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Branchenmeldungen 13.02.2020

Bestandsaufnahme und Zukunftsaussichten der Zahnmedizin

Bestandsaufnahme und Zukunftsaussichten der Zahnmedizin

Deutsche Zahnärzte und ihre Teams leisten sehr gute Arbeit. Zu diesem Schluss kommt der Qualitätsreport II der Bundeszahnärztekammer. In den Bereichen Mundgesundheit, Prävention und Gesundheitsförderung können durchweg Erfolge aufgewiesen werden, was nicht zuletzt auch verschiedenen Arbeitsmodellen sowie Fort- und Weiterbildungen geschuldet ist. Genau diese Aspekte gehören mit einem Blick in die Zukunft allerdings auch zu den Grundpfeilern wirksamer Zahnmedizin, um technische Fortschritte und sich verändernde Behandlungsbedarfe weiterhin in gute Resultate umsetzen zu können.

Das kann sich sehen lassen

In der Zahnmedizin geht es um ein Höchstmaß an Qualität, auf unterschiedlichen Ebenen. Die kann sich, nach den Erhebungen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), in Deutschland sehen lassen. Aus diesem Grund ist der Qualitätsreport II auch so überschrieben: Vor allem in der Prävention und bei der Mundgesundheit sind die Erfolge beachtlich. Damit diese in Zukunft nicht gefährdet und die Qualität der Zahnmedizin geschmälert werden, muss die Branche den Blick jedoch in allen Belangen nach vorne richten.

Eine Erfolgsbilanz

Die Zahlen, die die BZÄK in ihrem Report präsentiert, zeigen das erfolgreiche Arbeiten deutscher Zahnmediziner in aller Deutlichkeit, auch im internationalen Vergleich. Unter den G7-Staaten ist Deutschland in puncto Karieserfahrung von Kindern (0,5 Zähne pro Kind, die in Folge von Kariesbefall zerstört, gefüllt oder entfernt sind) und völliger Zahnlosigkeit bei jüngeren Senioren bis zum 74. Lebensjahr (12 Prozent, 1997 noch 25 Prozent) mit Bestwerten führend.

Überhaupt sprechen die Zahlen rund um die mundgesundheitliche Versorgung in Deutschland für sich:

  • Bei jungen Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren konnte in der Zeit seit 1997 ein Rückgang der Kariesfälle von 30 Prozent verzeichnet werden.
  • Von den Kindern im Alter von 12 Jahren sind knapp über 80 Prozent kariesfrei – der Anteil konnte damit seit 1997 verdoppelt werden.
  • Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Gruppenprophylaxe an Schulen und Kindergärten 1,9 Millionen Kinder erreicht.

Erfreulich ist außerdem die Rückmeldung der Patienten. Über 90 Prozent von ihnen sind mit der Arbeit ihres Zahnarztes und dessen Team zufrieden. Die Grundlage hierfür und für die erreichten Erfolge liegt wiederum in den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten, die sich etwa durch die Fortbildungen der zuständigen Kammern eröffnen.

Nur eine Zwischenbilanz

Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass die Bestandsaufnahme zwar ein positives, aber ebenso flüchtiges Bild zeichnet. In der Zukunft gilt es nicht nur, an diese Erfolge anzuknüpfen, sondern sich zugleich neuen Herausforderungen zu stellen. So steht den sinkenden Zahlen von Patienten mit schweren Parodontalerkrankungen die Erwartung eines steigenden Behandlungsbedarfs gegenüber.

Grund hierfür sind unter anderem demographische Veränderungen, die bereits spürbar sind: Ältere Menschen müssen zukünftig in größerer Zahl und im Rahmen einer steigenden Lebenserwartung versorgt werden. Das ist nicht allein eine Frage der Behandlungsqualität und der technischen Möglichkeiten – es geht vor diesem Hintergrund genauso darum, ein ausreichend großes Netz praktizierender Zahnärzte zu spannen.

Aktuell sind laut BZÄK-Qualitätsreport rund 377.000 Menschen in Zahnarztpraxen beschäftigt und übernehmen dort sowohl die medizinischen wie auch die nicht-medizinischen Aufgaben. Insgesamt sorgen etwa 71.500 Zahnärzte und Zahnärztinnen für die Mundgesundheit, davon sind rund 52.000 in ihrer eigenen Praxis niedergelassen.

