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Wissenschaft und Forschung 09.03.2017

Speicheltest soll frühzeitig vor Alzheimer warnen

Speicheltest soll frühzeitig vor Alzheimer warnen

Bricht Alzheimer erst einmal aus, dann ist es kaum noch möglich, die Krankheit aufzuhalten. Eine rechtzeitige Diagnose kann also lebenswichtig sein. Kanadische Forscher haben jetzt eine vielversprechende Methode entwickelt, bei der sich eine mögliche Erkrankung schon frühzeitig durch einen einfachen Speicheltest feststellen lässt.

Die Wissenschaftler haben sich bei ihrem Diagnoseverfahren auf das Protein Amyloid-β42 (Aβ42) konzentriert, dessen Vorkommen sich im Speichel nachweisen lässt. Das Besondere daran: Die Anzahl des Proteins bleibt im Verlauf des Lebens so gut wie gleich. Für die Studie wurden Speichelproben von 37 Personen im Alter von 16 bis 92 Jahren untersucht. Sieben Teilnehmer wurden bereits vorher mit einer ausgeprägten Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert. Die restlichen 30 waren in dieser Hinsicht gesund, allerdings wies ein Teilnehmer eine Genmutation auf, die zu Alzheimer führen kann. Die Ergebnisse zeigten, dass 27 der 30 gesunden Teilnehmer ein fast identisches Level des Proteins Amyloid-β42 auswiesen, unabhängig von Geschlecht oder Alter. Das Vorkommen bei den Patienten mit Alzheimer war mehr als doppelt so hoch. Auch der Teilnehmer mit der Genmutation sowie zwei weitere Personen, bei denen Alzheimer bereits im unmittelbaren Familienkreis aufgetreten ist, wiesen einen hohen Wert von Aβ42 auf. Bei ihnen ist eine Erkrankung also sehr wahrscheinlich.

Die Forscher erhoffen sich, mit dieser Methode eine möglichst frühzeitige Diagnose zu stellen, um Alzheimer zu bekämpfen, noch bevor die ersten Symptome ausgebrochen sind. Da es sich hierbei nur um eine sehr kleine Studie handelte, sind weitere Tests notwendig. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Journal of Alzheimer's Disease.

Quelle: medscape.com

Foto: © freshidea – fotolia.com

 

 

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