Wissenschaft und Forschung 07.07.2026
Wenn perfekte Zähne im Netz am eigenen Lächeln zweifeln lassen
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Für die im Fachjournal Health Marketing Quarterly veröffentlichte Untersuchung befragten die Forschenden 502 Eltern-Kind-Paare. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fotos von Menschen mit scheinbar makellosen Zähnen in sozialen Medien und im digitalen Marketing die Wahrnehmung der eigenen Zähne beeinflussen. 1
Nach Angaben der Autoren ist das Erscheinungsbild der Zähne im digitalen Raum nicht nur ein ästhetisches Merkmal. Es könne auch eine Rolle dabei spielen, wie Jugendliche ihre eigene soziale Akzeptanz, Selbstvertrauen und Gesundheit wahrnehmen. Ein geringes Vertrauen in das eigene Lächeln könne dazu beitragen, dass sich junge Menschen Gleichaltrigen gegenüber als weniger attraktiv oder weniger akzeptiert empfinden, online wie offline. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Jugendlichen, die soziale Medien sehr aktiv nutzen, also selbst Fotos posten, kommentieren, liken und mit Freunden kommunizieren oder Videos und Storys erstellen.
Bei eher passiver Nutzung, etwa durch Scrollen, Beobachten oder ohne eigene Beiträge, fiel der Zusammenhang geringer aus. Die Autoren leiten daraus Empfehlungen für die Kommunikation zur Mundgesundheit ab. Sie plädieren dafür, in Kampagnen weniger mit idealisierten Smile-Bildern zu arbeiten und stattdessen realistischere Vorstellungen gesunder und funktioneller Zähne zu vermitteln. Auch digitale Plattformen nehmen sie in den Blick, etwa wenn Inhalte zu kosmetischer Zahnmedizin oder influencergetriebene Lächel-Inszenierungen Minderjährigen algorithmisch verstärkt angezeigt werden.
1 University of Otago; DOI: 10.1080/07359683.2026.2687296