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Laserzahnmedizin 28.02.2011

Der sinnvolle Einsatz des Lasers in der Implantologie

Der sinnvolle Einsatz des Lasers in der Implantologie

Die zeitgemäße Implantologie kommt ohne den Einsatz von Lasern nicht aus. Durch das Vorhandensein von vielen unterschiedlichen Lasersystemen und Wellenlängen bleibt dem Behandler kaum ein Wunsch unerfüllt. Was sind denn aber die klassischen und häufigsten Indikationen? Und vor allem, wo macht es wirklich Sinn sich mit Lasern in der Implantologie auseinander zu setzen? Dies wird im folgenden Artikel anhand von Indikationsbeispielen erörtert.

Laser in der Zahnheilkunde sind nichts Neues. Der sinnvolle Umgang mit diesen wird sicherlich am Beispiel der klassischen Exzision deutlich. Der frühere Einsatz von Skalpell oder Elektrotom war immer gleichzusetzen mit Wundschmerz und traumatischen Ereignissen. In Abbildung 1 wird deutlich, mit welcher Eleganz und Leichtigkeit man heutzutage Gewebe schonend entfernen kann. Wie in diesem Fall zu sehen, waren massive Pseudotaschen bei dem 16-jährigen Patienten vorhanden. Nach exaktem Ausmessen und vor allem Anzeichnen des Taschenverlaufes wurde die überschießende Gingiva entfernt. Dass man in einigen Fällen dies sogar ohne Lokalanästhesie bewerkstelligen kann, soll nur am Rande Erwähnung finden.
Wesentlich ist nur das Endergebnis (Abb. 2), welches nach nur fünf Minuten eine enorme ästhetische Verbesserung der Situation im Frontzahnbereich herbeiführte. In diesem Zusammenhang sei auf die korrekten Proportionen im Frontzahnbereich hingewiesen, die durch diesen Eingriff sehr effektiv und einfach herbeigeführt werden konnten. Will man diese Fähigkeiten der Laser in die Implantologie übertragen, kommt man unweigerlich zum Thema Implantatfreilegung.

 

 

Schwer kann man Patienten davon überzeugen, sich nach einer erfolgten Implantation ein weiteres Mal unters Messer zu legen. Kaum einer möchte mehrfach operiert werden. Wenn es also um das reine Entfernen von Gewebe über einem Implantat geht, so liegt der Einsatz des Lasers hier nahe. Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, erfolgte die Freilegung nach erfolgter Einheilung der Implantate mit dem Laser (Er,Cr:YSGG). Zu sehen ist die Halbmond-Untertunnelungstechnik, die es ermöglicht, keratinisierte Gingiva zu erhalten und nach vestibulär zu pushen. Nach dem Einsetzen der Abdruckpfosten ist die prothetische Versorgung ohne Verzögerung sofort möglich, da ein Ausheilen der Wunde sehr schnell erfolgt. Dies ist ein weiterer Vorteil der Laserfreilegung im Gegensatz zu der traditionellen chirurgischen Freilegung. Ein klassisches Problem und sicherlich auch ein wichtiges Einsatzgebiet der Laser ist die Implantatprothetik. Wer hat es nicht schon erlebt, dass ein Sulkusformer (Einheilkäppchen) nicht korrekt eingeschraubt war oder sich womöglich während der Tragezeit gelöst hat. Das natürliche Einwachsen von Gingiva ist die Folge, mit nicht ganz unerheblichen Tücken. Natürlich kann man dieses Gewebe nicht in den internen Verbindungen der Implantate belassen. Die unterschiedlichsten Gründe sprechen dagegen (Passung, bakterielle Besiedlung etc.).

 

 

Wie aber bekommt man das Weichgewebe wieder heraus, ohne die zarten umliegenden Gingivastrukturen zu zerstören? Die richtige Wellenlänge vorausgesetzt und nicht zu viel Leistung einsetzend, ist dies eine dankbare Aufgabe für den Laser. In kürzester Zeit hat man alle Weichgewebsanteile schonend entfernt, ohne das Implantat oder umliegendes Gewebe geschädigt zu haben (Abb. 4). Ein problemloses Einsetzen der Suprakonstruktion ist so schnell möglich, ohne das Weichgewebe einzuquetschen. Der in diesem Fall eingesetzte, individuell gefräste Steg war im Vorfeld nicht in die endgültige Position gegangen, auf Grund von dazwischen liegender Gingiva. Und selbstverständlich darf in diesem Zusammenhang die Periimplantitistherapie nicht unerwähnt bleiben. Jeder hat Angst davor, aber nur die Wenigsten wissen um die korrekte Behandlung, wenn es denn einmal passiert ist. Dabei ist die Therapie relativ einfach. Wie in Abbildung 5 zu sehen ist, stellte sich der Patient in unserer Praxis vor mit unerklärlichen Beschwerden am zwei Jahre alten Straumann Implantat Regio 36. Schnell wurde die Diagnose (Periimplantitis) und das Ausmaß klar. Das klassische Aufklappen des MPL machte den gesamten Defekt deutlich (Abb. 6). Nach vorsichtiger Kürettage erfolgte die komplette Reinigung mit einem Laser (Er,Cr:YSGG). Der Vorteil liegt auf der Hand. Vor allem zwischen den Gewindegängen und in der Tiefe spielt der Laser seine Vorzüge klar aus. Nur mit einem Laser können wir absolut sicher sein, dass jegliches Entzündungsgewebe entfernt werden kann, bevor man mit einem eventuellen Knochenaufbau startet. Belässt man Reste in situ, so wird sich die Periimplantitis rasch wieder einstellen. Mit keiner maschinellen Methode kann man also dies erreichen (Abb. 7). Vor allem die Zeitersparnis und der Sicherheitsaspekt sind hier hervorzuheben. Bei vorsichtigem Umgang mit nicht zu hohen Watt-Einstellwerten kann man im Übrigen eine iatrogene Verletzung der Implantatoberfläche vermeiden.

 

Fazit

Die hier aufgeführten Beispiele sind aus dem Leben gegriffen. Es handelt sich aber keinesfalls um eine vollständige Indikationsliste. Indikationen wie Vestibulumplastiken, Knochenbearbeitung etc. sind ein weiterer Bestandteil der möglichen kontemporären Laserindikationen. Allerdings sind diese weit weniger häufig als die im Artikel dargestellten Indikationen. Eine Häufung solcher Indikationen in einer Praxis erfordert unserer Meinung nach zwangsweise den Einsatz eines Lasers. Vor allem wer viel implantiert oder mehr implantieren möchte, wird sich früher oder später über die Anschaffung und Benutzung eines Lasers Gedanken machen müssen. Warum soll man sich das Leben unnötig schwer machen?

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