Laserzahnmedizin 06.01.2015

CAD/CAM-Technologie: Lasereinsatz als therapieentscheidender Faktor

CAD/CAM-Technologie: Lasereinsatz als therapieentscheidender Faktor

Der Einsatz der CAD/CAM-Technologie findet immer mehr Anwender und überzeugt Arzt und Patient durch seine Effizienz. Durch den Wegfall der meist ungeliebten Abformung und Anfertigung sowie den Einsatz einer Versorgung innerhalb weniger Stunden ist die Entwicklung hin zur CAD/CAM-Methodik nicht mehr aufzuhalten. Darüber hinaus lässt es eine Einzelzahnversorgung oder eine Inlayversorgung sowohl für den Patienten als auch für den Zahnarzt wieder wirtschaftlich erscheinen.

Die Bearbeitung der Pfeiler für Kronen, Brücken und Inlays sowie für weitere Versorgungsformen benötigt oftmals eine subgingivale Präparation, welche eine Sulkusblutung oft unabdingbar macht. Diese Blutungen sind häufig durch konventionelle Methoden wie Hämostasepasten und Anwendung von H2O2 nur unzureichend oder mit viel Zeit zu behandeln. Das Konzept und die Vorteile einer Behandlung mit der CAD/CAM-Technologie sind somit durch das zeitintensive Blutungsmanagement verspielt. Durch die bekannte Methode der Verwendung von Retraktionsfäden, welche langfristig zu Rezessionen der Gingiva führen können, werden trotz geübter Applikation die so wichtigen Parodontalfasern teilweise oder im ungünstigsten Fall komplett beschädigt. Die sogenannte Rot-Weiß-Ästhetik kann nachhaltig beeinträchtigt werden, sodass das Gesamtergebnis unbefriedigend verlaufen kann.

Für ein funktionelles sowie ästhetisches Ergebnis muss eine Blutstillung nachhaltig, sicher und in einem angemessenen Zeitrahmen erfolgen können. Hierzu ist der Einsatz eines Lasersystems der entscheidende Faktor. Als Anwender eines 970-nm-Lasers der Firma Sirona (Bensheim) und als Early Developer des CEREC 3-DOmnicam-Systems mit der dazugehörigen Schleifeinheit MC XL wird z. B. die Einzelkrone von der Präparation bis zum definitiven Einfügen innerhalb von zwei bis zweieinhalb Stunden angeboten und durchgeführt. Der Laser übernimmt in dieser Behandlungskaskade die Sicherung des Therapieerfolges durch die effiziente sowie schnelle Bearbeitung von Sulkus und Gingivahämorrhagien.

 

 

Fallbericht

Die Patientin stellte sich in unserer Praxis mit dem Wunsch einer neuen „ästhetischeren“ Versorgung des Zahnes 22 vor (Abb. 1). Vor der Behandlung wurde zur Planung ein Situationsmodell angefertigt (Abb. 2). Die röntgenologische Dokumentation erfolgte durch ein Einzelbild. Dieses zeigte einen wurzelgefüllten und mit einem Stift versorgten Zahn 22 (Abb. 3), wobei die Insuffizienz der circa zwölf Jahre alten Versorgung sich auf die Sekundärkaries an der Präparationsgrenze beschränkte. Da bei der Patientin keine anamnestischen Besonderheiten vorlagen, wurde das Präparat Ultracain D-S 1 : 200.000 (Sanofi-Aventis, Frankfurt am Main) verwendet und insgesamt 0,60 ml infiltriert. Diese relativ geringe Menge reicht in diesem Fall aus, um die Thermik des Lasers und die damit einhergehende Schmerzempfindung zu kompensieren. Nach der Entfernung der Krone (Abb. 4) und Exkavation der Sekundärkaries entstand ein komplizierter subgingivaler Verlauf des Präparationsrandes.

