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Wissenschaft und Forschung 29.01.2019

Wirkung von Antibiotika bei Wurzelkanalbehandlung geprüft

Wirkung von Antibiotika bei Wurzelkanalbehandlung geprüft

Antibiotika finden zumeist dort Anwendung, wo durch Bakterien ausgelöste Infektionen behandelt werden müssen. Wie wirksam sie gegen orale Infektionen sind, haben Forscher nun in einer Metaanalyse überprüft.

Antibiotika stehen, insbesondere durch ihre übermäßige Verordnung – auch in der Zahnmedizin – seit Längerem in der Kritik. Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Problematik von Antibiotikaresistenzen, die in der Medizin langfristig alternative Lösungen erforderlich machen. Dennoch scheinen Antibiotika bisher in vielen Fällen noch immer das erste Mittel der Wahl zu sein.

In der Zahnmedizin wird Antibiotikum im Zuge von Wurzelkanalbehandlungen bei apikaler Parodontitis oder apikalen Abszessen eingesetzt. Wissenschaftler des Cardiff and Vale University Health Board, Cardiff, UK, haben diesen Einsatzbereich des Arzneimittels auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Sie durchsuchten sämtliche Datenbanken, fanden allerdings nur zwei relevante Untersuchungen, die sie in ihrer Metaanalyse einschlossen. Zusammen konnten so insgesamt Daten von 62 Patienten, die bei einer Wurzelkanalbehandlung entweder mit Antibiotika oder Placebo behandelt wurden, verglichen werden.

Anhand der Ergebnisse ließen sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Behandlungserfolge ausmachen. Sowohl bei der Placebo- als auch Antibiotikagabe gingen Infektion und Schwellungen zurück. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass Verzerrungen der Studien nicht ausgeschlossen werden konnten. Da es sich zudem um eine recht kleine Studiengröße handele, fehle es den Ergebnissen an Aussagekraft, um allgemeine Schlüsse daraus ziehen zu können.

Die Studie ist in der Cochrane Library erschienen.

Foto: fizkes – stock.adobe.com

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