Branchenmeldungen 11.02.2026

Sachsen-Anhalt: Weniger Zahnarztpraxen, mehr Patienten pro Standort



Zum Tag des Zahnschmerzes hat das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt aktuelle Zahlen zur zahnärztlichen Versorgung veröffentlicht. 2024 wurden im Land 1.117 Zahnarztpraxen gezählt. Vier Jahre zuvor waren es noch 1.262, das entspricht einem Rückgang von 11,5 Prozent. Die Bevölkerung ist im selben Zeitraum jedoch nur um 2,1 Prozent gesunken. Rechnerisch bedeutet das, dass jede Praxis heute mehr Menschen versorgt als noch 2020. Damals kamen im Schnitt 1.728 Einwohner auf eine Praxis, inzwischen sind es 1.912.

Sachsen-Anhalt: Weniger Zahnarztpraxen, mehr Patienten pro Standort

Foto: Looker_Studio – stock.adobe.com

Das günstigste Verhältnis von zahnärztlichen Niederlassungen und potenziellen Patientinnen bzw. Patienten gab es in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) mit 1:1 366. Deutlich angespannter wirkt die Situation im Jerichower Land, wo rechnerisch 2.855 Menschen von einer Praxis versorgt werden. Im Altmarkkreis Salzwedel ist die Zahl der Praxen seit 2020 um ein Viertel gesunken und liegt nun bei 30. In Dessau-Roßlau blieb sie mit 46 Standorten stabil. Interessant ist auch der Blick auf die Kostenentwicklung. Zahnärztliche Leistungen verteuerten sich seit 2020 um rund 12 Prozent. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 23,5 Prozent und damit fast doppelt so stark. Die Zahlen bestätigen nüchtern, was viele Praxen im Alltag seit Langem bereits spüren. Die Zahl der Standorte nimmt ab, die Verantwortung pro Team wächst, und je nach Region wird die Sicherstellung der Versorgung zur strukturellen Herausforderung.

Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

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