und Forschung 12.07.2026

Diabetespatienten häufiger von Zahn- und Implantatverlust betroffen



Eine Dissertation der Universität Göteborg bestätigt den Zusammenhang zwischen Diabetes, Parodontitis und Zahnverlust. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass Menschen mit Diabetes häufiger an Periimplantitis erkranken und Implantate verlieren, insbesondere bei schlechter Blutzuckerkontrolle.

Diabetespatienten häufiger von Zahn- und Implantatverlust betroffen

Foto: dglimages – stock.adobe.com

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Parodontitis und Zahnverlust. Auch Entzündungen und Knochenabbau an Zahnimplantaten treten häufiger auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Dissertation an der Universität Göteborg.

Die Arbeit von Anna Trullenque Eriksson, Zahnärztin und Spezialistin für Parodontologie, basiert auf Daten aus sieben schwedischen Registern mit langen Beobachtungszeiträumen und hoher Datenvollständigkeit. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der systemischen Erkrankung Diabetes und den oralen Erkrankungen Parodontitis, Zahnverlust und Periimplantitis. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen umfasst die Analyse insbesondere für Typ-1-Diabetes eine außergewöhnlich große Studienpopulation.

Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Parodontitis und Zahnverlust vor allem dann, wenn die Blutzuckerwerte schlecht kontrolliert waren. Bei Patienten mit dauerhaft guter glykämischer Kontrolle fanden die Forschenden dagegen keine Unterschiede im Vergleich zu Personen ohne Diabetes.

Bei Typ-2-Diabetes war das Risiko für Parodontitis und Zahnverlust unabhängig von der Blutzuckerkontrolle erhöht. Am stärksten fiel der Zusammenhang jedoch bei einer schlechten Stoffwechseleinstellung aus. Gleichzeitig war eine bestehende Parodontitis bei beiden Diabetesformen mit einem erhöhten Risiko für diabetesbedingte Augen- und Nierenkomplikationen verbunden.

Auch bei Implantatpatienten zeigte sich ein Zusammenhang. Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes entwickelten häufiger eine Periimplantitis und verloren häufiger Implantate. Als wichtiger Einflussfaktor erwies sich dabei erneut die Blutzuckerkontrolle. Schlechte Stoffwechselwerte gingen mit ungünstigeren Implantatergebnissen einher. Besonders hoch war das Risiko eines vollständigen Zahnverlusts bei Menschen mit Diabetes, die zusätzlich sozial benachteiligt waren, etwa durch ein geringeres Einkommen oder einen niedrigeren Bildungsstand. In die Auswertungen flossen Daten aus Schweden und Dänemark ein.

Nach Ansicht der Autorin bestätigen die Ergebnisse bisherige Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Diabetes und oralen Erkrankungen. Die Befunde zu Zahnimplantaten liefern darüber hinaus neue Hinweise darauf, dass Diabetes auch die langfristigen Ergebnisse implantologischer Therapien beeinflussen könnte.

Bild von einem Quotenzeichen
„Innerhalb der Zahnmedizin ist den meisten der Zusammenhang zwischen Diabetes und einer beeinträchtigten Mundgesundheit bewusst. Unsere Daten unterstützen die Annahme, dass die zahnärztliche Versorgung Teil von Strategien zur Diabetesprävention sein sollte“, erklärt Trullenque Eriksson.

Quelle: Universität Göteborg

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