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Prophylaxe 14.02.2018

Professionelle Mundhygiene bei Multibandapparaturen

Professionelle Mundhygiene bei Multibandapparaturen

Schöne Zähne prägen erheblich das äußere Erscheinungsbild. Nicht immer sind diese von der Natur gegeben, daher muss in manchen Fällen mittels kieferorthopädischer Geräte therapiert werden. Multibandapparaturen gehören zur Gruppe der festsitzenden Zahnspangen, mit deren Hilfe Zähne bewegt werden, um Zahnfehlstellungen auszugleichen. Brackets, Bänder, Drähte, Bögen aus Metall, Ligaturen, Alastics (Gummiringe), Hilfselemente wie Elastics (Gummizüge) und Druckfedern erschweren während der Therapie deutlich die effiziente Mundhygiene des Patienten. Hier liegt es am dentalen Prophylaxeteam, „professionelle Hilfestellung“ anzubieten sowie geeignete Hilfsmittel zu wählen. Auf Möglichkeiten und Maßnahmen möchte die Autorin in diesem Beitrag gerne eingehen.

Um die individuelle Mundhygiene gezielt beurteilen zu können und gemeinsam mit den Patienten visuell festzustellen, was bisher intraoral umsetzbar war, empfiehlt sich das professionelle Anfärben der Zähne in der Zahnarztpraxis mittels eines geeigneten Plaquerevelator (z. B. Plaquefinder, Curaden; Mira-2-Ton®, Hager & Werken) sowie mit einem für die Multibandapparatur zweckmäßigen Applikator (z. B. Schaumstoffpellet oder Q-Tip/Wattestäbchen). Wattekügelchen eigenen sich zum Applizieren der Färbelösung, bei einer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur, eher weniger, da diese auffasern und die Faserbestandteile (Wattefäden) an den intraoralen Retentionsstellen anhaften. Bezogen auf die relative Trockenlegung verhält sich die Empfehlung ähnlich, Absorber (z. B. DryDent® Parotid/DryDent® Sublingual, Directa) sind aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit und der vereinfachten Anwendung leichter einzusetzen als herkömmliche Watterollen.

Abb. 1: Multiband und intraorale Situation nach dem Anfärben aller Zähne. © Sabrina Dogan

Nach dem Anfärben der Zähne werden die rosa- und lilafarbenen Plaquestellen sichtbar (Abb. 1), bei der Beratung und der gemeinsamen Kontrolle können ein Handspiegel mittels zwei- bis dreifach Vergrößerung oder eine intraorale Kamera als Hilfsmittel dienen. Es erfolgt eine professionelle Reinigung aller Zähne inklusive der Reinigung der kieferorthopädischen Apparatur (Abb. 2). Hierbei können maschinelle und manuelle Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Abb. 2: Multiband 11/21 nach professioneller Reinigung und Politur. © Sabrina Dogan

Ablauf

Maschinelle Instrumente

  • Schall-, Ultraschall- und piezoelektrische Geräte mit geeigneten Arbeitsspitzen
  • Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräte (LPW; Air-Polishing) mit geeigneten Pulverzusätzen

Arbeitet die Prophylaxefachkraft ergänzend mit einem Luft-Pulver-Wasser-Strahlgerät, eignen sich hier feinabrasive Pulverzusätze, beispielsweise auf Glycin-Aminosäure-, Erythritol- oder Trehalose-Basis (Kombi-Pulver), die sowohl zum supragingivalen als auch zum subgingivalen Einsatz bestimmt sind (Abb. 3). Ebenso können Aufbissbehelfe, OptraGate, Wangenspanner/Automatrix, Abdecktücher und spezielle Absaugkanülen Anwendung finden.

Manuelle Instrumente

  • Scaler und Küretten

Professionelle Politur

  • Politur-Mechanismen
  • selbstreduzierende Prophylaxepaste
  • Prophylaxebürstchen, Minibrush
  • CPS roto

Abb. 3: Scaler Boge 513 (Loser), selbstreduzierende Prophylaxepaste, Luft-Pulver-Wasser-Strahlgerät mit geeignetem Pulver, CURAPROX Ortho® Kit, Ortho Demo-Modell. © Sabrina Dogan

Mundhygiene: Instruktion, Demonstration und Motivation

Ablauf: Tell-Show-Do-Methode (Erzählen, Zeigen, Ausprobieren)

  • Auswahl geeigneter Hilfsmittel zur häuslichen intraoralen Anwendung
  • Empfehlung gezielt aussprechen, Hilfsmittel zeigen und benennen, Demomaterial einsetzen
  • Hilfsmittel in der Mundhöhle anwenden und „gemeinsam testen“

Feedback und Massage

Die Prophylaxefachkraft ist bei der unterstützenden Prophylaxebehandlung von Patienten mit kieferorthopädischen Apparaturen Trainer, Motivator und Supporter zugleich. Gemeinsam mit den Patienten kann ein individueller Weg gefunden werden, die Mundhygiene gezielt zu fördern. Dies gelingt am besten, sofern das Prophylaxeteam, das eigene Prophylaxekonzept gezielt in den Praxisalltag integriert, ständig weiterentwickelt und die ausgeübte Tätigkeit „lebt“. Die Autorin hofft, dass ihre Anregungen und Tipps hierbei behilflich sein werden.

Der Fachbeitrag ist im Prophylaxe Journal 1/2018 erschienen.

Foto: Autorin
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