Anzeige
Businessnews 08.08.2019

Indikationsvielfalt für Kieferorthopädie und Prothetik

Carolin Gersin
E-Mail:
Indikationsvielfalt für Kieferorthopädie und Prothetik

Die generative Fertigung in Dentallabor und -praxis entwickelt sich weiterhin rasant. SCHEU-DENTAL spielt mittlerweile als Systemanbieter für den medizinischen 3D-Druck eine wesentliche Rolle auf dem Markt. Christian Scheu, Geschäftsführer SCHEU-DENTAL, und Martin Göllner, Verkaufsleiter SCHEU-DENTAL, im Interview.

Mit dem IMPRIMO® System haben Sie ein „Alles aus einer Hand-Konzept“ geschaffen und sind nun dabei, die Peripherie weiterzuentwickeln. Die Frage ist, wie verfolgen Sie dies?

Christian Scheu: Wir tun das im Rahmen unseres Unternehmensnetzwerkes zusammen mit pro3dure. Die Technologiefirma hat sich auf die Entwicklung von Materialien für den digitalen Workflow spezialisiert, insbesondere auf 3D-Druckerharze für die Medizintechnik. Das Joint Venture soll die Kompetenz und Wertschöpfung im stark wachsenden Bereich der additiven Fertigung von Medizinprodukten stärken.

Welches Material ist die neueste Innovation aus Ihrem Hause?

Martin Göllner: Es ist faszinierend, zu beobachten, wie rasend schnell neue Hochleistungskunststoffe auf den Markt kommen und welche Möglichkeiten daraus entstehen. Unser neues blutkompatibles Material IMPRIMO® LC MJF zum Beispiel ist weltweit einzigartig. Es kommt etwa für kieferorthopädische Apparaturen zum Einsatz, um Lippen- Kiefer-Gaumen-Spalten zu behandeln. Durch die Blutkompatibilität werden sich in Zukunft noch eine Reihe weiterer Anwendungen im Operationssaal erschließen.

Neben der Erweiterung der Materialvielfalt vergrößert sich das Indikationsspektrum auch durch die breitere Farbpalette. Welche Vorteile bieten unterschiedliche Farben?

Martin Göllner: Das Modellmaterial zum Beispiel bieten wir neben Ivory auch in Beige und Grau an. Je dunkler die Oberflächen, desto besser lassen sich Approximalkonturen und Präparationslinien erkennen. Für die Keramikschichtung ist das beigefarbene Modellharz prädestiniert. Zur realistischen Darstellung des Gingivasaumes bei der Kronen- und Brückengestaltung sowie in Kombination mit Implantaten ist IMPRIMO® LC Gingiva geeignet.

Was sind die Besonderheiten Ihres Sortiments?

Martin Göllner: Bei der kontinuierlichen Erweiterung des Materialsortiments achten wir auf die höchstmögliche Biokompatibilität der Produkte. Alle 3D-Druckkunststoffe, die wir anbieten, haben die Anforderungen zur Erfüllung der entsprechenden ISO- und DIN-Normen, insbesondere hinsichtlich der Toxizitätstests, mit Bravur bestanden, wie sogar in Studien des MIT, Massachusetts Institute of Technology, bestätigt wurde.

Des Weiteren sprechen die Materialeigenschaften für sich. IMPRIMO® LC Splint weist eine in der Materialklasse außergewöhnlich hohe Dehnung aus. Das ermöglicht einen sicheren Einsatz von beispielsweise Sleeves in Bohrschablonen. Durch die hohe UV-Stabilität dunkelt das Material nicht nach und gewährleistet dadurch eine entsprechende Operationskontrolle bei komplexen Implantatplanungen. Das Material zur Herstellung individueller Abformlöffel lässt aufgrund seiner chemischen Reaktivität und seines hohen Green Flex Modus effiziente Build styles mit hohen Schichtstärken zu. Bei der generativen Anfertigung von Gussobjekten profitiert der Anwender von der hohen Stabilität des Materials während des Baus. So lassen sich feinste Details drucken und verformen sich nicht während der Herstellung.

Welches Material empfehlen Sie im Bereich Prothetik?

Martin Göllner: Zur Prüfung der Okklusion und Ästhetik steht das Basismaterial IMPRIMO® LC Try-In für die Funktionseinproben von digital gefertigten Prothesenbasen zur Wahl. Im Vergleich zu traditionell verwendeten PMMA-basierten Materialien weisen Prothesenbasen, die mit IMPRIMO® LC Denture gedruckt wurden, einen geringen Schrumpf aus und sind dadurch sehr passgenau. Die perfekte Ergänzung für das Prothesenmaterial ist IMPRIMO® LC Temp für temporäre Versorgungen. Es ist prädestiniert für den Einsatz im Frontzahnbereich. Das höher gefüllte Druckerharz (40 %) IMPRIMO® LC Temp lt erfüllt sogar die ISO-Norm 4049 für definitive Restaurationen und eignet sich neben dem Frontzahn- auch für den Seitenzahnbereich. Hier stehen die Zahnfarben VITA classical A1, A2, A3 zur Verfügung. Transfermasken, die aus IMPRIMO® LC IBT hergestellt wurden, weisen vergleichsweise eine hohe Biokompatibilität und Reißfestigkeit aus.

Vielen Dank für das Gespräch.

Foto: SCHEU-DENTAL

Mehr News aus Businessnews

ePaper

Anzeige