Um den Anforderungen des zu erwartenden Behandlungsbedarf insgesamt gerecht werden zu können, dürften sich im Bereich der Zahnmedizin Veränderungen in vielen Bereichen einstellen. Besonders auf die strukturellen wird es dabei ankommen, um die Ergebnisse des Qualitätsreports wiederholen zu können.

Berufsfeld Zahnmedizin

Die Qualitätsstandards bei der Behandlung von Patienten können nur dann ausreichend gesichert werden, wenn sowohl die Zahnärzte als auch deren Teams bestmöglich auf deren Bedürfnisse eingestellt sind. Die Voraussetzungen hierfür schafft selbstverständlich eine fundierte Ausbildung, notwendig ist darüber hinaus aber ebenfalls die Möglichkeit, Kenntnisse und Fertigkeiten kontinuierlich im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen schulen zu können.

Möglichkeiten für zahnmedizinisches Fachpersonal

Die Weichen für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen in der Dentalmedizin wurden bereits vor etlichen Jahren gelegt, sie sollten und sollen dazu beitragen, dass sich der Berufsstand insgesamt mit den Bedürfnissen der Patienten weiterentwickeln. Die BZÄK hat dazu etwa schon im Jahr 2005 eine neue Musterberufsordnung beschlossen und die Behandlungsqualität in allen Aspekten zu einem zentralen Leitmotiv gemacht.

Fort- und Weiterbildungen mit dem Ziel, stets den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand in die Behandlung einfließen lassen zu können, sind daher das Fundament der zahnärztlichen Tätigkeit. Allerdings gilt das kaum weniger für andere Gesundheitsberufe, die durch entsprechende Qualifizierung wichtige Aufgaben in den Praxen übernehmen und so für eine Entlastung der Zahnärzte sorgen können. Die beruflichen Perspektiven für gut geschultes Assistenzpersonal sind ausgezeichnet, wie auch der BZÄK-Qualitätsreport belegt:

  • Laut Statistischem Jahrbuch der BZÄK entschieden sich 2016 knapp 13.000 Ausbildende für die Berufsausbildung zu Zahnärztlichen Fachangestellten (ZFA), fast 31.000 Azubis waren es insgesamt.
  • Die ZFA-Ausbildung ist seit vielen Jahren – besonders bei jungen Frauen, deren Anteil bei 99 Prozent liegt – eine der beliebtesten überhaupt. Nur für Kauffrauen für Büromanagement und Medizinische Fachangestellte wurden deshalb 2016 mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Bei dieser großen Beliebtheit spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle. Die Berufsausbildung zur ZFA steht vielen Schüler*innen offen, rund ein Drittel verfügt bei Ausbildungsbeginn über einen Hauptschulabschluss oder hat gar keinen formalen Schulabschluss.

Dafür winken nach der abgeschlossenen Ausbildung unterschiedliche Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung, etwa als Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin, Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin, Assistentin für zahnärztliches Praxismanagement oder Dental-Hygienikerin. Selbst ein späteres Studium mit dem Ziel der Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen ist denkbar.

Wie jede andere Branche sucht auch die Zahnmedizin immer nach gut ausgebildeten Fachkräften, beste Voraussetzungen also für die beruflichen Aussichten. Ein Modell, von dem letztlich alle profitieren, von den anstellenden Zahnärzten bis hin zu den Patienten. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang der erkennbare Fortbildungswille – die Zahl der Zahnmedizinischen Fachangestellten mit einer abgeschlossenen Aufstiegsfortbildung zeigt ebenfalls einen ansteigenden Trend.

Damit kommt das zahnmedizinische Fachpersonal aber auch der Notwendigkeit nach, sich in fachlichen Belangen auf dem neuesten Kenntnisstand zu halten. Für die Zahnärzte gilt das gleichermaßen, vor allem hinsichtlich neuer Behandlungsmethoden, zunehmender Digitalisierung und der permanenten Verbesserung von Geräten und Materialien.

