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Wissenschaft und Forschung 23.07.2020

Wie stehen die Erfolgschancen von Implantaten bei HIV-Patienten?

Wie stehen die Erfolgschancen von Implantaten bei HIV-Patienten?

Patienten mit dem Humanen Immundefizient-Virus (HIV) gehören in der Zahnarztpraxis zwar zur Risikogruppe, das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht ebenfalls die gleichen Chancen für eine erfolgreiche Zahnimplantation haben – oder doch?

Immunkompromittierte Patienten wie mit HIV bedürfen besonderer protektiver Maßnahmen, um Nebenwirkungen der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) zu vermeiden. Dazu gehören eine stärkere Beobachtung, also regelmäßige Recallintervalle, eine optimierte orale Hygiene sowie ein Screening für HIV-assoziierte orale Läsionen. Unter Berücksichtigung dieser Maßnahmen spricht auch bei HIV-Patienten nichts gegen Implantationen. Das zeigen auch die Ergebnisse einer retrospektiven Analyse der University of Texas Health San Antonio, USA.

Die Studie verglich die Ausfallraten der Zahnimplantate von HIV-positiven und HIV-negativen Patienten in einem Zeitraum von fünf Jahren. Gegenstand der Analyse waren bei HIV-positiven Menschen 484 Implantate und bei „gesunden“ 805, die zwischen 2006 und 2015 gesetzt wurden. Wie die Forscher feststellten, unterschieden sich die Raten zwischen beiden Gruppen kaum voneinander.

Für eine differenzierte Betrachtung wurden mögliche Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Diabetes, Implantattyp, Platzierungsort, Hepatitis C-Status oder auch der Anzahl der CD4-Zellen vor und nach der Implantation herangezogen. Erst hier zeigte sich, dass die Misserfolge bei HIV-Patienten signifikant stiegen, wenn bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen oder ein geringer Wert des CD4-Rezeptors (≤ 20) vorlagen.

Die Studie ist im Journal of Clinical Periodontology erschienen.

Foto Teaserbild: AnnaMoskvina – stock.adobe.com

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