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Branchenmeldungen 21.02.2011

Gentherapie zwischen Lösung und ethischem Dilemma

Gentherapie zwischen Lösung und ethischem Dilemma

Faszination Forschung: Stetig werden neue Methoden zur Behandlung von Krankheiten entwickelt, immer neue Wege begangen und Grenzen überschritten. Zwischen Sinnhaftigkeit und Werten gilt es dabei jedes Mal aufs Neue abzuwägen: Wo führt es uns hin, welche Tragweite hat es und was geben wir dafür auf?

Gene bestimmen unser Leben maßgeblich. Welche Macht die kleinen Informationsspeicher über uns haben, wird spätestens klar, wenn genetisch bedingte Krankheiten unseren Alltag beeinflussen. Als Wegbereiter der Gen- und Stammzellforschung sprach gestern Professor Sir Martin Evans bei der alljährlichen „Queen’s Lecture“ an der TU Berlin zum Thema „Von Mäusen, Menschen und Medizin“.

Dabei berichtete der Nobelpreisträger über die Möglichkeit, mittels Gen-Targeting – einer Technik zur Modifikation von Genen - und der Verwendung embryonaler Stammzellen, gezielt Einfluss auf ausgewählte Abschnitte auf der DNA zu nehmen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei sogenannte „Knock-out“-Mäuse. Als Modellorganismen dienen sie als entscheidendes Werkzeug der Erforschung von Mechanismen und Zusammenhängen im Körper. Mittlerweile wurden mehr als 10000 Mäusegene kontrolliert ausgeschaltet. Rückschlüsse auf physiologische Abläufe können Ansätze für mögliche Therapiemaßnahmen geben. So faszinierend und zukunftsweisend die Methode klingt, so kritisch sollte sie beleuchtet werden. Stammzellforschung löst weltweit immer wieder umfangreiche ethische Diskussionen hervor. Bis wohin darf man gehen? Was ist vertretbar? Erschaffen wir uns den perfekten, gesunden Organismus? Was wird aus den „Schwachen“? Ein Thema auf Messer’s Schneide. Die Option, vielleicht irgendwann schwere Krankheiten wie Diabetes oder auch verschiedene Krebsleiden wie z.B. Mundhöhlenkarzinome, auf diese Weise heilen zu können, klingt all zu verlockend. Evans gibt dennoch zu bedenken: „Wirklich profitieren werden wohl erst unsere Enkel oder Urenkel“, denn bis zur Umsetzung in der Praxis bedarf es noch umfangreicher klinischer Versuche. Wird an der einen Stelle im Körper etwas geändert, kann dies an anderer weitgreifende Folgen nach sich ziehen und mehr Schaden als Nutzen bringen.

Quelle: E. Kretzschmann für ZWP online, 05.02.2010


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