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Wissenschaft und Forschung 11.10.2017

Forscher entwickeln Impfstoff gegen Karies

Forscher entwickeln Impfstoff gegen Karies

Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie sind über 80 Prozent der 12-Jährigen kariesfrei. Damit ist Deutschland beim Thema Mundgesundheit führend im internationalen Vergleich. Außerdem zeigt die Studie, dass Prophylaxemaßnahmen wichtig und wirksam sind. Dennoch gibt es, besonders in sozial schwachen Schichten und ärmeren Ländern, noch zu viele Kinder und auch Erwachsene, die Karies haben.

Einem chinesischem Forscherteam ist es jetzt gelungen, eine Impfung gegen Karies zu entwickeln, die das Problem der Infektion weltweit drastisch reduzieren könnte. In einer früheren Studie hatten die Wissenschaftler bereits mit den Proteinen vom Karieserreger Streptococcus mutans experimentiert, um die Wirkung des Bakteriums zu blockieren. Damals nutzten sie Proteine des Darmbakteriums Escherichia coli und kombinierten es mit dem S. mutans-Protein. Die Fusion war erfolgreich, brachte allerdings zu viele Nebenwirkungen mit sich.

In ihrer aktuellen Studie, die kürzlich bei Scientific Reports erschien, optimierten sie ihre Proteinfusion nun so, dass die unerwünschten Nebenwirkungen ausblieben. In Form eines Nasensprays wurden die Proteine bereits an Mäusen und Ratten getestet. Dabei zeigte das Spray sowohl prophylaktische als auch therapeutische Effekte. Bei Mäusen ohne Karies lag die prophylaktische Wirkung bei 64,2 Prozent und bei Mäusen mit Karies die therapeutische Wirkung bei 53,9 Prozent.

Bevor der Impfstoff marktreif ist, sind allerdings noch einige Tests nötig, so die Forscher. Die gründliche Mundhygiene kann die Impfung aber nicht ersetzen. Besonders Menschen, denen eine umfassende Gesundheitsvorsorge verwehrt ist, könnten jedoch von der Anti-Karies-Impfung profitieren.

Foto: miss_mafalda – stock.adobe.com
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