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Zahntechnik 03.07.2013

Natur trifft Restauration

Natur trifft Restauration

Wer einen Zahn verliert, wünscht sich einen Ersatz, der gar nicht auffällt. Am Beispiel einer implantatgetragenen Einzelkrone zeigen ZTM Uwe Hruschka und Dr. Reinhard Neuner, wie sie Form und Funktion exakt nach dem Vorbild des natürlichen Zahns gestalten können.

Die 41-jährige Patientin wird an einen MKG-Chirurgen überwiesen. Er entfernt den nicht erhaltungswürdigen Zahn 33 (Abb. 3) in der MKG-Praxis und inseriert ein Bone Level Implantat (4,1 x 12 mm RC).

Vorwall sichert Form und Funktion

Unser Ziel: eine stabile Versorgung, die vom verlorenen Zahn nicht zu unterscheiden ist. Um sicherzustellen, dass die Arbeit dem natürlichen Vorbild entspricht, fertigt der Zahntechniker mit dem entfernten Zahn einen Silikonvorwall. Dieser dient bei den späteren Schritten immer wieder zur Kontrolle von Form und Ausrichtung der Krone. Bei der Gestaltung des Provisoriums kommt es darauf an, möglichst keinen Druck auf das frisch gesetzte Implantat auszuüben. Daher entscheiden wir uns für eine Modellguss-Konstruktion für die Dauer der Einheilphase. (Abb. 4 und 5). Die Kunststoff-Krone fertigt das Labor nach Vorlage des natürlichen Zahns im Silikonvorwall, um auch weiterhin Funktion und Ästhetik in der Einheilphase zu garantieren.

Passgenaues Gerüst

Das NEM-Gerüst für die definitive Krone reduziert der Zahntechniker so weit, bis es in die Form des Vorwalls passt und Platz für die Verblendung lässt (Abb. 7). Durch die Cut-Back-Technik wird ein perfektes Gerüstdesign geschaffen, um Chipping zu vermeiden. Der Oxidbrand erzeugt eine möglichst dünne, homogene Oxidschicht an der Oberfläche. Im Anschluss muss das Gerüst optimal mit Opaker benetzt werden (Abb. 8). Zwei Opakerbrände decken das metallfarbene Gerüst ab und bilden die Basis für die naturgetreue Ästhetik der Restauration.

 

Verblendung nach dem Vorbild der Natur

Nach dem Vorbild der Natur (Abb. 9) erfolgen die Brände, erst das Dentin, dann die Schneide. Zur Verblendung der NEM-Krone verwenden wir die HeraCeram Keramik (Heraeus Kulzer). Sie hat sich in unserer langjährigen Erfahrung als einfach und zuverlässig anwendbar bewährt. Für eine Tiefenwirkung, die die natürliche Ausstrahlung des Patienten unterstützt, orientiert sich der Zahntechniker beim Schichten der Krone nah am Vorbild des Originalzahns.
Mit Dentin- und Effektmassen gestaltet er im ersten Schritt Innenleben, Dentin und Chroma des Zahns. Der erste Dentinbrand gibt einen guten Eindruck, wohin die Reise geht. Die Form lässt sich mit dem Silikonvorwall jederzeit abgleichen. Danach wird die Schneide geschichtet (Abb. 10): Im Korrekturbrand stellt der Zahntechniker Form und Farben mit Schneideeffektmassen exakt ein. Dann erfolgt die Charakterisierung mit Malfarben. Die fertige Restauration wirkt nach dem abschließenden Glanzbrand sehr natürlich (Abb. 13).

Natürliche Wirkung, zufriedener Patient

Am Fertigstellungstermin in der Praxis werden Ästhetik und Funktion im Patientenmund überprüft. Der Zahnarzt setzt das Abutment mithilfe eines Splints ein und befestigt darauf die fertige Krone (Abb. 14). Die Restauration wirkt sehr natürlich: Form und Farbwirkung sind im Mund der Patientin nicht vom Original zu unterscheiden (Abb. 18 und 19). Grund genug für die Patientin, beim Lachen und Sprechen wieder selbstbewusst die Zähne zu zeigen.

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