Wissenschaft und Forschung 28.01.2025
Mit Mozart gegen die Angst: Musik als Mittel gegen Zahnarztangst
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Die Studie „The Effect of Music Distraction on Dental Anxiety During Invasive Dental Procedures in Children and Adults: A Meta-Analysis“ untersucht den Einfluss von Musik als Ablenkung bei ausgeprägter Zahnarztangst.
Zahnarztangst kann nicht nur die Mundhygiene der Patienten beeinträchtigen, sondern auch die Behandlung für das gesamte Praxisteam erschweren. Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse bestätigt die Wirksamkeit von Musik als Ablenkung zur Reduktion bei ausgeprägter Zahnarztangst. Die Untersuchung analysierte dafür 24 klinische Studien mit insgesamt 1.830 Teilnehmern und zeigte, dass Musik die Angst auf dem Behandlungsstuhl während der Behandlungen signifikant senkt – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.
Bei Erwachsenen war der Effekt etwas ausgeprägter, was darauf hindeutet, dass Erwachsene möglicherweise besser auf diese Form der Ablenkung ansprechen. Bei Kindern war die Wirkung ebenfalls positiv, jedoch statistisch nicht ganz so stark. Dies könnte auf altersbedingte Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Musik zurückzuführen sein.
Individuell von den Patienten ausgewählte Musik zeigte die größte Wirkung bei der Reduktion von Zahnarztangst. Dies deutet darauf hin, dass die aktive Beteiligung des Patienten bei der Auswahl der Musik eine wichtige Rolle spielen könnte. Musik, die von den Forschern oder Behandlern vorgegeben wurde, hatte eine geringere, aber dennoch positive Wirkung. Die Möglichkeit, selbst eine Musikrichtung oder -stücke auszuwählen, scheint den beruhigenden Effekt deutlich zu verstärken. Klassische Musik hatte besonders bei Erwachsenen eine ausgeprägte angstlösende Wirkung. Dies könnte an der beruhigenden und strukturierten Natur klassischer Musik liegen, die nachweislich stressreduzierend wirken kann. Andere Musikstile wurden in der Studie weniger detailliert untersucht, aber der allgemeine Trend zeigt, dass ruhige und harmonische Musikstile die besten Ergebnisse erzielen.
DOI: 10.3390/jcm13216491
Quelle: PubMed (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39518630/)