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Branchenmeldungen 15.05.2017

„Die Zeit ist reif für Keramik.“

„Die Zeit ist reif für Keramik.“

Über 100 Teilnehmer kamen am 13. Mai zum 6. Zeramex-Kongress nach Hamburg. International renommierte Referenten folgten der Einladung des Schweizer Keramikimplantateherstellers Dentalpoint, ihre Expertise und ihre Erfahrungen in Bezug auf Zirkoniumdioxidimplantate mit dem Publikum zu teilen.

25.000 gesetzte Implantate und 5 universitäre Studien später ist man sich bei Dentalpoint sicher: „Die Zeit ist reif für Keramik“, eröffnete Jürg Bolleter, Chairmann Dentalpoint AG, den 6. Zeramex-Kongresses am 13. Mai in Hamburg.

Technologisch habe man inzwischen die positiven Eigenschaften des keramischen Implantatwerkstoffes in Produkte übertragen können, die im Handling, in der Qualität und Performance den Titanimplantaten nicht nachstünden, ist sich Bolleter sicher. Dentalpoint, das sich selbst als einer der Wegbereiter der modernen Keramikimplantologie sieht, hält das zweiteilig verschraubte Keramikimplantat für den klinischen und prothetischen Standard der Zukunft. Der Schweizer Keramikimplantatehersteller glaubt mit der einzigartigen Karbonschraube für die Implantat-Abutment-Verbindung die große Herausforderung gemeistert zu haben, die der hochfeste aber zugleich poröse Werkstoff Keramik mit sich bringt.

Alternative zu Titan

Inzwischen ist man in der Keramikgemeinde auch weniger zurückhalten, wenn es um die periimplantären bzw. biologischen Eigenschaften des favorisierten Werkstoffes geht: Priv.-Doz. Dr. Dieter D. Bosshardt von der Universität Bern betonte in seinem Vortrag in Hamburg, dass die vorliegenden Studien mittlerweile sehr deutlich belegen, dass sowohl die weichgewebe- als auch die osseointegrativen Eigenschaften der Keramikimplantate mit denen der Titanimplantate vergleichbar sind. Zieht man nun zusätzlich die ästhetischen Vorteile von Keramikimplantaten in Betracht, scheint die Lösung bzw. die Alternative zu Titan gefunden zu sein.


Prof. Dr. Andrea Mombelli, Spezialist für Parodontologie der Universität Genf, bestätigte in seinem anschließenden Vortrag die günstigen periimplantären Eigenschaften von Zirkoniumdioxid. Seine Untersuchungen legen nahe, dass generell weniger Bakterien bzw. geringeres Bakterienwachstum rund um Keramikimplantate vorhanden sind als es bei Titanimplantaten der Fall zu seien scheint. „Bisher ist Periimplantitis kein Phänomen bei inserierten Keramikimplantaten“, resümierte Mombelli.

Einen weiteren Baustein in der Argumentation pro Keramik brachte Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser hervor: Titankorrosionen sorgen ihren Untersuchungen folgend für Unverträglichkeiten, die sich nachteilig auf den Implantaterfolg auswirken können bis hin zu systemischen Erkrankungen, die zunächst nicht unmittelbar auf eine Titanunverträglichkeit schließen lassen. Das, was sich hier so schlicht formulieren lässt, ist in der titangeprägten implantologischen Szene durchaus ein mittelschweres Erdbeben. Die Umweltzahnmedizinerin Jacobi-Gresser ist maßgeblich für diese Debatte verantwortlich. Sie konnte mit ihren Nachforschungen belegen, dass abradierte Titanpartikel (Titanoxyde) durchaus immunologische Abwehrreaktionen hervorrufen. Dass, wie jahrzehntelange histologische Untersuchungen zeigen, diese Titanabrasionen am Implantatkörper recht häufig auftreten und die Titanpartikel über Makrophagen sich im ganzen Körper verteilen können, macht das Thema noch relevanter.

Individuelle CAD-CAM-Abutments aus Keramik

Bezogen sich die ersten Vorträge auf die Unterschiede zwischen Titan- und Keramikimplantate im Hinblick auf die biologischen Eigenschaften, läutete Dr. Axel Scheffler mit seinem Vortrag die prothetische Diskussion bei Keramikimplantaten ein. Dr. Simone Jenner, ZTM Wolfgang Weisser und schließlich Dr. Jens Tartsch konnten die prothetischen Möglichkeiten aber auch gewisse Grenzen metallfreier Keramikimplantatprothetik eindrücklich darstellen. Den aus Dentalpoint-Sicht letzten Baustein zur Vervollständigung des Produktportfolios stellte Tartsch zum Abschluss vor: Customized CAD-CAM-Abutments, wie sie inzwischen Standard in der Titanimplantatprothetik sind, bietet Dentalpoint nun auch aus Zirkoniumdioxid an. Mit allen Hausaufgaben gemacht, sieht sich das Schweizer Unternehmen bestens gerüstet für die kommenden Monate, wenn es darum geht, eine moderne Alternative zu Titanimplantaten anzubieten. Es bleibt spannend.

Foto: OEMUS MEDIA AG
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