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Abrechnung 19.08.2013

Betreuung von Implantat­patienten

Bianca Beck
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Betreuung von Implantat­patienten

Teil 1: Planung und Initialphase

Für eine erfolgreiche Implantation ist eine gut durchdachte Planung unerlässlich. Vor allem die Aufklärung und Einbeziehung des Patienten gilt es hier zu beachten. Ebenso bedeutend ist die Vorbereitung der Mundgesundheit des Patienten auf die Operation. Diese muss in einem einwandfreien Zustand sein und sollte vor dem Termin gründlich und regelmäßig untersucht werden. Des Weiteren wird von Beginn an eine klare Struktur in den Ablauf der Implantation gebracht, welche nicht nur gut für den Patienten, sondern auch für das Praxispersonal ist.

Planung

Zu Beginn eine Implantation steht die Diagnostik. Denn tritt ein Patient mit dem Wunsch nach einem Implantat an seinen Zahnarzt heran, muss zuerst das Zahnfundament auf seine Beschaffenheit untersucht werden. Diese Untersuchung beinhaltet die Bestimmung des Knochenangebots mittels Panoramaschichtaufnahmen. Dies erfolgt durch den Einsatz von Röntgengeräten. Um sich ein besseres Bild der Knochenstruktur zu machen, empfiehlt es sich weiterhin, in bestimmten Fällen auch eine dreidimensionale Darstellung des Kieferknochens über eine dentale Volumentomografie zu erstellen. Hier gilt es allerdings, den erhöhten Kostenaufwand zu berücksichtigen. Im Vordergrund bei der Vorbereitung der Implantation steht nicht nur das Implantat, sondern vor allem die postoperative Nachsorge. Diese sichert nämlich den langfristigen Erfolg, welcher bei einer Haltbarkeit des Implantats von bis zu 20 Jahren liegen kann. Um eine effektive Implantatreinigung zu bewerkstelligen, ist die richtige Platzierung von diesem entscheidend. Dabei spielt das Niveau der Implantatsschulter zur Gingiva sowie die entsprechende Approximalgestaltung eine wichtige Rolle. Hierbei gilt es, dem Zahntechniker dementsprechend eindeutige Anweisungen zu geben. Des Weiteren gilt es während der Planung auch die Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen bezüglich der Implantation zu erfragen und zu thematisieren. Diese Einbeziehung ist unter anderem wichtig, um die Motivation zu sichern. Die Diagnostik ist die erste Voraussetzung für die Implantation, ohne die eine weitere Planung nicht möglich ist.


Initialphase

Nachdem alle notwendigen Informationen über Knochenquantität und Knochenaufbau eingeholt wurden, beginnt die Vorbereitung. Die sogenannte Initialtherapie beinhaltet optimaler Weise insgesamt drei Sitzungen. Die erste hiervon sechs Wochen vor dem Operationstermin, die zweite zwei Wochen nach der ersten und die letzte wiederum direkt zwei Wochen vor der Implantation. Während dieser Initialphase liegt eine besondere Priorität auf der Mundgesundheit, deren tadelloser Zustand unbedingte Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantation und auch Nachsorge ist. Um diese zu gewährleisten, wird zum einen das Putzverhalten des Patienten erfragt und analysiert. Dies hilft eventuelle Defizite aufzudecken und die heimische Mundhygiene zu verbessern. Entsprechende Putztechniken sollten nach Bedarf auch gemeinsam mit dem Patienten geübt werden. Die Untersuchung der Mundgesundheit erfolgt aber vor allem durch die Erhebung der Plaque- und Blutungsindizes. Hierbei werden empfindliche Entzündungspunkte, welche mittels der professionellen Zahnreinigung behoben werden können, ermittelt. Die professionelle Zahnreinigung ist weiterhin Bestandteil aller vorbereitenden Sitzungen, da nur sie die Entfernung von weichen Belägen gewährleistet, welche wiederum die spätere Einheilphase behindern können. Ferner spielt die Motivation und Instruktion des Patienten eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung. Denn eine Erhaltung der Mundhygiene vor, während und nach dem Eingriff hängt im entscheidenden Maße von dessen Compliance ab. Dass seine Mitarbeit unerlässlich ist, sollte dem Patienten aber auch schon bei Planung des Implantats deutlich vermittelt werden. Zum einen erfolgt die oben genannte Mundhygieneeinweisung, weiterhin soll das Zahnbewusstsein des Patienten geschärft werden. Ein weiterer Bestandteil der Vorbereitung ist die Anamnese, welche unter anderem Aufschluss über Risikofaktoren und Kontraindikationen wie Parodontitis und parafunktionelle Störungen sowie über  allgemeinmedizinische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Wundheilstörungen und auch psychologische Störungen geben sollte. Entscheidend ist, dass schon bei der Vorbereitung ein professionelles und auf den Patienten abgestimmtes Prophylaxekonzept erarbeitet wird. Hierzu gehört die beschriebene Initialtherapie genauso wie die spätere Nachsorge und der anschließende Recall. Der Grundsatz „Früher schon an später denken“ gibt nicht nur dem Praxispersonal Sicherheit, sondern vermittelt auch dem Patienten in guten Händen zu sein, was wieder­um die Motivation fördert. Klare Strukturen sind ein wichtiger Bestandteil des Erfolges und sollten daher auch befolgt werden.

In der nächsten Ausgabe lesen Sie Teil 2 zum operativen Vorgehen und der Einheilphase. Teil 3 beschäftigt sich mit dem Thema der Nachsorge bei Implantatpatienten.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com
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