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Wissenschaft und Forschung 30.11.2018

Medikamentöse HIV-Behandlung: Auslöser für Karies?

Medikamentöse HIV-Behandlung: Auslöser für Karies?

Neben oralen Geschwüren und Parodontitis tritt bei Patienten mit HIV Karies vermehrt auf. Das Dilemma: Sowohl die Erkrankung selbst als auch die Behandlung mit Medikamenten fördern die Entwicklung kariöser Zähne.

Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) greift das Immunsystem der Betroffenen an, sodass diese Erreger, wie Bakterien, Viren oder Pilze, nicht mehr abwehren können. Aus diesem Grund haben Auslöser für orale Erkrankungen bei HIV-infizierten Menschen ein vergleichsweise leichtes Spiel.

Untersuchungen der Makerere University, Uganda, haben gezeigt, dass 99,7 Prozent der erwachsenen HIV-Patienten unter Zahnfleischerkrankungen leiden. Auch Karies ist ein Problem, das bei den Patienten immer häufiger auftritt, berichtete New Vision. Laut der Organisation Mildmay Uganda haben bis zu knapp drei Viertel der HIV-Patienten kariöse Zähne.

Überraschend ist jedoch, dass die meisten Kariesfälle nicht mit dem geschwächten Immunsystem, sondern mit der Gabe von antiretroviralen Medikamenten (ARV) in Verbindung gebracht werden. Das Mittel wird eingesetzt, um die Vermehrung der HI-Viren zu bremsen – allerdings mit Nebenwirkungen. ARV wird als zuckerhaltiger Sirup verabreicht, der jedoch zugleich die Speichelproduktion stört und damit ideale Voraussetzungen für an Karies beteiligte Bakterien schafft.

Ugandische Forscher gehen davon aus, dass 80 Prozent der Kariesfälle bei HIV-Patienten auf die ARV-Medikation über einen längeren Zeitraum zurückzuführen sind.

Foto: Chinnapong – stock.adobe.com
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