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Branchenmeldungen 15.04.2015

50.000 Euro Strafe: Zahnarzt verliert gekauften Doktortitel

Katja Kupfer
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50.000 Euro Strafe: Zahnarzt verliert gekauften Doktortitel

Das war wohl kein Schnäppchen: Hannoverscher Implantologe steckt vor Gericht eine Schlappe ein und muss zahlen.

Schon lange füllt der aus dem Raum Hannover stammende Zahnarzt Dr. Ralf L. mit seinen obskuren Abzockermethoden die Seiten der dentalen Medienlandschaft und der Publikumspresse. So standen neben zahlreichen Patientenprozessen und dem Vorwurf der Körperverletzung auch schwerer Abrechnungsbetrug auf der Tagesordnung (ZWP online berichtete). Zu diesen Punkten gesellt sich noch ein gekaufter Doktortitel, der dem Mediziner nun gerichtlich aberkannt wurde.

Vielleicht hat er ja den Kassenzettel aufgehoben und kann sein Titelschnäppchen zum Schleuderpreis von 3.800 Euro reklamieren. Sein erworbener Titel „Dr. h.c.“ der „Yorkshire University“ ist auf jeden Fall futsch, entschied das Landgericht Hannover und verhängte für den Titelmissbrauch gleich noch eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro. Auch wenn dieser Titel seiner Doktorwürde mehr Glanz verleihen sollte, so muss er diesen nun wohl oder übel vom Praxisschild runterpolieren, denn die Universität ist nicht existent.

Betrüger und nun auch noch Hochstapler? Die Prozesserie um den berüchtigten Zahnarzt steht einfach nicht still. Seit mehr als zehn Jahren steht der Implantologe im Visier der Staatsanwaltschaft. Mehrere Zivilprozesse laufen bereits. Derzeit prüft das Landgericht Hildesheim, ob es zu einem Verfahren aufgrund gewerbsmäßigen Betruges kommt.

Foto: © olly - Fotolia
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