Anzeige
Businessnews 30.04.2018

Dentalpharmazeutischer Global Player mit Profil

Dentalpharmazeutischer Global Player mit Profil

Seit seiner Gründung 1932 entwickelt, produziert und vertreibt das familiengeführte Unternehmen Septodont ein breites Sortiment pharmazeutischer Dentalprodukte. Als Weltmarktführer für Lokalanästhetika werden jedes Jahr ca. 500 Millionen Dentalinjektionen mit den Anästhetika von Septodont durchgeführt. Über Meilensteine, die aktuelle Situation und Zukunftsaussichten des Niederkasseler Unternehmens informieren Geschäftsführer Axel Reimann und Sandra von Schmudde, Marketing Managerin DACH, im Interview mit Jürgen Isbaner, Chefredakteur und Mitglied des Vorstandes der OEMUS MEDIA AG.

Seit über 85 Jahren besteht das Familienunternehmen Septodont. Welche Meilensteine würden Sie hervorheben?

Axel Reimann: Richtig, wir blicken auf eine lange Tradition zurück. Septodont wurde 1932 von den Großeltern des jetzigen CEOs Olivier Schiller gegründet. Einen Meilenstein begründen die in den 1950er-Jahren entwickelten Produkte Endomethasone N, Alveogyl und Racestyptine, die heute noch in vielen Zahnarztpraxen verwendet werden. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Investition in die Lokalanästhetika-Produktion. Frühzeitig wurde die herausragende Wirkung und Verträglichkeit des Wirkstoffs Articain erkannt. Alleine in Deutschland werden heute deutlich mehr als 95 Prozent aller Lokalanästhesien mit Articain gesetzt. Die Entscheidung, Lokalanästhetika mit Articain auch in den USA durch die Food and Drug Administration zuzulassen, war für ein mittelständisches Unternehmen wie Septodont letztendlich eine große Herausforderung. Alleine die Kosten für klinische Untersuchungen und Zulassungen lagen bei mehr als zehn Millionen Dollar. Keiner der Big Player der klassischen Pharmaindustrie hat dieses Zulassungsverfahren angestrebt. Heutzutage produziert Septodont jährlich über 500 Millionen Zylinderampullen mit hohem Qualitätsanspruch. Der Herstellungsprozess schließt beispielsweise die sogenannte terminale Sterilisation der Zylinderampulle ein, damit erfüllen wir die höchsten Sterilisationsanforderungen der Gesundheitsbehörden.

Die Septodont GmbH ist verantwortlich für die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wie sind Sie beispielsweise im Schweizer Markt aufgestellt?

Axel Reimann: Grundsätzlich vertreiben wir unsere Produkte über den dentalen Großhandel. Die Schweiz zeichnet sich hinsichtlich der Distribution und Zulassung unserer Produkte durch eine Besonderheit aus. Medizinprodukte werden von uns direkt an die Schweizer Dentaldepots geliefert, für die dentalen Arzneimittel hingegen gibt es seitens der Swissmedic besondere Anforderungen. Deshalb hat Septodont seinerzeit mit der Dr. Wild & Co. AG eine exklusive Vereinbarung geschlossen, bei der Dr. Wild Zulassungsinhaber und Distributor war. 2017 entschied sich Dr. Wild für eine neue strategische Unternehmensausrichtung, sodass die Suche nach einem neuen Zulassungsinhaber – dem sogenannten Marketing Authorisation Holder – erforderlich war. Zulassungsinhaber ist jetzt die Materia Medica Maibach AG. Für die Zahnärzte ändert sich nichts, die Lokalanästhetika sind selbstverständlich weiterhin über die Dentaldepots verfügbar.

Sie sind dieses Jahr auf mehreren Dentalausstellungen vertreten. Was sind die Beweggründe?

Sandra von Schmudde: Wir wollen einfach Flagge zeigen. Septodont entwickelt, produziert und vertreibt seine Produkte, doch häufig verwenden Zahnärzte unsere Produkte, ohne diese Septodont zuzuordnen. Für uns ein Grund mehr, die Marke zu stärken. Wir wollen den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden ausbauen, Zahnärzten somit mehr Beratung bieten und auch deren zukünftige Bedürfnisse in unsere Entwicklungen einfließen lassen.

Stichwort Entwicklungen: Welche Strategie verfolgt Septodont in den kommenden Monaten und welche Produkte bieten Sie dem Anwender?

Sandra von Schmudde: Unsere Kernkompetenz liegt ganz klar im Bereich „Pain Management“. Von 2014 bis 2016 wurde eine neue Produktionsanlage für Lokalanästhetika in der Nähe von Paris errichtet und dafür fast 26 Millionen Euro investiert. Als eine der modernsten Anlagen weltweit weist sie Reinräume mit speziellen Luftbehandlungssystemen sowie neue Produktionstanks und eine Hochgeschwindigkeitsabfülllinie für Zylinderampullen auf. Somit werden weiterhin höchste Qualität und Sterilität der Produkte unter Einhaltung neuer pharmazeutischer Standards gewährleistet.

Im Trend liegen biokompatible und regenerative Materialien für die Zahnerhaltung. Unser Forschungsteam ist da sehr engagiert. In der Endodontie ist Septodont bereits mit Produkten weltweit etabliert, und mit Biodentine™ liefern wir eine maßgebende Lösung für die Vitalerhaltung der Pulpa – auch ein wichtiger Meilenstein. Es ist ein in vollem Umfang biokompatibles mineralisches Dentinersatzmaterial für eine bakteriendichte Versiegelung. Das Besondere an diesem Material: Es fördert die Remineralisation des Dentins, erhält die Vitalität der Pulpa und fördert ihre Heilung. Studien belegen, dass Biodentine™ die geringste Zytotoxizität im Vergleich zu konventionellen Materialien aufweist. Mehr Biokompatibilität geht nicht. Man kann also durchaus von einer Lebensversicherung für die Pulpa sprechen.

Der logische Folgeschritt war, auf Basis der bei Biodentine™ angewendeten „Active Biosilicate Technology“ ein Wurzelkanalfüllungsmaterial zu entwickeln – BioRoot RCS.

Frau von Schmudde, Herr Reimann, vielen Dank für das Gespräch.

Foto: OEMUS MEDIA AG
Mehr
Mehr News aus Businessnews

ePaper

Anzeige