Wissenschaft und Forschung 07.07.2026

Wenn perfekte Zähne im Netz am eigenen Lächeln zweifeln lassen



Wer durch soziale Medien scrollt, begegnet ihnen ständig: weißen, geraden, scheinbar perfekten Zähnen. Was auf den ersten Blick wie ein harmloses Detail digitaler Selbstdarstellung wirkt, kann für Jugendliche offenbar mehr bedeuten als nur ein schönes Lächeln. Eine Studie der University of Otago legt nahe, dass dies das Selbstvertrauen Jugendlicher in ihr eigenes Lächeln beeinflussen könnte. Demnach scheint bei besonders aktiver Social-Media-Nutzung die Wahrnehmung des eigenen Lächelns anfälliger für Vergleiche zu sein.

Wenn perfekte Zähne im Netz am eigenen Lächeln zweifeln lassen

Foto: Sam McNamara auf Unsplash.com

Für die im Fachjournal Health Marketing Quarterly veröffentlichte Untersuchung befragten die Forschenden 502 Eltern-Kind-Paare. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fotos von Menschen mit scheinbar makellosen Zähnen in sozialen Medien und im digitalen Marketing die Wahrnehmung der eigenen Zähne beeinflussen. 1

Nach Angaben der Autoren ist das Erscheinungsbild der Zähne im digitalen Raum nicht nur ein ästhetisches Merkmal. Es könne auch eine Rolle dabei spielen, wie Jugendliche ihre eigene soziale Akzeptanz, Selbstvertrauen und Gesundheit wahrnehmen. Ein geringes Vertrauen in das eigene Lächeln könne dazu beitragen, dass sich junge Menschen Gleichaltrigen gegenüber als weniger attraktiv oder weniger akzeptiert empfinden, online wie offline. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Jugendlichen, die soziale Medien sehr aktiv nutzen, also selbst Fotos posten, kommentieren, liken und mit Freunden kommunizieren oder Videos und Storys erstellen.

Bild von einem Quotenzeichen
„Die Nutzung sozialer Medien kann reale Konsequenzen für Kinder haben, und es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie Kinder mit solchen Medien umgehen.“ Co-Autorin Professor Lisa McNeill 

Bei eher passiver Nutzung, etwa durch Scrollen, Beobachten oder ohne eigene Beiträge, fiel der Zusammenhang geringer aus. Die Autoren leiten daraus Empfehlungen für die Kommunikation zur Mundgesundheit ab. Sie plädieren dafür, in Kampagnen weniger mit idealisierten Smile-Bildern zu arbeiten und stattdessen realistischere Vorstellungen gesunder und funktioneller Zähne zu vermitteln. Auch digitale Plattformen nehmen sie in den Blick, etwa wenn Inhalte zu kosmetischer Zahnmedizin oder influencergetriebene Lächel-Inszenierungen Minderjährigen algorithmisch verstärkt angezeigt werden. 

1 University of Otago; DOI: 10.1080/07359683.2026.2687296 

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