Zahnmedizin und wirtschaftliche Grundkenntnisse

Doch der technologische Wandel ist längst nicht der einzige Bereich, der den Zahnmedizinern Aufmerksamkeit abverlangt. Dr. David Klingenberger, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), hat beispielsweise auf die wachsende Bedeutung von grundlegenden Kenntnissen betriebs- und volkswirtschaftlicher Zusammenhänge hingewiesen.

Nur dann können vor allem niedergelassene Ärzte die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausreichend deuten, um Entscheidungen für ihre Praxen unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll zu treffen.

Das betrifft ganz unterschiedliche Bereiche, Klingenberg verweist dabei unter anderem auf die IDZ-Prognosen, nach denen in den kommenden zehn Jahren die Umsätze für zahnersetzende Leistungen sinken, während die für zahnerhaltende Leistungen steigen könnten. Hier gilt es also für die Zahnärzte, die richtigen Schwerpunkte zu setzen.

Darüber hinaus sind die freien Zahnarztpraxen auch gesamtwirtschaftlich ein relevanter Faktor, was der Blick in den Qualitätsreport II nur bestätigt: Mit durchschnittlich 4,5 Angestellten sind die Praxen ein wichtiger Arbeitgeber, dazu fungiert ein Großteil als Ausbildungsstätte.

In Zukunft könnte dieser Aspekt sogar noch an Bedeutung gewinnen, denn neben dem – demografisch bedingten – größeren Behandlungsbedarf ist auch allgemein ein gesteigertes Interesse und Bewusstsein für gesunde Zähne vorhanden. Was die Beschäftigtenzahlen anbelangt, besteht demnach durchaus ein nicht unerhebliches Wachstumspotenzial.

Zahnärzte in 2030

Wie genau der Beruf des Zahnarztes in Zukunft ausgelegt und ausgeübt wird, hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Apobank versucht zu erfragen. Die Studie zu den Heilberuflern 2030 zeigt dabei auf, dass ungeachtet des Geschlechts die selbstständige Tätigkeit weiterhin einen hohen Stellenwert genießt – bei jungen Zahnärzten sogar noch deutlich mehr als bei den Kolleginnen.

Anstellungen, etwa in einem Medizinischen Versorgungszentrum oder einer Praxis, rangieren erst dahinter. Sie werden allerdings durchweg als gute Möglichkeit empfunden, sich einige Jahre Berufserfahrung anzueignen, bevor dann mit der Existenzgründung der nächste Schritt im beruflichen Werdegang unternommen wird.

Weiterer Pluspunkt der angestellten Tätigkeit: Sie bietet deutlich mehr Sicherheit, was gerade für diejenigen, die eine Familie gründen und sich um diese kümmern möchten, ein wichtiger Faktor ist. Nicht zu vergessen das geringere finanzielle Risiko. Für selbstständige Ärzte ist die Finanzplanung ungleich komplizierter, das gilt für den privaten Bereich genauso wie für den Betrieb. Daran ändern auch die, gerade unter jungen Zahnärzten, sechsstelligen Einkommenswünsche wenig.

Dazu kommt die langfristige Perspektive. Die sah dank der zahnärztlichen Versorgungswerke vergleichsweise günstig aus, allerdings haben auch diese Institutionen seit einiger Zeit ihre Probleme – durch niedrige Zinsen und unsichere Kapitalmärkte. Wie weit die Zahlungen aus den Versorgungswerken also einmal den Ruhestand finanzieren können, muss mit einem Fragezeichen versehen werden.

Angestellte Zahnärzte könnten unter diesen Voraussetzungen davon profitieren, dass sie nicht nur Pflichtmitglied beim berufsständischen Versorgungswerk, sondern gleichzeitig bei der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind – wie jeder andere angestellte Arbeitnehmer, inklusive der persönlichen Identifikationsnummer. Denn diese erlischt nicht automatisch durch die Aufnahme des freien Zahnarztberufes.

Denkbar wäre also, auf die mögliche Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht zu verzichten. Zumindest solange, bis auch Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenkasse bestehen. Für diese mindestens fünf Jahre kann dann beispielsweise auf schriftlichen Antrag beim zuständigen Versorgungswerk der Mindestbeitrag eingezahlt werden. Das schlägt sich zwar auf das gegenwärtige Einkommen nieder, ermöglicht aber eine zusätzliche finanzielle Absicherung für den Ruhestand.