Einsatz des Diodenlasers

Da bereits einige Tage vorher nach einer präoperativen Aufklärung eine Einverständniserklärung erfolgt ist, wurde nach Einhaltung aller Lasersicherheitsparameter (Brillen, Kennzeichnung des Eingriffsraumes von außen mit Lampe und Warnschild; Abb. 5) der 970-nm-Diodenlaser der Klasse IV SIROLaser Advanced der Firma Sirona (Bensheim) mit der Software 2.0.6 zur Bearbeitung der neuen gingivalen Situation und der Gingivalblutung eingesetzt. Unter dem Menüpunkt „Gingivektomie“ wurde die Einstellung von 3W im Dauerrichtmodus (CW) und einem daraus resultierenden Tastverhältnis von 100 Prozent eingestellt. Das Arbeitshandstück wurde mit einer 200 μm (Kerndurchmesser) Faser und einer Aktivierung über den Fingerschalter verwendet.

Bearbeitung des Sulkus

Die 200-μm-Laserspitze wurde aus dem Schaft gedrückt und dadurch etwas verlängert eingesetzt, um bei der Führung durch den Sulkus ein besseres taktiles Gefühl zu gewährleisten und um durch den größeren Abstand zum Eingriffsgebiet eine bessere Übersicht zu haben. Der Sulkus wurde mit der Laserspitze mit streichenden Bewegungen am Gingivarand zirkulär bearbeitet (Abb. 6), wobei zwischendurch die Carbonisierungsrückstände auf der Laserspitze entfernt wurden. In einem Zeitraum von 60 Sekunden ist der Sulkus zur optischen Aufnahme mit der Omnicam vorbereitet, welche im direkten Anschluss durchgeführt wurde (Abb. 7). Bei geübter und korrekter Anwendung des Lasers kann man kleine Carbonisierungsrückstände im Sulkus mit entfernen, damit diese nicht optisch erfasst werden können. Das ist wichtig, da man durch erneute Anwendung von in H2O2-getränktenWattepalletts kleinere Blutungen im Sulkus auslösen könnte.

Eingliederung der Krone

Die Krone wurde aus dem Keramikblock IPS e.max CAD der Firma Ivoclar Vivadent und in der Schleifeinheit CEREC MC XL, die wir in unserer Praxis verwenden, gefertigt und im Kristallisationsofen nach dem Bemalen fertiggestellt (Abb. 8). Das Eingliedern der Krone erfolgte in der gleichen Sitzung (Abb. 9). Durch die Transluzenz der Lithiumdisilikat-Glaskeramik (LS2) und obwohl der LT (low translucent) Block ausgewählt wurde, um den durch die alte Stiftversorgung grau gewordenen Stumpf zu bedecken, musste ein opakes Einsatzmaterial gewählt werden, um die Grauwerte des Stumpfes komplett zu kompensieren. Das Entfernen der Stiftver sorgung und Einsetzen eines Glasfaserstiftes und dem damit einhergehenden Bleichen des Stumpfes wurde aus Risikogründen, wie z. B. der Fraktur der relativ kleinen Wurzel, nicht in der Behandlungsoption berücksichtigt. Das Endergebnis war für die Patientin und für mich zufriedenstellend (Abb. 10 und 11).

Fazit

Seit 2012 ist die Verwendung der Omnicam in der CEREC 3-D-Technologie erfolgreich auf dem Markt und hat das System mit der Bluecam erfolgreich abgelöst. Das Pudern entfällt, womit die Behandlung für den Patienten schneller vonstattengehen kann. Diese Zeitersparnis kann nur konsequent eingehalten werden, wenn bei Präparationen eine exakte Darstellung des Präparationsrandes erfolgt. Dafür ist ein Gingivamanagement notwendig, welches die Behandlung nicht verlängert und Blutungen sowie in manchen Fällen auch die Schaffung einer neuen Gingivaarchitektur erfolgreich bewältigt. Beides leistet der 970-nm-Diodenlaser zuverlässig.

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