Wissenschaft und Forschung 05.08.2025
Dank seiner “starken Nerven“: Wenn der Zahn schneller denkt als wir
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Ein Forschergruppe der University of Michigan zeigt in einer aktuellen Arbeit, dass diese feinen Fühler, kleinste Nervenstränge weit mehr können. Sie agieren wie Wächter, die Schäden erkennen und sofort Alarm schlagen. Nicht nur ans Gehirn, sondern direkt an die Kaumuskulatur mit dem Ergebnis des blitzartigen Kieferöffnungsreflexes, der den Zahn rettet, bevor er Schaden nimmt. Die Michigan-Forscher beobachteten diesen Prozess in Echtzeit an Mäusemolaren. Mit modernster Bildgebung und Verhaltenstests gelang es ihnen erstmals, die Doppelrolle dieser Nervenzellen sichtbar zu machen. Sie erzeugen Schmerz, ja, aber gleichzeitig verhindern sie Schlimmeres. Eine Art Notbremse im Mund, die evolutionär vor allem jene Säugetiere schützt, die ihre Zähne nicht nachwachsen lassen können, also auch uns. Noch steckt die Forschung am Anfang. Zähne sind keine passiven Kauwerkzeuge. Sie sind hochsensible Organe, die mit dem Nervensystem ein raffiniertes Schutzbündnis geschlossen haben, damit wir nicht an der Gabel verzweifeln.
Quelle: Cell Reports