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Branchenmeldungen 14.03.2018

Zufallsbefund keratozystischer odontogener Tumor

Zufallsbefund keratozystischer odontogener Tumor

Häufig ist die Röntgendiagnostik anhand von zweidimensionalen Bildern schwierig und unzureichend, was zu einer weder für den Behandler noch für den Patienten zufriedenstellenden Diagnostik führt. Digitale Volumentomografie (DVT)-Aufnahmen von geeigneten qualitativ hochwertigen DVT-Geräten können in solchen Fällen mit geringer Strahlenbelastung und höchster Präzision wertvolle und essenzielle Details liefern, die die Therapie deutlich sicherer und erfolgreicher machen. Der folgende Patientenfall zeigt, wie mit Hilfe von 3D-Aufnahmen, der Verdacht auf eine Residualzyste für den weiteren Behandlungsverlauf präzisiert werden kann.

Die kompetenten Mitarbeiter des Cranium Instituts stehen Zahnärzten persönlich und hilfreich zur Seite – für mehr zufriedene und begeisterte Patienten, die ihren Zahnarzt gerne weiterempfehlen.

Patientenfall: Zufallsbefund - Keratozystischer odontogener Tumor

Eine 50-jährige Patientin stellte sich zur Routineuntersuchung bei ihrem Hauszahnarzt vor. Sie war beschwerdefrei, beklagte lediglich einen „komischen Geschmack“ im Mund, dessen Ursprung sie im rechten Unterkieferbereich lokalisierte. Anamnestisch gab die Patientin zudem an, dass der Zahn 48 vor ca. 10 Jahren operativ entfernt wurde. Der Hauszahnarzt fertigte einen Zahnfilm des Zahnes 47 und ein OPG an (Abb. 1 und 2).

Im Bereich des ehemaligen Zahnes 48 imponiert eine große, wolkige Aufhellung, die sich bis in den aufsteigenden Unterkieferast und an den N. alveolaris inferior ausbreitet. Im Bereich des aufsteigenden Astes stellt sich eine Septenbildung dar, krestal erkennt man eine große Knochenperforation. Unklar ist die Frage, ob es ebenfalls eine Perforation zum Nervkanal gibt und inwiefern sich die Läsion in oro-vestibulärer Richtung ausbreitet.

Der Hauszahnarzt überwies die Patientin mit dem Verdacht auf Residualzyste in das Cranium Institut, um anhand der 3D-Darstellung weitere Details zu erhalten. Röntgenologisch zeigt sich hier ein weit ausgedehnter, scharf begrenzter zystischer Prozess mit einer Ausdehnung von ca. 45mm (anterior-posterior) x 18mm (cranial-caudal) x 10mm (medial-lateral). Es lässt sich eine Ausdünnung der lingualen und krestalen Kortikalis mit großen Perforationen erkennen. Der Mandibularkanal ist deutlich verdrängt ohne Unterbrechung der knöchernen Abgrenzung, auch im krestalen Bereich imponiert ein stark verdrängendes Wachstum. Im dorsalen Anteil der Läsion lassen sich Septen darstellen (Abb. 3, 4, 5). Der Zahn 47 zeigt eine periapikale Aufhellung mit leichter Auftreibung der lingualen Kortikalis.

Die Patientin wurde in einer Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie wenige Wochen später operiert. Es wurde in ITN eine Zystektomie, Neurolyse und Defektauffüllung mit zuvor aus dem Becken gewonnenem autologem Knochen durchgeführt. Die Defektstabilisierung erfolgte mit einer Osteosyntheseplatte (Abb. 6). Histologisch konnte ein keratozystischer odontogener Tumor (KOT) gesichert werden. Hierbei handelt es sich um eine aggressiv wachsende, aber primär gutartige uni- oder multizystische intraossäre Neoplasie odontogenen Ursprungs. 65-83 % der Fälle treten im Unterkiefer, vorwiegend im Kieferwinkel auf. Differentialdiagnostisch muss bei einem derartigen Befund immer ein Ameloblastom in Betracht gezogen werden.

Der postoperative Verlauf gestaltete sich zeit- und regelgerecht. Der Patientin wurde weiche Kost für 6-8 Wochen empfohlen.

Im weiteren Heilungsverlauf zeigte sich keine Sensibilitätseinschränkung im Bereich des N. alveolaris inferior. Aufgrund der hohen Rezidivrate des KOTs wurden regelmäßige, engmaschige röntgenologische Nachuntersuchungen durchgeführt, die nicht auf ein Rezidiv hinwiesen. Nach ca. 6 Monaten konnte die Syntheseplatte operativ wieder entfernt werden.

Quelle: Praxis Dr. Lemmer, Praxisgemeinschaft für Zahnmedizin, in Kooperation mit dem Cranium Institut

Foto: Praxis Dr. Lemmer, Praxisgemeinschaft für Zahnmedizin, in Kooperation mit dem Cranium Institut
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