Mehr Frauen, mehr Teilzeit

Interessant ist diese Frage auch vor dem Hintergrund, dass seit einigen Jahren der zahnärztliche Nachwuchs vorwiegend weiblich ist. Ein Grund hierfür sind die Zulassungsbeschränkungen für die entsprechenden Studiengänge, die junge Frauen häufiger erfüllen als männliche Studienbewerber.

Noch ist der Frauenanteil unter den praktizierenden Zahnärzten zwar geringer als der der männlichen Kollegen, die Tendenz zeigt aber nach oben. Dass unter den Zahnärztinnen allerdings die Bereitschaft, in Teilzeit zu arbeiten (für 62 Prozent ist das eine Option) im Vergleich zu den Männern deutlich größer ist, wirkt sich langfristig möglicherweise auch auf die Strukturen von Praxisgemeinschaften und Kooperationen aus. Für eine belastbare Prognose reichen die Befragungswerte jedoch kaum aus. 

Neue Strukturen

Unabhängig davon, ob der wachsende Frauenanteil und das größere Interesse an Teilzeitarbeit gravierende Auswirkungen auf die zahnmedizinische Versorgung zeigen, wird es bei genau dieser auch weiterhin strukturelle Veränderungen geben.

Damit ist nicht gesagt, dass die Einzelpraxis in ihrer bekannten Form eine geringfügigere Rolle innerhalb der bundesweiten Versorgungsstrukturen haben wird. Der Wille junger Zahnärzte, sich während ihrer Berufstätigkeit mit einer Praxis selbstständig zu machen, ist schließlich vorhanden.

Im Hinblick auf die Zukunft wird sich laut BZÄK aber nicht allein das Berufsbild des Zahnarztes wandeln, sondern auch die Form der Einzelpraxis. Ein Rückgang der zahnärztlichen Einzelniederlassungen ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu beobachten gewesen, allerdings prognostizieren die Experten einen spürbaren Rückgang von Zahnarztpraxen, in denen nur ein einziger Zahnarzt behandelt.

Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften oder Partnergesellschaften können mögliche Lösungen sein, um sich den Wunsch der eigenen Praxis zu erfüllen, ohne dabei die gesamte finanzielle und verwaltungstechnische Verantwortung alleine schultern zu müssen.

Gleichzeitig versprechen diese neuen Praxisformen mehr Flexibilität, in vielerlei Hinsicht: Arbeitszeitmodelle können so völlig anders gestaltet werden und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mehr Raum schaffen. Patienten profitieren auf der anderen Seite womöglich davon, dass sie unter einem Dach Spezialisten für unterschiedliche zahnmedizinische Belange vorfinden.

Wichtig ist vor diesem Hintergrund allerdings, dass die Versorgung der Bevölkerung flächendeckend gewährleistet werden kann – auch das ein Faktor, um die bisherigen Erfolgszahlen in Zukunft wiederholen zu können. Dazu müssen etwa die Rahmenbedingungen bestehen, die Zahnärzten nicht nur helfen, Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen, sondern sich unter Umständen auch ohne größere Schwierigkeiten lokal zu verändern, um an anderer Stelle tätig zu sein. 

Qualitätsmanagement für zukünftige Aufgaben

Wie jede Branche ist selbstverständlich auch die Zahnmedizin von der Digitalisierung betroffen, vor allem bei Diagnostik und Therapierung kommt zunehmend die Computerunterstützung zum Zug. Daneben bieten Qualitätsmanagement-Systeme eine weiter Stütze, um Prozesse innerhalb einer Praxis zu verbessern – und somit letztendlich den Service für die Patienten zu optimieren.

Mehr Aufwand für mehr Qualität

Voraussetzung für eine kontinuierliche Verbesserung ist im ersten Schritt, das Qualitätsmanagement als ein hierfür dienliches Instrument zu begreifen. Was selbstverständlich klingt, mag in der alltäglichen Praxis an gewisse Hindernisse stoßen: Dokumentation, Auswertung und Umsetzung der laufenden Prozesse bedeuten zunächst zusätzlichen Aufwand, weiß zum Beispiel auch Thomas Thomaßin.

