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Wissenschaft und Forschung 17.02.2020

So verschafft sich S. mutans einen Wettbewerbsvorteil

So verschafft sich S. mutans einen Wettbewerbsvorteil

Sicher ist, das Bakterium Streptococcus mutans ist maßgeblich an der Entwicklung von Karies beteiligt. Neu scheint aber, dass S. mutans nicht gleich S. mutans ist – einige Stämme sind deutlich aggressiver als andere –, wie jüngste Forschungen ergaben.

Der Grund hierfür ist eng an die Zusammensetzung der Bakterienstämme geknüpft. Einige S. mutans tragen bestimmte Gene, sogenannte Muc-Gencluster (Glykoproteine). Die Wissenschaftler des J. Craig Venter Institutes und der University of California in San Diego, USA, haben deren Biosyntheseweg in Experimenten genauer unter die Lupe genommen. Sie konnten nachweisen, dass Muc insbesondere Reutericyclin produziert, ein Antibiotikum aus Milchsäurebakterien, welches unter anderem aus der Sauerteigherstellung bekannt ist.

Doch wofür benötigt der S. mutans dieses Antibiotikum? Um das in Erfahrung zu bringen, erzeugte das Team Varianten des Bakteriums – mit und ohne Mucinen – in einem Umfeld anderer oraler Bakterien eines gesunden Mikrobioms.

Sie fanden heraus, dass Reutericyclin produzierende Muc-Gencluster das Wachstum anderer oraler Bakterien stark hemmen. Sie machen demnach den Weg für das S. mutans-Wachstum frei. Die Folge: schwere Formen von Karies.

Der nächste Schritt für das Forscherteam ist nun, weitere Untersuchungen außerhalb der Petrischale fortzuführen.

Die Studie ist im ACS Infection Diseases erschienen.

Foto: Kateryna_Kon – stock.adobe.com

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