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Wissenschaft und Forschung 14.01.2021

„Saure-Gurken-Zeit“ für Karies – warum das Gemüse schützt

„Saure-Gurken-Zeit“ für Karies – warum das Gemüse schützt

Die regelmäßige Verwendung von Fluorid hat sich als wirkungsvolles Mittel gegen Karies etabliert. Eine israelisch-chinesische Studie bringt weitere Optionen für zukünftige Zahnpflegeprodukte ins Spiel, die sie auf Basis eingelegter Gurken ermittelten.

Genau genommen geht es um die probiotischen Bestandteile der sauren Gurken, die durch die Fermentierung (Milchsäuregärung) entstehen. Bereits seit Längerem werden Joghurt und Co. durch probiotische Milchsäurebakterien Positiveffekte – nicht nur bezüglich der Darmflora – zugesprochen. Bisher allerdings ohne konkrete Ergebnisse. Bisher.

Ein Team aus Forschern der Ben-Gurion University of the Negev, Israel, und Sichuan-University, China, untersuchten Sichuan-Gurken, die im Südwesten Chinas fester Bestandteil der Ernährung sind. Sie bewerteten 14 verschiedene Gurkensorten, aus denen sie 54 verschiedene Lactobacillus-Stämme extrahierten. Von diesen erwies sich der Lactobacillus plantarum K41 als am wirkungsvollsten. So besitzt L. plantarum die höchste Hemmrate auf das Wachstum von S. mutans sowie der Biofilmbildung – sie lag bei rund 98,4 Prozent.

Darauf aufbauend infizierten die Forscher Ratten mit S. mutans und beobachteten diese über einen Zeitraum von 38 Tagen. Eine Gruppe erhielt Probiotika, die Kontrollgruppe nicht. Bei der Gruppe mit Probiotika wurden 20 bis 30 Prozent weniger Hohlräume identifiziert.

Das israelisch-chinesische Forscherteam sieht in den Probiotika der sauren Gurken großes Potenzial für den Einsatz in Mundpflegeprodukten. Hierfür seien jedoch noch weitere umfangreiche Untersuchungen vonnöten.

Die Studie ist im Frontiers of Microbiology veröffentlicht worden.

Foto Teaserbild: melhall – stock.adobe.com

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