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Praxismanagement 29.12.2020

Wie passt das zusammen? Zähne, Yoga und Ayurveda

Wie passt das zusammen? Zähne, Yoga und Ayurveda

Eine junge Zahnärztin aus Hannover zeigt, wie man Zahnmedizin in ein ganzheitliches Heilsystem professionell integrieren und damit Kollegen wie Patienten begeistern kann.

Eine zugängliche und patientenorientierte Zahnmedizin lebt von den Ideen und Impulsen ihrer Spezialisten. Dafür ist die junge Zahnärztin Sarah Hinrichs ein wunderbares Beispiel. Sie bringt ihre Leidenschaft und Kompetenz für Yoga und Ayurveda gezielt in ihren Beruf ein und lässt so ihre Kollegen wie Patienten an den Vorteilen einer bewussten Entlastung und Entspannung von Körper und Geist teilhaben. Gerade Patienten mit craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) profitieren nachhaltig von den Ergänzungen verschiedener Bewegungs- und Heildisziplinen.

Frau Hinrichs, Sie sind leidenschaftliche „Yoganerin“ und zertifizierte Yogalehrerin – was hat Ihre Yoga-Begeisterung ausgelöst?

Ich habe schon immer viel Sport als Ausgleich zum Beruf gemacht, bin laufen, schwimmen und ins Fitnessstudio gegangen. Vor knapp drei Jahren habe ich begonnen, Yoga zu Hause zu praktizieren, nur für mich allein, mit Anleitungsvideos und Fachbüchern. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich damit intensiver beschäftigen wollte. Deshalb habe ich dann Anfang dieses Jahres eine dreiwöchige Yoga-Ausbildung auf Bali absolviert. Das war eine tolle und intensive Erfahrung, Yoga dort zu vertiefen, wo es seinen Ursprung hat. Seitdem bin ich zertifizierte Yoga-Lehrerin und bastle an einer Möglichkeit, Yoga und andere Interessen und Kompetenzen von mir mit meinem Verständnis und der Praxis der Zahnmedizin zu verbinden.

Sie gehören seit 2016 zum Team der Praxis PODBI344 in Hannover und bringen Ihre Yoga-Kenntnisse ganz bewusst in die Praxis ein. Wie genau muss man sich das vorstellen?

Zum einen biete ich Yoga-Kurse für meine Kolleginnen und Kollegen an. Immer sonntags nach der Arbeit – unsere Praxis hat auch am Wochenende geöffnet – machen wir die Räumlichkeiten frei und ich unterrichte das Praxisteam. Das kommt sehr gut an und ist auch eine schöne Gemeinschaftsübung. Zum anderen setze ich meine Yoga-Kenntnisse in der Behandlung von CMD-Patienten ein, da diese Patientengruppe in besonderer Weise von Yoga profitieren kann.

CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, wobei „cranio“ für den Schädel, „mandibulär“ für den Kiefer und „Dysfunktion“ für die Störung zwischen Schädel, Kiefer und der Muskulatur stehen. Für eine CMD gibt es viele Ursachen – das bekannte Zähneknirschen ist nur eine davon. Teilweise pressen die Betroffenen die Zähne mit bis zu 500 kg zusammen. Die daraus entstehenden Kieferprobleme können, neben der klassischen Schienentherapie, mithilfe von Yoga behandelt werden. Dabei werden Beschwerden der ganzen Muskulatur im Körper adressiert, nicht nur im Kiefer.

Welche konkrete Yoga-Übung eignet sich bei Kieferproblemen?

Wir wissen, dass sich Beschwerden nicht nur dort zeigen, wo das Problem liegt. Schmerzen in der Lendenwirbelsäule können zu Problemen des Kieferbereichs führen – und umgekehrt. Mit Yoga schaffen wir uns eine flexible Wirbelsäule und einen starken Bewegungsapparat. Symptome einer Funktionsstörung lassen sich so lindern – oder sogar verhindern. Eine Übung, die ich gerne empfehle, beginnt mit dem Ertasten des Kaumuskels mit der Fingerbeere. Das ist die Erhebung, die man spürt, wenn man die Zähne zusammenbeißt. Hier sollte man nach verhärteten Stellen suchen und diese für 15 Sekunden halten. Das kann vier- oder fünfmal wiederholt werden. Dadurch entspannt sich der Muskel und wird besser durchblutet.

Sie erwähnten noch andere Interessen, die Sie neben dem Yoga in Ihre Behandlung einfließen lassen möchten – Welche sind das?

Neben meiner Yoga-Ausbildung habe ich auch ein Fernstudium zur Ayurveda-Gesundheitsberaterin absolviert. Ayurveda ist eine tradi tionelle indische Heilkunst, die, vereinfacht gesagt, die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Das erfolgt besonders über eine aus gewogene, gesunde Ernährung. Da mit binde ich neben dem Yoga auch noch das Thema Ernährung sehr stark in meine Praxis mit ein. Letztlich ist es mein Ziel und meine Vision, Patienten eine ganzheitliche Behandlung an bieten zu können, die Körper und Seele in der Diagnostik und Therapie berücksichtigen. Dafür möchte ich ein vielseitiges Coaching-Programm entwerfen, das sowohl in der Praxis vor Ort, aber durchaus auch als Online-Angebot funktioniert.

Sie bieten unter www.balanceyoursmile.de einen Blog mit Posts für ein gesundes und glückliches Leben an. Welche Bedarfe bedient der Blog? Ich habe meinen Blog „Balance your smile“ genannt, um den Bogen weit zu spannen – denn um ein Gleichgewicht in unserem Lächeln zu erreichen, brauchen wir einen gesunden Mund, Körper und Geist und dazu verhelfen uns, neben zahnmedizinischen Aspekten, Bewegungs-, Ernährungsund Meditationslehren. Auch das Thema Parodontitis und die Frage, was kann ich als Patient zusätzlich zur PZR tun, wird hierbei beleuchtet.

Das Interview ist in dentalfresh erschienen.

Foto Teaserbild: privat

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