Wissenschaft und Forschung 26.11.2021

Forscher entwickeln Sensor, der Halitosis feststellen kann

Forscher entwickeln Sensor, der Halitosis feststellen kann

Foto: fizkes – stock.adobe.com

Habe ich Mundgeruch? Genau das soll in Kürze ein kleiner Sensor aus Nanofasern herausfinden der aktuell in Südkorea entwickelt wird. Forscher arbeiten derzeit an einem Sensor zum Nachweis von Schwefelwasserstoff – dem Gas, das den Atem „stinken“ lässt.

Mundgeruch kann gelegentlich auftreten oder ein chronischer Zustand sein, der als Halitosis bezeichnet wird. Er kann durch Lebensmittel, schlechte Mundhygiene, Krankheiten oder andere Faktoren verursacht werden. Diese Ausgangssituation hat eine Reihe komplexer Experimente eines Teams südkoreanischer Wissenschaftler nach sich gezogen, die darauf abzielen, das geruchsverursachende Gas ohne den menschlichen Geruchssinn mittels eines Sensors zu erkennen. 

Experimente mithilfe von Nanofasern

Das Team unter der Leitung von Dr. Il-Doo Kim vom Advanced Institute of Science and Technology in Südkorea unterzog dazu eine Lösung aus Metallsalz, Natriumchlorid, Platinmetall-Nanopartikeln und Wolfram, einem seltenen Metall, einem Herstellungsverfahren namens Elektrospinning, bei dem winzige Fasern entstehen.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Metalloxide, wenn sie mit schwefelhaltigen Gasen reagieren, elektrische Veränderungen aufweisen, die gemessen werden können. Also erhitzten die Forscher ihre Nanofasern, wodurch das Wolfram oxidiert wurde.

Die Nanofasern reagierten am stärksten auf Schwefelwasserstoff, wenn ihre Lösung gleiche Mengen an Platin und Wolfram enthielt. Die Forscher testeten eine Reihe anderer schwefelhaltiger Gase, wie Dimethylsulfid und Methylmercaptan, aber ihre Fasern reagierten am empfindlichsten auf Schwefelwasserstoff. 

Prototyp bereits erstellt

Ein Prototyp zur Erkennung von Mundgeruch kombiniert mit Nanofasern beschichtete Goldelektroden mit Sensoren, die Gas, Feuchtigkeit, Temperatur und Druck messen. Er erkennt in 86 % der Fälle Mundgeruch in der ausgeatmeten Luft, ohne dass eine spezielle Sammel- oder Filterausrüstung erforderlich ist. Ein kleines Gerät könnte für eine schnelle und einfache Selbstdiagnose von Mundgeruch hergestellt werden, so die Forscher, die derzeit an der Weiterentwicklung ihres Prototypen arbeiten.

Quelle: webmd.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper