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Prophylaxe 28.02.2011

Prävention in jedem Alter: Die Prophylaxe der Zukunft

Prävention in jedem Alter: Die Prophylaxe der Zukunft

Individuelle Krankheitsvorsorge sollte die Basis der Heilkunde darstellen. Vom Grundsatz her ist jeder Arzt und Zahnarzt der Prävention von Krankheiten verpflichtet. In der Zahnheilkunde gibt es dafür mittlerweile eine ausreichende Datenbasis, welche beweist, dass Karies und Parodontitis weitestgehend vermeidbare Erkrankungen darstellen. Obwohl der Anteil der Zahnarztpraxen, die Individualprophylaxe als professionelle Betreuung  für ihre Patienten anbieten, stetig steigt, ist das Gesamtergebnis (Gesamtangebot) von ca. 20 Prozent doch relativ gering. Dabei ist gerade der präventive Bereich einer Zahnarztpraxis der einzig verbliebene zahnmedizinische Bereich, in dem losgelöst von gesundheitspolitischen Zwängen, Budgetierung und Abrechnungsbeschränkungen eine reine betriebswirtschaftliche Planung und Kalkulation noch möglich sind. Und das noch unter der Prämisse einer Förderung von Zahn- und Mundgesundheit und der damit oft verbundenen somatischen Gesundheit unserer Patienten. Ein Grund für die mangelnde Akzeptanz der Prävention liegt sicherlich in der Notwendigkeit einer vollkommenen Umstrukturierung beim Wandel einer restaurativ geprägten Zahnarztpraxis hin zu einer präventiv orientierten. Die komplexere Organisationsform erfordert vom Zahnarzt mehr als nur pragmatische Karies- und Parodontitisdiagnostik und die sich daraus ergebende ad hoc Therapie. Sie setzt ein grundsätzlich anderes Denken und sehr viel differenzierteres Verständnis für die Krankheiten voraus, welche wir täglich behandeln müssen. Dieses Umdenken fällt uns mitunter schwer, weil sich die mechanistisch-lokalistische Vorgehensweise in uns oft zu sehr etabliert hat.

 

Abb. 1 Die persönliche Motivation ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg präventiver Maßnahmen beim Patienten.

 

Abb. 2 Das Schema stellt die Organisation einer präventiven Praxis und den Ablauf einer optimalen präventiven Behandlung dar.

 
Hinzu kommen ein verändertes Tätigkeitsfeld und ein verändertes Praxismanagement, welches den Zahnarzt neben seiner bisherigen rein restaurativ orientierten Tätigkeit zunehmend als Koordinator der Gesundheitsleistungen fordert. Auch die Funktionen unserer zahnärztlichen Mitarbeiterinnen verändern sich: Sie sind die Repräsentanten der Gesundheitsangebote unserer Praxen und damit entscheidende Mittler zwischen Zahnarzt und Patient. Dies betrifft jede Mitarbeiterin – auch die, welche nicht selbst unmittelbar präventive Leistungen erbringen. Prävention sollte als Aufgabe des Teams betrachtet werden. Erst das Aufgeben seiner autoritären Vormachtsstellung ermöglicht dem Zahnarzt ein Teil dieses Teams zu werden. Wenn der Teamgedanke und die damit verbundene Praxisphilosophie – Prävention als Basisleistung der Zahnheilkunde – jeden Praxismitarbeiter erfasst hat, wird durch das verbale und non-verbale Engagement des Teams eine Etablierung der Prävention als Basisleistung möglich. Nur durch überzeugendes Engagement wird auch die Akzeptanz der Prävention durch den Patienten erreicht. Zwangsläufig ergeben sich in der präventiv orientierten Praxis neue Organisationsstrukturen: Am Anfang stehen nicht mehr die Füllung, die Extraktion oder die Prothetik, sondern die auf Karies- und Parodontitisätiologie aufbauende, individuelle Risikobestimmung, die notwendigen therapeutischen Maßnahmen und die sich daraus ergebende  Kommunikation mit dem Patienten mit dem Ziel, das ermittelte Risiko und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer neuen oralen Erkrankung des Patienten zu verändern. Die zahnärztliche Praxis wird so – neben ihrem sicherlich nach wie vor notwendigen restaurativen Leistungsspektrum – der zentrale Anbieter von Gesundheitsleistungen im oralen Bereich. Dieses sich aus der Praxis heraus aufbauende Konzept und die damit verbundenen Erfolge ergeben einen speziellen Ruf der Praxis und damit auch ein nach außen hin verändertes Erscheinungsbild. Dies ist eine Marketingstrategie, die allein die fachliche und präventive Qualifikation der Zahnarztpraxis gebiert und sich von daher stetig aufbauend auf den damit verbundenen Erfolgen weiterentwickelt.

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