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Wissenschaft und Forschung 11.02.2019

Neue Studie: KFO-Behandlungen wieder unter Beschuss

Neue Studie: KFO-Behandlungen wieder unter Beschuss

Mit Veröffentlichung des IGES-Gutachtens ist in Deutschland eine hitzige Debatte zum Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen entfacht. Eine aktuelle australische Studie stellt den Fachbereich erneut in den Fokus.

Die Kieferorthopädie leistet einen entscheidenden Beitrag, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, indem sie Beeinträchtigungen bei der Atmung beseitigt, Störungen der Gebissentwicklung überwacht und korrigiert und somit u. a. die Kaueffizienz wiederherstellt. Dennoch standen im Rahmen des IGES-Gutachtens Zweifel am Nutzen der Kieferorthopädie im Raum. Kritisiert wurde, dass aufgrund der dünnen Studienlage nicht belegt ist, ob die KFO langfristig ihren Beitrag zur Zahngesundheit – also im Kampf gegen Karies und Zahnverlust – leiste.

Eine kürzlich im Community Dentistry and Oral Epidemiology veröffentlichte Studie eines Forscherteams der University of Adelaide, Australien, behandelt genau diese Frage. Die Wissenschaftler beobachteten knapp 450 Australier über eine Zeitspanne von 17 Jahren (bis zu ihrem 30. Lebensjahr). Innerhalb dieses Zeitraums hatte rund ein Drittel eine kieferorthopädische Behandlung erhalten. Das Team bewertete die Zahngesundheit aller Teilnehmer, indem es zum einen die Zahl der fehlenden, gefüllten und kariösen Zähne sowie das Mundhygieneverhalten erfasste.

Die Ergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Zahngesundheit bei Patienten mit und ohne kieferorthopädischer Behandlung. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die KFO eine Kariesentwicklung nicht verhindern kann.

Dennoch: Am klinischen Nutzen für den Patienten bleibt kein Zweifel, wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) angesichts der IGES-Studie immer wieder betonen (ZWP online berichtete).

Foto: sujit – stock.adobe.com

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