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Branchenmeldungen 19.01.2021

Aligner: Bundestagsantrag fordert Patientensicherheit

Aligner: Bundestagsantrag fordert Patientensicherheit

Stärkung der ärztlichen Kompetenz: Alignerbehandlungen sollen nur noch durch approbierte Kieferorthopäden oder Zahnärzte durchgeführt werden.

Der Markt um schöne, makellose Zähne boomt, besonders im Segment der KFO. Noch nie zuvor war es vermutlich komfortabler, eine Zahnkorrektur durchführen zu lassen, als mithilfe der bekannten transparenten Kunststoffschienen diverser Hersteller. Dieses Marktpotenzial haben in den letzten Jahren auch zunehmend marktfremde Anbieter erkannt und Zahnkorrektursysteme entwickelt sowie vermarktet, die gänzlich im Hausgebrauch anzuwenden sind – ohne zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlungsplanung, -durchführung und -kontrolle. Die Unterbindung dieser Vorgehensweise fordert jetzt die FDP.

Im Antrag von Dr. Wieland Schinnenburg, Christine Aschenberg-Dugnus und weiteren Abgeordneten argumentiert die FDP-Bundestagsfraktion wie folgt: „Aligner-behandlungen müssen  deshalb  von  Kieferorthopäden  oder  Zahnärzten  durchgeführt werden, da die Veränderung der Zahnstellung einen Eingriff in das stomatognathe System und insbesondere den Zahnhalteapparat darstellt. Paragraf 1 Absatz 3 ZHG definiert ‚Anomalien der Zahnstellung‘ als Krankheit, sodass die Korrektur von Fehlstellungen eine Behandlung einer Krankheit im Sinne des ZHG darstellt. Insofern handelt es sich bei einer Alignertherapie nicht um eine kosmetische, sondern eine zahnheilkundliche Behandlung“.

In einer Vorabfassung des Antrags heißt es, der Deutsche Bundestag möge die Bundesregierung auffordern:

  • Gemeinsam mit den zuständigen Selbstverwaltungsgremien und Ländern Maßnahmen zu ergreifen, damit Alignerbehandlungen nicht mehr von gewerblichen Unternehmen ohne eine vollumfängliche zahnheilkundliche Begleitung durch approbierte Kieferorthopäden oder Zahnärzte angeboten werden können.
  • Die bestehenden Gesetze daraufhin zu überprüfen, dass sie im Interesse der Patientensicherheit schnell und effektiv durchgesetzt werden können und im Bedarfsfall für rechtliche Klarheit zu sorgen.
  • Dem Bundestag bis zum 31. März 2021 über die getroffenen Maßnahmen zu berichten.

Das Abdruckset aus dem Briefkasten und die groß angelegten Werbekampagnen in Print und TV einiger Start-ups dürften damit der Vergangenheit angehören. Wir werden über die weiteren politischen Entwicklungen berichten.

Quelle: bundestag.de

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