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Wissenschaft und Forschung 12.04.2019

PZR im Pflegeheim: (un)realistischer Ansatz zur Prävention?

PZR im Pflegeheim: (un)realistischer Ansatz zur Prävention?

Das Thema Alterszahnheilkunde steht infolge des demografischen Wandels zunehmend im Fokus der Zahnärzteschaft. Wie gut sich präventive Maßnahmen auch in Pflegeheimen integrieren lassen, haben nun Forscher evaluiert.

Pflegebedürftige sind zumeist nicht mehr in der Lage, ihre tägliche Mundhygiene selbstständig zu verrichten. Wie die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) erklärt, ist bei einer Vielzahl dieser Patienten eine schlechte Mundgesundheit zu beobachten. Neue präventive Leistungen, die zweimal jährlich in Anspruch genommen werden dürfen, sollen hier langfristig zur Verbesserung beitragen (ZWP online berichtete).

Dass Theorie und Praxis nicht immer mühelos miteinander vereinbar sind, wissen Pflegekräfte nur zu gut. Eine aktuelle Studie deutscher Forscher der Uniklinik Köln überprüfte nun Aufwand und Kosten für die Realisierung der professionellen Zahnreinigung (PZR) in Pflegeheimen. Es handelt sich hierbei um eine retrospektive Querschnittsanalyse. Hauptaugenmerk wurde dabei auf die unterschiedlichen Patientengruppen – Demenz, körperliche Beeinträchtigung – und damit verbundene mögliche Ausdehnungen der Behandlungszeiten gelegt.

Sie fanden keine signifikanten Unterschiede der Behandlungszeit zwischen Patienten mit und ohne Demenz sowie mobilen und beeinträchtigten Pflegeheimbewohnern. Die PZR dauerte im Schnitt 37 Minuten ± elf Minuten. Als finanzielle Aufwendung geben die Wissenschaftler knapp 15 Euro pro Bewohner pro Zahnreinigung an.

Mit der im Journal Special Care in Dentistry erschienenen Studie hoffen die Forscher, einen Anstoß zur langfristigen Umsetzung solcher Präventionsstrategien geben zu können.

Foto: Viacheslav Iakobchuk – stock.adobe.com

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