Er verweist aber zugleich auf die vielschichtigen Möglichkeiten, die ein Qualitätsmanagement-System bieten kann, wenn es nur in ausreichender Weise auf die individuellen Bedürfnisse der Praxis – unabhängig davon, ob es sich um Kieferorthopädie oder allgemeine Zahnmedizin handelt – zugeschnitten ist.

Das bedeutet unter anderem, bestimmte Schwerpunkte setzen zu können. Etwa eine Optimierung bei der Durchführung von Hygienemaßnahmen. Davon ausgehend verhelfen Kennzahlen den dokumentierten Daten zu betriebswirtschaftlicher Aussagekraft. Eine der positiven Folgen des Qualitätsmanagements kann daher langfristig betrachtet die höhere Kosteneffizienz sein.

Viele Richtlinien, viele Methoden, viele Instrumente

Tatsächlich besteht seit fast zehn Jahren die gesetzliche Verpflichtung, das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement zu pflegen. Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G‑BA), die auch die Grundlage für das zahnärztliche Qualitätsmanagement bildet, umfasst dazu eine Reihe unterschiedlicher Methoden und Instrumente, die Verbesserungen in allen Bereichen des Praxisalltags ermöglichen.

Zu den Anwendungsbereichen gehören entsprechend Notfallmanagement, Hygienemanagement, Arzneimitteltherapiesicherheit, Schmerzmanagement sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen bzw. Sturzfolgen.

Diese Bereiche sind jeweils zwar durch ihre eigenen Richtlinien und Verordnungen abgedeckt, die ihrerseits für den täglichen Betrieb grundlegend sind. Was sie jedoch nur bedingt können: Die Verbesserungspotenziale in einer spezifischen Praxisumgebung aufzeigen.

Mehr Überblick und Unterstützung für mehr Effizienz

Das kann aber auch bei der Nutzung von QM-Systemen nur gelingen, wenn die Anwender – also die Zahnärzte – den Überblick über die Forderungen und Möglichkeiten behalten. Entsprechend war genau dieser Punkt ein zentrales Element der „Agenda Qualitätsförderung“, die die BZÄK und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) im Jahr 2014 veröffentlicht hat.

QM-Maßnahmen können nur dann funktionieren, wenn sie praxisnah gestaltet sind. In der Umsetzung ist trotzdem häufig noch Unterstützung notwendig, damit die QM-Systeme wirklich zielführend in den Zahnarztpraxen eingeführt und genutzt werden. Das bedeutet unter anderem, die Unterschiede zu kennen, die beispielsweise die verschiedenen körperschaftsgeführten Systeme ausmachen. Ungeachtet dessen gewährleisten sie ein flächendeckendes Angebot für das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement.

Flexible Möglichkeiten und QM-Schulungen mit Perspektive

Wahlfreiheit und der durchgehend modulare Aufbau der einzelnen Systeme sind dazu eine gute Grundlage, um das Qualitätsmanagement in der eigenen Praxis so genau wie möglich an die Bedürfnisse anpassen zu können. Dabei gilt es nicht zuletzt abzuwägen, wie sich QM-System und Dokumentationspflicht bei Hygienemaßnahmen bestmöglich – das heißt ohne unnötigen Aufwand – miteinander kombinieren lassen.

Weitere Hintergründe hierzu finden sich in der Dezember-Ausgabe der ZWP, die sich „Qualitätsmanagement und Praxishygiene“ als Schwerpunktthema widmet. Interessant mit dem Blick auf berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten in der Zahnmedizin ist in diesem Zusammenhang auch die Zertifizierung als QM-Beauftragte.

Für das zahnmedizinische Fachpersonal liegt hierin einerseits die Chance auf Aneignung neuer Kenntnisse, für die Zahnärzte bietet sich so die Gelegenheit, ihre Angestellten zu tragenden Säulen des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements zu machen – und so den Grundstein für die fortlaufende Weiterentwicklung der Versorgungs- und Behandlungsqualität zu sichern.

Foto Teaserbild: natali_mis – stock.adobe.com

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