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Wissenschaft und Forschung 11.09.2019

Erneut bestätigt: Zusammenhang von Demenz und Zahnverlust

Erneut bestätigt: Zusammenhang von Demenz und Zahnverlust

Verschiedene Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass chronische Entzündungen wie Parodontitis ein Risikofaktor für Demenz sind. Eine aktuelle indische Studie konnte diesen Zusammenhang erneut belegen.

Während Zahnverlust bis hin zum jungen Erwachsenenalter hauptsächlich durch Karies verursacht wird, ist dieser im Alter weitestgehend die Folge von Parodontitis. Ein indisches Forscherteam nutzte daher das Fehlen der Zähne als Indikator, um eine Verbindung zu Demenz nachzuweisen.

In ihrer Querschnittsstudie untersuchten sie 300 an Demenz erkrankte Patienten im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Um beurteilen zu können, wie stark die kognitive Leistung beeinträchtigt ist, nutzten sie den Demenztest „Mini Mental State Examination“ (MMSE). Darüber hinaus bezogen sie sozioökonomische Faktoren wie Schulbildung oder Familienstand in ihre Untersuchung mit ein.

Anhand der erfassten Daten konnten die Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl vorhandener Zähne und dem MMSE-Wert herstellen. Je weniger Zähne die Patienten hatten, umso niedriger war der Wert des Demenztestes, sprich, umso höher die Beeinträchtigung ihrer kognitiven Leistung. Damit stützen die im Journal of Indian Society of Periodontology veröffentlichten Ergebnisse ältere Studien, die bereits auf eine Verbindung zwischen Parodontitis und daraus resultierendem Zahnverlust und Demenz hingewiesen hatten.

Daneben fanden die Forscher Hinweise, dass auch sozioökonomische Faktoren eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Zum einen wiesen sie bei einem guten sozialen Netz einen geringeren Grad an Demenz nach, zum anderen schien ein geringer Bildungsstand mit einem höheren Grad an Zahnlosigkeit zusammenzuhängen.

Foto: Robert Kneschke – stock.adobe.com

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