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Branchenmeldungen 30.09.2014

BDO-Jahrestagung: Spezielle Behandlungskonzepte im Fokus

Katrin Maiterth
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Vom 2. bis 4. Oktober 2014 fand in Berlin die 31. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen statt. Der Kongress wurde erstmals zusammen mit der Jahrestagung des europäischen Verbandes EFOSS sowie dem Weltkongress der iADH abgehalten. Unter dem Motto „Behandlung kompromittierter Patienten“ begrüßte das Veranstaltungstrio über 800 Teilnehmer.

Die Behandlung von Patienten mit einer körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigung stellt die Zahnmedizin und Oralchirurgie vor große Herausforderungen. Angesichts einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung sind Behandlungskonzepte für Patienten mit speziellen Bedürfnissen notwendiger denn je. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: „Was ist richtig/riskant/falsch?“ Gemeinsam mit der EFOSS (European Federation of Oral Surgery Societies) und der iADH (International Association for Disability & Oral Health) beleuchtete der Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) dieses Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Kollegen aus der ganzen Welt präsentierten vom 2. bis 4. Oktober im Rahmen der iADH- bzw. BDO-Jahrestagung Fallbeispiele aus ihrer täglichen Praxis und sorgten damit für einen anregenden Wissenstransfer. Der Veranstaltungsort Berlin am Tag der deutschen Einheit unterstrich dabei einmal mehr die Bedeutsamkeit einer gemeinsamen Zusammenarbeit.

Videoimpressionen aus Berlin

„Behandlung kompromittierter Patienten“

Am Freitagmittag eröffneten Dr. Dr. Wolfgang Jakobs, Bundesvorsitzender des BDO, und Prof. Dr. Thomas Weischer, wissenschaftlicher Leiter, offiziell die Jahrestagung der BDO. Bereits am Vormittag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, in den Firmenworkshops selbst Hand anzulegen. In den Vorträgen am Nachmittag wurden spezielle Behandlungskonzepte und Methoden der Schmerzausschaltung thematisiert.

Besonders hervorzuheben war dabei der Festvortrag von Prof. Dr. Dr. Richard Werkmeister, der als Oberstabsarzt des Bundeswehrkrankenhaus Koblenz den Blick auf kompromittierte Patienten aus Kriegseinsätzen lenkte. Sein Vortrag „Kriegsverletzungen von Verdun bis heute“ demonstrierte auf eindrucksvolle Weise die Auswirkungen kriegerischer Konflikte und deren Behandlung innerhalb der MKG- und Oralchirurgie. Dabei präsentierte Prof. Dr. Dr. Werkmeister nicht nur Verletzungen aus dem 1. Weltkrieg, sondern auch Fälle aus aktuellen Krisengebieten in Nahost und der Ukraine. Auf der 31. BDO-Jahrestagung wurden zudem auch traditionell Vorträge zu anderen praxisrelevanten oralchirurgischen Themen präsentiert.

Neben den wissenschaftlichen Beiträgen hatten die Teilnehmer in den Pausen viel Zeit für den Austausch unter Kollegen und den Besuch der angeschlossenen Dentalausstellung mit 47 Vertretern der Industrie. Auch die Unterhaltung am Abend kam nicht zu kurz: Am Freitag hatten die Kongressteilnehmer die Möglichkeit, das beliebte Event „Stars in Concert“ direkt im Tagungshotel Estrel zu besuchen. Beim „Berliner Büfett“ und einer packenden Show mit Kult-Hits von Elvis, den Blues Brothers und vielen mehr fand der Kongresstag einen stimmungsvollen Ausklang.

Impressionen von der 31. Jahrestagung des BDO

Internationales Podium

Mit einem gemeinsamen Podium starteten die BDO, EFOSS und iADH in den letzten Kongresstag am Samstag. Internationale Referenten sprachen hier über interessante Fälle aus ihrer Praxis vor dem Hintergrund „Patienten mit Behinderung – was muss der Oralchirurg wissen?“. Prof. Dr. Michitoki Kinehara aus Tokio, Japan, referierte zum Thema „Hemostasis in patients with bleeding diathesis“. Ihm folgten John Meechan aus Newcastle, UK, mit einem Vortrag über Lokalanästhesie bei kompromittierten Patienten und Hans Strooker aus Leiden, Niederlande, der zum Thema „Dental implants in high risk patients“ referierte.

Im weiteren Tagesverlauf konnten sich die Kongressteilnehmer während der Vorträge hochkarätiger Referenten zu den Themen Implantologie, Augmentative Verfahren, Diagnostik sowie Forensik und spezielle Behandlungsverfahren informieren. Hier sprachen Prof. Dr. Michael Bornstein, der einen Vortrag über Komplikationen in der oralen Implantologie hielt, Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas zum Thema „Kurze Implantate – was ist wirklich belegt?“ sowie Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets mit einem Vortrag über Knochenersatzmaterialien und Membranen bei kompromittierten Patienten. Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach aus Leipzig sprach zum Thema Diagnostik und nicht-chirurgische Behandlung von Mundschleimhauterkrankungen und Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz hielt einen Vortrag über die implantologische Versorgung von Bisphosphonatpatienten. Die BDO-Jahrestagung fand am späten Nachmittag ihren Abschluss mit einer Versammlung aller Mitglieder.

Ein voller Erfolg

„Die Durchführung des Weltkongresses der iADH als Gemeinschaftstagung von iADH, EFOSS und BDO bot die Möglichkeit, die unterschiedlichen thematischen Schwerpunkte des Hauptthemas sowohl im gemeinsamen Podium, aber auch in parallel stattfindenden Seminaren, Vorträgen und Workshops zu erfahren“, so Prof. Dr. Weischer und Dr. Dr. Jakobs. Auf diese Weise wurde das Thema auch der zahnärztlichen Öffentlichkeit näher gebracht. Am Ende der Veranstaltungen waren sich alle einig, dass die gemeinsamen drei Tage ein voller Erfolg waren.

Programm der 31. BDO-Jahrestagung als ePaper

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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