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Wissenschaft und Forschung 27.11.2018

Studie warnt: Antibiotika verschlimmern orale Infektionen

Studie warnt: Antibiotika verschlimmern orale Infektionen

Erneut hat eine wissenschaftliche Studie den Nachweis erbracht, dass der Einsatz von Antibiotika wohlüberlegt sein sollte. In Bezug auf orale Infektionen kann die Gabe der antibakteriellen Medikamente sogar mehr Nachteile als Vorteile bringen.

Die Forscher der Case Western Reserve University haben für ihre Untersuchungen an Mäusen getestet, wie sehr der Einsatz von Antibiotika das Immunsystem schwächt und somit orale Infektionen fördert. Dazu wurden den Mäusen Antibiotika verabreicht, um die körpereigene Bakterienflora zu dezimieren. Somit wurde auch das Immunsystem geschwächt, das normalerweise bei oralen Infektionen durch Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, stimuliert und reguliert wird, um körperfremde Zellen abzuwehren.

Im Anschluss wurden alle Mäuse mit dem Candida albicans-Erreger infiziert und in vier Gruppen aufgeteilt. Gruppe 1 erhielt über einige Tage nur Wasser, Gruppe 2 Wasser und kurzkettige Fettsäuren, Gruppe 3 Antibiotika und Gruppe 4 Antibiotika sowie kurzkettige Fettsäuren. Eine weitere Gruppe von Mäusen diente als Kontrollgruppe, welche nicht mit dem Pilzerreger infiziert wurde.

Bei der anschließenden Untersuchung konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich die Mäuse, die keine Antibiotika erhielten, viel schneller von der Pilzinfektion erholten, als die mit Medikamentengabe. Aufgrund ihrer Ergebnisse schließen die Forscher darauf, dass das Immunsystem oft ausreicht, um Infektionen zu bekämpfen und eine Antibiotikagabe die Rekonvaleszenz nur sinnlos verlängert, da sie die Immunzellen der Mundschleimhaut ebenfalls abtötet, die zur Bekämpfung der Pilzinfektion nötig gewesen wären. 

Antibiotika bringen den Bakterienhaushalt durcheinander, da sie sowohl Bakterien abtöten, die hilfreich sind, als auch jene, die schaden. Somit muss ihr Einsatz immer abgewogen werden, um Patienten vor unnötigen Nachteilen zu schützen.

Foto: Africa Studio – stock.adobe.com
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