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Lifestyle 18.05.2018

Die neuesten Designtrends in die Praxis adaptieren

Die neuesten Designtrends in die Praxis adaptieren

Die Möbelmesse in Mailand sowie die dazugehörige DesignWeek sind Jahr für Jahr das Ereignis, wenn es um die neuesten Trends in Sachen Einrichtung geht. Besucher aus aller Welt finden in den Messe­hallen und den vielen Showrooms in der Innenstadt die spannendsten Neuerungen des Jahres, und die großen Möbelfirmen stellen ihre Innovationen vor. Für uns war Innenarchitekt Rudi Kassel von herzog, kassel + partner hier unterwegs und hat uns die neuesten Trends aus Mailand mitgebracht.

Trend 1:

Mehr Glamour

Waren in den letzten Jahren vor allem Weißtöne, helle Hölzer und ein klarer, skandinavischer Style gefragt, ist heute wieder Glamour angesagt. Der Raum wird durch ausgefallene Leuchten und Produkte wieder deutlich inszeniert. Einer der Vorreiter hier ist die holländische Firma Moooi. Stilisierte Kronleuchter, goldene Stühle, spielerische Tischleuchten, kleine, originelle Tischchen und vollkommen individuelle Teppichdesigns (Abb. 2a–e), die für jeden Kunden nach seinen Vorgaben speziell gefertigt werden können, erlauben die Schaffung einer äußerst individuellen Atmosphäre. Sinnvoll in Praxen einsetzen lassen sich solcherlei Produkte vor allem im Empfangsbereich und in Wartelounges.

Trend 2:

Ausdrucksstarke Farben

Dunkles Violett, Smaragdgrün, leuchtendes Gelb, Pink, Orange, Petrol und Rosa – die Zeit der Zurückhaltung bei Farben ist definitiv vorbei. Die Welt wird wieder bunter, und es wird zudem unbekümmert gemixt. Hersteller wie Moroso (Abb. 3a) kombinieren teils mehrere Farben und Stoffe in einem Möbelstück. In der Praxis lassen sich Farben natürlich vielseitig verwenden. Vor allem in der Wandgestaltung bieten sie sich an. Gemusterte Tapeten aller Couleur erleben hier eine deutliche Renaissance, auch in ganz neuen Bereichen. So stellt die italienische Firma Wall & Deco auch wasserfeste Tapeten für Nassbereiche oder Behandlungszimmer her. In Warte­zonen lassen sich Farben natürlich aber auch sehr gut in Form von Teppichen oder Vorhängen sowie als ausdruckstarker Farbkontrast auf Stühlen einsetzen. Pedrali beispielweise zeigt in diesem Jahr eine Neuauflage der legendären italienischen Spaghetti-Stühle in Farben wie Meeresblau und Koralle sowie Flamingorosé – mixen erlaubt (Abb. 3b und c).

Trend 3:

Metallische Oberflächen

Glänzend kupferne Oberflächen waren in den letzten Jahren sehr angesagt. Sie werden nun abgelöst von matten Messsingoberflächen, die nicht nur bei Leuchten, sondern auch als Tischbeine, Stuhlbeine oder Tischchen Verwendung finden (Abb. 4a und b). Das matte Gold wird gerne mit Farben wie Violett oder Smaragdgrün kombiniert und wirkt dadurch nicht protzig, sondern sehr edel. Anklänge an die amerika­nischen Villen der 1960er- und 1970er-Jahre sind gewollt. Zudem fanden sich auf der Messe viele Stühle in glänzender Metalloptik: VITRA präsentierte den Panton Chair zum ersten Mal in Chrom, bei Kartell gab es sehr viele Modelle in Gold zu sehen und auch bei EDRA glitzerten die Stühle in metallisch anmutenden Kunststoffen (Abb. 4c). Auch bei Tischchen war vieles mit metallischen Oberflächen zu sehen. In der Praxis einsetzen lässt sich dieser Trend natürlich bei Leuchten, aber auch bei Besucherstühlen oder Tischchen sowie Accessoires in Warte­bereichen.

Trend 4:

Dunkles Holz, tiefes Schwarz, Naturstein und getönte Spiegel

Statt heller und fast weißer Töne setzen die großen italienischen Edelmarken heute ganz klar auf dunkle Hölzer. Ob bei Poliform (Abb. 5a–c) , Minotti oder Poltrona Frau im Möbelbereich, Varenna oder Boffi in der Sektion der Küchen – überall finden sich dunkle Möbel mit äußerst aufwendigen Details aus Naturstein, Leder und hochwertigen Lackoberflächen. Auch getönte Spiegel sind jetzt wieder da. Diesem Trend lässt sich in Praxen bei allen Schrank- und Kasten­möbeln im Empfangsbereich, aber auch in den Behandlungszimmern folgen. Denn innovative, äußerst unempfindliche Materialien in perfekter „natürlicher“ Optik ermöglichen es, Möbel mit edlem Natursteinlook zu entwerfen und zu bauen, die von echtem Naturstein kaum unterscheidbar sind. Zudem gibt es auch neue Materialien für Tischplatten, die selbst in Schwarz vollkommen unempfindlich gegen Fingerspuren sind und Kratzer per Schmutzradierer verschwinden lassen. Sie eignen sich beispielsweise hervorragend auch für Social Tables in Sozialräumen.

Fazit zur Mailänder Möbelmesse

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Zeiten völlig „cleaner“ und neutraler Interiors vorbei zu sein scheinen. So sehen es alle wichtigen Hersteller in Mailand, und ich bin sicher, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren auch überall durchsetzen wird. Vielleicht ist es ja einfach die Lust, wieder individueller zu sein und sich damit auch für andere unterscheidbarer zu machen. Kein schlechter Ansatz jedenfalls, gerade auch bei der Planung von Praxen.

Der Artikel ist im ZWP spezial erschienen.

Foto: Rudi Kassel
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